Leben

"Extrem ungesund" – Gillette Venus erntet Shitstorm – was ein Curvy Model dazu sagt

Gillette Venus war jahrelang die Marke, für die Heidis Topmodel am Ende jeder "Germany's Next Topmodel"-Staffel ihre Beine rasieren durfte. Heute hat sich die Markenkommunikation etwas verändert. Für eine aktuelle, internationale Kampagne "My Skin, My Way" wirbt die Beautymarke mit unterschiedlichen Models.

Eines von ihnen leidet beispielsweise an der Hauterkrankung Vitiligo, ein weiteres hat lauter Sommersprossen und die Amerikanerin Anna ist als Curvy Model gebucht worden. Für das Casting der Bloggerin erntet Gillette nun jedoch harte Kritik im Netz.

Gillette Venus' Claim: "Frei von Schönheitsidealen. Keine Hautbearbeitung. Venus feiert die Vielfalt schöner Haut und Frauen, die ihre eigenen Regeln schreiben."

Kommentare wie dieser häufen sich unter dem Post

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"Ihr wollt Victoria's Secret verbannen, weil die Marke ein 'unrealistisches' und ungesundes Frauenbild propagiert, dabei ist das hier extrem ungesund und sollte nicht gefördert werden. Diese Welt läuft krass rückwärts." Bild: faacebook/gilette venus

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"Tot vor 50. Toll, dass Gillette jetzt langsamen Selbstmord zelebriert" Bild: facebook/gillette venus

Auch für den deutschen Markt hat sich Gillette für ein inklusives und diversifiziertes Casting entschieden. Und auch in Deutschland sind die Bilder nicht retouchiert und body-inklusiv. Angelina Kirsch, ebenfalls Curvy-Model jedoch deutlich schlanker als das amerikanische Testimonial, wird nicht für ihre Figur kritisiert.

Die Frage stellt sich: Promoten Werbekampagnen wie diese ein ungesundes Körperbild? Wir haben Fine Bauer gefragt, selbst Curvy Model.

Außenstehende haben ihrer Meinung nach nicht das Recht, andere Menschen für ihr Aussehen zu kritisieren: "Wenn man sich wohl fühlt und sich selbst liebt, sollte sich jeder genau so zeigen dürfen. Ich bin total gegen Hasskommentare und Shaming jeglicher Art."

Fine ist selbst Curvy-Model und kennt fiese Kommentare

"Wem es nicht passt, der soll weggucken!"

Fine Bauer

Leider, so meint das Model aber weiter, kennt auch sie die Schattenseiten der durch die Anonymität im Internet nur noch geförderten Meinungsfreiheit und wurde selbst bereits für ihre Figur angegangen.

"Unter einem Post musste ich Mutmaßungen wildfremder Menschen über meinen Gesundheitszustand lesen. Ob ich eine Fettleber hätte, fragte da beispielsweise jemand. Gesundheit kann man nicht sehen – ein schlanker Mensch kann ebenso krank oder ungesund sein, wie jemand mit meinem Maßen. Natürlich sind Extreme offensichtlicher und genau das ist hier das Thema. Ich weiß nicht, ob wirklich jede Körperform repräsentiert werden muss, denn Marken haben immer noch eine Vorbildfunktion."

Eine ähnliche Diskussion gab es bereits vor ein paar Jahren, damals trafen die fiesen Kommentare Tess Holiday. Heute ist der Shit-Storm bereits lange über sie hinweg gezogen, ihr Kampf gegen oberflächliche Mutmaßungen aber geht weiter. Und so wird auch der Shitstorm über Anna zum nächsten Internet-Aufreger weiterziehen. Kleiner Lichtblick: Es gab auch einige Befürworter der Gillette-Kampagne, die sich für das Model und die Message der Marke stark machten. "Danke Gillette, dass ihr echte Plus-Size-Frauen in eurer Werbung zeigt!"

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Was denkst du über Gillettes Kampagne? Schreibt es uns in die Kommentare! Bild: facebook/gillette venus

Warum gucken Frauen "Germany's Next Topmodel"?

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Video: watson/Lia Haubner

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