Aufgrund der enorm gestiegenen Energiepreise und der hohen Inflationsrate haben derzeit mehrere Supermarktketten zu kämpfen. Insbesondere diejenigen, die in der Vergangenheit mit besonders günstigen Preisen die Kund:innen in die Filialen lockten. Schließlich sind im Vergleich zum Vorjahr die Verbraucherpreise für Lebensmittel im Schnitt um 20,3 Prozent gestiegen, die Gewinnspannen dementsprechend kleiner.
Um einen erfolgreichen Jahresabschluss zu erzielen, gehen einige Supermärkte nun in der Vorweihnachtszeit mit Kampfpreisen an den Markt: Sie versuchen, sich gegenseitig zu unterbieten. Vor allem die Aldi-Unternehmensgruppe überrascht mit ihren Preisaktionen.
Aldi Nord hat aktuell beispielsweise ein Eis-Produkt im Sortiment, das weniger als die Hälfte des ursprünglichen Preises kostet: nämlich 1,49 Euro statt 3,49 Euro.
Bereits zu Ostern fuhr der Lebensmitteleinzelhandel eine ähnliche Strategie. Niedrige Aktionspreise sollen von der anhaltenden Inflation ablenken und die Kund:innen zum Einkaufen anregen.
Ein Hersteller erklärt die Angebots-Offensive gegenüber der "Lebensmittelzeitung" wie folgt: "Mit diesen Aktionen kämpft der Handel um seine Preiswürdigkeit."
Vorreiter in Sachen Angebote ist dabei der Discounter Aldi Süd. Wie der Preistransparenz-Dienstleister "Smhaggle" in einer Untersuchung festgestellt hat, war Aldi Süd der Discounter mit den günstigsten Preisen im Aktionsgeschäft. Das ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass die in Mülheim ansässige Lebensmittelkette in der Summe deutlich weniger Artikel über Aktionen vermarktet als ihre Konkurrenz.
Der Discounter Lidl musste in diesem Jahr ebenfalls den Spagat zwischen finanziellem Ertrag und positivem Preisimage bewerkstelligen.
Dabei setzte der Konzern vor allem auf konkurrenzfähige Aktionen zu wichtigen Ereignissen im Jahr. Des Weiteren warb Lidl mit wechselnden Preisen, Packungsgrößen und Zweitplatzierungen – mit Erfolg. Lidl konnte eine positive Umsatzentwicklung verbuchen.
Edeka hat sich dem Trend ebenfalls angeschlossen und die Aktionsanteile laut "LZ"-Informationen um 2 bis 3 Prozentpunkte erhöht. Der Konkurrent Rewe musste seine Aktionsdichte im Vergleich zum Vorjahr hingegen reduzieren.
Der Lebensmittelhändler Kaufland profitierte in diesem Jahr von der Integration von Real-Märkten in das Unternehmens-Portfolio. Außerdem bot er in der Summe die meisten Aktionen an. Aldi Süd und Kaufland sind die Einzelhandelsketten, die im vergangenen Jahr die stärksten Zuwächse verbuchen konnten.