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In einigen Supermärkten sitzen die Kassierer mittlerweile hinter Folien oder Plexiglasscheiben. Bild: iStockphoto / industryview

Rewe, Lidl, Aldi: So wollen Supermärkte ihren Mitarbeitern danken

Supermarktmitarbeiter gehören zu den Arbeitskräften unseres Landes, die neben dem medizinischen Personal zurzeit enorm unter Druck stehen.

Wegen der anhaltenden Hamsterkäufe sind die Geschäfte deutlich voller, der Andrang an den Kassen größer, die Aggressivität mancher Kunden steigt, wenn gerade nichts oder nur wenig im Regal liegt.

Supermärkte in Frankreich und in den USA wollen ihren Mitarbeitern in der Krise deshalb eine Sonderprämie zahlen, wie die "Lebensmittelzeitung" schreibt. Der Markt Auchan zahlt demnach seinen 65.000 Mitarbeitern einen Bonus in Höhe von 1000 Euro. Mit der Geste erkenne man das außergewöhnliche Engagement des Teams an, das trotz aller Bedenken und Probleme seinen Dienst erfülle, wird der Chef, Edgard Bonte, zitiert.

Die Idee stammt vom französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, der Firmen dazu aufrief, Mitarbeitern, die trotz der Krise zur Arbeit kämen, eine Prämie zu zahlen.

Auch eine US-amerikanische Drogeriekette will ihren Vollbeschäftigten ab Ende April 300 Dollar, Teilzeitbeschäftigten 150 Dollar auszahlen.

Andere Maßnahmen in Deutschland

Und bei uns? Watson hat bei den großen Supermärkten und Discountern nachgefragt, ob sie die Idee auch umsetzen möchten.

Die Rewe-Gruppe plant einen Danke-Bonus:

"In den verschiedenen Ländern, in denen Rewe, Billa und Penny tätig sind, gibt es dazu unterschiedliche Regelungen: Sonderleistungen in Form von Warengutscheinen, Gehaltszulagen, Überstunden-Bezahlungen etc.

Bei Rewe und Penny Deutschland hat der Danke-Bonus, den wir als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten buchen, den Vorteil, dass er den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekommt."

Kristina Schütz Pressesprecherin Rewe-Gruppe

20 Millionen Euro soll das Maßnahmen-Paket der Rewe-Gruppe kosten, die den Mitarbeiterin in den Märkten und in der Logistik zugutekommt.

Auch Lidl will sich bedanken

Der Lidl-Konzern denkt nach eigener Aussage schon länger darüber nach, wie er sich bei seinen Mitarbeitern erkenntlich zeigen können. "Für ihre Motivation und ihren unermüdlichen Einsatz gebührt ihnen großer Dank und Respekt", teilt Lidl auf watson-Nachfrage mit.

Am Donnerstag wurde bekannt: Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, wird ihren Mitarbeitern mit Warengutscheinen im Wert von bis zu 250 Euro danken. Insgesamt 35 Millionen Euro will sich die Schwarz-Gruppe die Prämien kosten lassen.

Das Geld fließe im April an jeden der über 140.000 Angestellten der Schwarz-Gruppe, wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet.

Edeka verweist auf die selbstständigen Unternehmer der Gruppe. Diese versuchten vor Ort "individuelle und pragmatische Lösungen" zu finden.

Auch Aldi zahlt Bonus

Am Freitag wurde bekannt: Auch die Mitarbeiter von Aldi erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Freitag an, dafür insgesamt 20 Millionen Euro auszugeben.

Die Prämien sollen auch bei Aldi aus steuerlichen Gründen in Form von Warengutscheinen ausgeschüttet werden. Die Bonuszahlungen variieren je nach Tätigkeit zwischen 100 und 250 Euro pro Kopf.

(lin/ll/dpa)

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