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Auch wenn es bereits überall niest und hustet – mit ein paar Tipps ist es möglich, der Erkältung vorzubeugen. Bild: E+ Getty Images chee gin tan

Erkältung clever umgehen: 6 Tipps, um topfit zu bleiben

Jana Schütt
Jana Schütt

Brace yourself – Erkältungszeit is coming. Pünktlich zu den alljährlichen Empörungen darüber, warum der Lebkuchen absurderweise schon im Herbst im Supermarktregal steht, starten auch die Erkältungsbeschwerden.

Kaum sinken die Temperaturen, niest und hustet es überall. Die ersten Leute klagen über Symptome wie Gliederschmerzen, Husten oder Schnupfen. Und überhaupt fühlen sich alle chronisch müde sowie matschig. Du bisher noch nicht? Super! Damit das auch so bleibt, haben wir sechs Tipps parat, um ohne ätzende Erkältung durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

6 Tipps, um der Erkältung vorzubeugen

Erkältungs-Tipp 1: Viel trinken – und nein, Bier ist nicht streng verboten

Logo, viel Flüssigkeit ist wichtig. Vor allem Wasser oder Tee stehen ganz oben auf der Liste, da die Flüssigkeitsaufnahme den Körper von unliebsamen Viren reinigt und die Schleimhäute feucht sowie intakt hält. Wenn du die Nase allerdings schon jetzt voll hast vom typischen Ingwer- oder Kamillentee, greif doch mal zu Echinacea-Tee.

Die Heilpflanze Echinacea, auch Sonnenhut genannt, soll das Immunsystem stärken. Bisher konnte zwar kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Erkältungsprävention und Enchinacea hergestellt werden, doch Studien zeigten zumindest leicht positive Effekte. Und da der Tee im Bio-Markt nur wenige Euro kostet, ist es den Versuch zumindest wert.

Neben Tee darfst du auch, kein Spaß, zum Bier greifen – auch dann, wenn du schon das Gefühl hast, etwas zu kränkeln. Das erklärt der Allgemeinmediziner Hans-Jörg Hellmuth in der "Apotheken Umschau" so: "Die ätherischen Öle und Bitterstoffe, die im Hopfen des Bieres enthalten sind, können antibakteriell wirken." Um es als Hausmittel gegen eine mögliche Erkältung einzusetzen, sollte allerdings alkoholfreies Bier bevorzugt werden, da der Alkohol das Immunsystem generell schwächt und dem Körper wertvolles Wasser entzieht. Um die positive Wirkung zu verstärken, kann das Anti-Erkältungs-Bier auf bis zu 40 Grad erhitzt und mit einem Löffel Honig ergänzt werden.

Erkältungs-Tipp 2: Hände waschen statt schütteln

Wir sitzen in vollen Hörsälen, Großraumbüros, Cafés oder fahren mit der U-Bahn. Für die Erkältung der ideale Nährboden, da sie sich über Tröpfchen- und Schmierinfektion verbreitet. Und man sollte die Hartnäckigkeit der Erkältungsviren nicht unterschätzen: Bis zu zwei Tage können sie sich auf glatten Oberflächen halten. Dabei gelten die Hände als die häufigsten Überträger der unsichtbaren Krankheitserreger. Deshalb ist häufiges und gründliches Händewaschen unerlässlich, um gesund zu bleiben, wie der Facharzt für Allgemeinmedizin, Friedrich Molsberger, im Interview mit watson sagt.

Richtig Hände waschen – weißt du eigentlich, wie?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt: Hände unter fließendes Wasser halten und rundum mit genug Reibung einseifen, das heißt Handinnenflächen, Handrücken, Daumen, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Fingernägel. Insgesamt dauert gründliches Händewaschen 20 bis 30 Sekunden. Tipp: In 20 Sekunden schafft man es knapp zweimal, den Happy-Birthday-Song zu summen. Anschließen den Wasserhahn, vor allem auf öffentlichen Toiletten, mit dem Ellenbogen oder einem Tuch schließen. Und auch das sorgfältige Abtrocknen der Hände samt Fingerzwischenräumen sollte auf gar keinen Fall unterschätzt werden, denn dabei werden die letzten hartnäckigen Keime entfernt.

