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"Zahltag": Bürgermeisterin ruft bei Hartz-IV-Empfängern an – dann wird es seltsam

Maik und Sarina Schubardt aus Eisleben bei Halle wollen endlich Hartz IV entfliehen: Das Ehepaar ist schon seit Jahren auf staatliche Hilfe angewiesen, will sich nun allerdings selbstständig machen.

Deswegen haben die beiden sich bei "Zahltag – Ein Koffer voller Chancen" beworben – und wurden von RTL tatsächlich zur Teilnahme eingeladen: In der Armutsshow erhalten die Protagonisten ihren gesamten Hartz-IV-Satz von einem Jahr auf einmal ausbezahlt, um ihr eigenes Gewerbe aufzuziehen. Familie Schubardt hat deswegen einen Geldkoffer mit 24.000 Euro geschenkt bekommen.

Von Hartz IV zur eigenen Imbissbude: "Zahltag" will es möglich machen

Die Schubardts haben sich nun dazu entschlossen, einen Imbisswagen zu eröffnen. Das gesamte Geschehen, vom Kauf des Wagens bis hin zur Eröffnung, wird von drei Experten kommentiert, die auf Rückfrage hin Ratschläge geben:

Nun hat sich in die letzte Folge von "Zahltag" aber noch eine weitere Beraterin eingeschlichen – quasi eine Überraschungexpertin, mit der selbst die Macher der Show nicht so ganz gerechnet zu haben scheinen: Nämlich die Oberbürgermeisterin der Stadt Eisleben, Jutta Fischer. Die scheint nämlich ganz genau zu wissen, was so eine Imbissbude braucht.

Eislebens Oberbürgermeisterin will die Hartz-IV-Empfänger beraten

Familie Schubardt staunt nicht schlecht, als eines Tages das Telefon klingelt und die Dame am anderen Ende der Leitung sich als die Sekretärin der Oberbürgermeisterin vorstellt. Das Paar möchte bitte in Fischers Büro vorsprechen. Offensichtlich hat sie von Maiks und Sarinas "Projekt", wie die Sekretärin sagt, gehört.

Maik ist begeistert:

"Die Bürgermeisterin – wie geil ist das!"

Auch Sarina empfindet die Einladung als Ehre. Als die beiden sich allerdings mit Jutta Fischer zusammensetzen, wird's skurril:

Ganz ungewöhnlich angetan zeigt sich die Oberbürgermeisterin vom Imbissbudenplan und bekräftigt die Schubardts in ihrem Vorhaben. Obendrein gibt sie den beiden noch gute Tipps mit. Denn Maik und Sarina sollten in ihrem Wagen nicht nur verkaufen, was gut schmeckt – gesund sollte es auch noch sein.

Welche Idee hat Fischer da? Richtig:

"Leber."

"Leber?", fragen die Schubardts. Jep, Leber. Denn Leber wird ja auch gerne gegessen, meint die Politikerin.

Und so reagieren die "Zahltag"-Experten auf Fischers Idee:

Die "Zahltag"-Experten scheinen leicht verwirrt. "Ich bin raus, wir haben 'ne neue Expertin", meint Ilka Bessin. Buschkowsky kritisiert, dass Leber ja wohl eher ungeeignet sei für einen Imbiss. Aber für die Oberbürgermeisterin könnte man ja ein Stück bereit halten, wenn sie mal zum Essen kommt.

Warum also dieser seltsame Auftritt? Klar – die Vermutung liegt nahe, dass Fischer auch ein bisschen mit ins Fernsehen kommen wollte. Das ist zumindest Buschkowskys Vermutung:

"Tjoa. Da hat jemand gehört, dass Kameras in der Nähe sind, wo man sein Gesicht vorhalten kann, und dann passiert sowas."

Auch Bessin meint, die Aktion schade ja nicht, wenn das Ehepaar sich dadurch motiviert fühlt.

Darauf erst mal ein Stück Leber.

(ak)

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Hartz-IV-Strafen gekippt: Ex-Jobcenter-Mitarbeiterin erklärt, was Sanktionen anrichteten

Einige Jahre arbeitete ich als Sachbearbeiterin in Hamburger Jobcentern. Vor sechs Jahren verlor ich meinen Job – nachdem ich mich weigerte, die in meinen Augen schon immer verfassungswidrigen Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger auszusprechen. Heute weiß ich: Mein Rauswurf war im Grunde rechtswidrig. Aber darum geht es heute nicht, und zurück ins Jobcenter klagen will ich mich ohnehin nicht: Das Tolle an diesem Tag ist, dass der von so vielen geführte Kampf gegen Hartz-IV-Sanktionen …

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