Leben
Bamberg, Deutschland 21.05.2020:
Symbolbilder - 2020

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99,9 Prozent aller Viren und Bakterien kann der "Ozon Sterilisator" beseitigen. Lohnt sich das Aldi-Angebot? Bild: picture alliance/K. Schmitt

Mit Aldi zum Corona-freien Smartphone: Was der "Ozon Sterilisator" taugt

Auch in der Coronapandemie sind Smartphones unsere täglichen Begleiter – alleine schon, damit wir die Corona-Warnapp nutzen können. Im Schnitt tippen wir 2500 Mal am Tag aufs Telefon und übertragen dabei Keime, Bakterien und Viren auf die Oberfläche, heißt es bei der Techniker Krankenkasse. Bis zu 100 verschiedene Arten von Bakterien tummeln sich auf dem Display, die meisten davon kommen beim Menschen in Mund, Darm und auf der Haut ganz natürlich vor.

Wesentlich unappetitlicher klang das 2011, als britische Forscher in einer Studie herausgefunden hatten, dass jedes sechste Display (in Großbritannien) mit Kotresten belastet sein soll.

Das wäre alles nicht so dramatisch, doch die Menschen hierzulande halten es offenbar nicht so sehr mit der Handy-Hygiene. 2015 mahnte der TÜV Rheinland: "Die Deutschen vernachlässigen die Pflege ihres Handys." Nur jeder vierte Handybesitzer reinige Displays bewusst und intensiv, jeder Achte verzichte sogar ganz aufs Putzen.

Was in nicht-pandemischen Zeiten vielleicht noch eine Frage persönlichen Geschmacks gewesen sein mag, bekam mit der Ausbreitung des Coronavirus eine neue Dimension. Jetzt ging es nicht nur um die Frage: Kann ich mit Fäkalresten auf meinem Display leben? Sondern vielmehr: Steckt mein Display mich und andere an?

Mit Technik zum sterilen Smartphone

Wer das vermeiden will, dem war bisher zu gründlicher Handhygiene geraten. Axel Baumgarten vom Zentrum für Infektiologie Berlin/Prenzlauer Berg (ZIBP) etwa sagte watson im März 2020: "Gegenstände wie Laptops oder Handys berühren in der Regel nur die Besitzer. Wenn man sich also regelmäßig und gründlich die Hände wäscht, tummeln sich auf diesen Dingen auch nicht so viele Krankheitserreger."

Die andere Möglichkeit – das Reinigen des Displays – bedient ab kommendem Montag (unter anderem) der Discounter Aldi Süd. Ab dem 17. August soll ein "360 Grad Ozon Sterilisator" angeboten werden. Das Gerät soll mittels Ozon-Gas 99,9 Prozent der Viren und Bakterien auf oder am Smartphone beseitigen. Zwischen 20 und 40 Minuten dauert der Vorgang laut Prospekt, während dessen das Telefon sogar geladen wird – einem eingebauten USB-Anschluss sei Dank.

Das klingt alles in allem nach einer runden Sache – der Preis scheint akzeptabel, die Features sind sinnvoll und wer mag, kann den Sterilisator sogar als Stimmungslicht verwenden, denn das Gerät kann in sieben Farben leuchten. Also kaufen?

Experte klärt auf

Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule Berlin hält die angegebene Reinigungskraft des Geräts von 99,9 Prozent zunächst einmal für "durchaus realistisch". Er gibt allerdings zu bedenken: "Das bedeutet auch, dass von 100.000 Bakterien 100 übrig bleiben – und die könnten noch immer übertragen werden", sagte der Experte zu watson. Für Coronaviren sei das aber "nicht so tragisch, da Schmierinfektionen eher ein Nebenweg der Übertragung sind".

Immerhin, ein gewisses Restrisiko bleibt also auch beim Ozon-Sterilisator übrig. Wenn ihr euer Geld zusammenhalten müsst, vielleicht lieber ein neues Videospiel kaufen möchtet, und trotzdem auf ein sauberes Smartphone nicht verzichten wollt, dann müsst ihr aber nicht zu Aldi gehen (oder ein viel teureres Konkurrenzprodukt kaufen). "Mit einem Tuch und einem alkoholbasierten Desinfektionsmittel kann man die Erreger auch zu über 99,9 Prozent auf der gereinigten Oberfläche reduzieren", sagte Ulrichs. Dies sei einfacher, schneller und kostengünstiger.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Ladegeräte habt ihr sicher mehr als eines zu Hause – und Kerzenlicht macht mehr Stimmung als ein "Ozon-Sterilisator".

(pcl)

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