https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/

Erkältungs-Tipp 3: Spül mal deine Nase

Mediziner Molsberger gibt auch Entwarnung. Wir müssen keine panische Angst vor überall lauernden Viren entwickeln und bloß noch mit Desinfektionsmittel das Haus verlassen. Ein wenig Abhärtung ist nicht verkehrt. Was praktisch und effektiv ist: Regelmäßige Nasenduschen mit selbstgemachter Salzlösung. Dazu eine ordentliche Prise Salz (es muss bei Prüfung mit der Zunge angenehm sein) in ein Glas lauwarmes Wasser geben und mithilfe einer speziellen Nasendusche, Teekanne oder durch einfaches Hochziehen (jeweils ein Nasenloch zuhalten) die Schleimhäute von Viren befreien und Beschwerden vorbeugen.

Erkältungs-Tipp 4: Augen auf beim Desinfektionsmittelkauf

Wer allerdings unterwegs doch mal zum Handdesinfektionsmittel greifen oder das Smartphone von Viren befreien will, sollte unbedingt auf die richtigen Inhaltsstoffe achten. Denn viele bekannte Mittel, wie beispielsweise Sagrotan, helfen laut der "Deutschen Apotheker Zeitung" gar nicht gegen die häufigen Erkältungserreger und sogenannte unbehüllte Viren, die hartnäckiger sind als die behüllten. Ihr solltet deshalb auf viruzide Desinfektionsmittel, statt auf begrenzt viruzide oder nicht viruzide Desinfektionsmittel setzen. Einen Überblick über diese bekommt ihr zum Beispiel von der "Deutschen Apotheker Zeitung" oder dem Robert Koch Institut.

Erkältungs-Tipp 5: Die richtige Luftqualität

Wenn die Temperaturen draußen sinken, geht der Griff schnell zur Heizung. Aber Achtung: Trockene Heizungsluft kann die Schleimhäute strapazieren und damit Krankheitserreger leichter eindringen lassen. Deshalb ist es laut Experten wichtig, für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Zimmer zu sorgen. Stell dir deshalb am besten eine Schüssel mit Wasser auf die Heizung, wobei das Wasser oft gewechselt werden muss, da sich dort Viren und Bakterien ansammeln. Zudem solltest du regelmäßig stoßlüften, um die trockene Luft gegen virenfreie zu tauschen.

Erkältungs-Tipp 6: Kalt duschen, warm essen

Wer sein Immunsystem darüber hinaus stärken und sich vor Halsschmerzen und Schnupfen schützen will, dem empfiehlt Experte Molsberger im watson-Interview warm-kalte Wechselduschen. Allerdings solltest du nicht unter die kalte Dusche steigen, wenn du bereits frierst – dann erstmal warm abduschen und anschließend den Hahn auf kalt drehen. Achtung: Wenn du bereits Fieber hast, solltest du auf diese Maßnahme verzichten.

Bei den Mahlzeiten solltest du laut Experten wie Molsberger vor allem auf Wärme setzen. Dies mag auf den ersten Blick vielleicht überraschen, denn meist achten wir nur verstärkt auf warme Getränke wie Tee. Doch: Wer viel Rohkost und Salat isst – und damit kalte Mahlzeiten – der fröstelt schneller, hat weniger Energie und ist damit letztlich anfälliger für eine Erkältung. Statt morgens also Müsli mit kalter Milch zu snacken, mach dir doch mal ein warmes Porridge.

Fazit: Don't panic!

Sich vor einer Erkältung zu schützen, ist also keine komplizierte Wissenschaft oder eine Frage von superteuren Vitaminpräparaten. Wie auch zu jeder anderen Jahreszeit, solltest du gesund leben und dich ausgewogen ernähren. Worauf du zur kalten Jahreszeit einfach etwas mehr achten solltest, um dein Immunsystem zu stärken, ist vermehrtes Händewaschen, den Vorzug von warmen Mahlzeiten und regelmäßiges Lüften. Klingt machbar, oder?

Kälteschock und Hitzetod – Wenn das Wetter uns verarscht

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