Nachhaltigkeit
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Lidl nimm eine "Super Fairtrade"- Schokolade ins Sortiment. Hält der Inhalt, was die Verpackung verspricht? Bild: getty images / Eva-Katalin /imago images / teutopress / montage watson / imago stock&people

"Way to Go"? So fair ist Lidls neue Super-Schokolade

Schokolade macht glücklich. Ob Zartbitter, Vollmilch, mit Nüssen oder in veganen Varianten – das süße Gold ist einfach toll, tröstet über Trennungsschmerzen weg und lässt Osterhasen ihre Arbeit machen.

Allein, wie so viele tolle Dinge, hat auch Schokolade ihre dunkle Seite. Der Kakao nämlich kommt oft aus Anbaubedingungen, bei denen die Kakaobauern diejenigen sind, die am allerwenigsten von ihrer Arbeit haben. Die Preise für ihren Rohstoff legen die Bauern nicht selbst fest, sondern müssen mit dem Leben, was der Weltmarkt ihnen diktiert.

Dazu kommt der Klimawandel, der im größten kakaoproduzierenden Kontinent Afrika den Bauern weiter zusetzt. So sehr, dass uns bald sogar der Kakao ausgehen könnte.

Die Lösung liegt bei uns

Die Lösung liegt, wie bei so vielen aktuellen Problemen, bei uns, den Konsumierenden. Fair gehandelte Schokolade ist zumindest ein Ansatz, wie wir weiterhin Schokoladen genießen können – ohne, dass wir damit jene arm halten, die den Rohstoff dafür liefern.

Das erkennen zunehmend auch Schokoladenproduzenten und der Einzelhandel. Ritter-Sport zum Beispiel bezieht laut eigenen Angaben seit 2018 seinen Kakao aus 100 Prozent nachhaltigem Anbau und nimmt am Fairtrade Cocoa Progam teil, dass Kakaobauern bessere Preise für ihre Früchte zahlt.

Einen Schritt weiter geht nun die Discounter-Kette Lidl. Das Unternehmen kündigte am Montag an, ab Mitte März eine Schokolade unter dem Namen "Way to Go" (dt. etwa: "So wird's gemacht") anzubieten. Vier Geschmacksrichtungen, ein Preis: Pro 180-Gramm-Tafel der mit dem "Fairtrade"-Siegel gekennzeichneten Schoki verlangt Lidl 1,99 Euro.

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Bunt verpackt, mit Siegel und in vier Geschmacksrichtungen: So kommt "Way to Go" in den Handel. Bild: Lidl

Schokolade soll Menschen helfen

Das Besondere an der "Way to Go"-Schokolade: Nicht nur stammt der Kakao aus fairem Anbau, der den Bauern einen Mindestpreis garantieren soll. Laut einer Mitteilung von Lidl erhalten die Landwirte "zusätzlich zum Fairtrade-Mindestpreis und zu der Fairtrade-Prämie einen Aufschlag, der direkt in lokale landwirtschaftliche Projekte fließt".

Diese Projekte sollen die Menschen vor Ort, in diesem Fall der westafrikanische Staat Ghana, in nachhaltigen Anbau- und Erntemethoden schulen, ihnen betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vermitteln oder ihnen zusätzliche Einnahmequellen erschließen. So soll gleichzeitig Monokulturen entgegengewirkt und die Böden vor Ort geschützt werden.

"Mit dem 'Way To Go'-Projekt bieten wir Kunden eine nachhaltige und leckere Schokolade, von dem die Erzeuger im Ursprung in mehrfacher Hinsicht profitieren. Wir kommen damit unserer Verantwortung als einer der größten Abnehmer von Fairtrade-zertifiziertem Kakao in Deutschland nach und wollen den fairen Handel noch stärker in der Mitte der Gesellschaft verankern“,

Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf bei Lidl Deutschland

Darüber hinaus garantiert Lidl, die Lieferkette sei physisch nachvollziehbar bis zur produzierenden Kooperative in Ghana, einem Kleinbauernverband namens "Kuapa Kokoo" (dt. "Guter Kakao"). Die Kooperative umfasst laut Verbraucherschutzportal "Öko-fair.de" 45.000 Kleinbauern, die ihre Erzeugnisse im fairen Handel direkt an Exporteure verkaufen darf. So umgeht sie den Staat als Mittelsmann – und kann ihren Bauern bessere Preise zahlen. An die 15 Prozent mehr sollen es laut dem Verbraucherschutzportal sein.

Wie fair ist "Way to Go"?

Das klingt alles nach viel Transparenz. So viel, dass Lidl selbst vollmundig von einer "Super-Fairtrade-Schokolade" spricht. Watson hat deswegen bei Lidl nachgefragt, wie genau der Discounter diese Nachvollziehbarkeit der Lieferkette garantieren will? Anders gefragt: Hält der Inhalt, was die Verpackung verspricht?

Von der Pressestelle hieß es zur Frage nach der Nachvollziehbarkeit, die Warenströme seien von der Ernte bis zur Herstellung der Schokolade getrennt. Zusätzlich könnten sich Kunden und Kundinnen auf der Innenseite der Verpackung und auf einer eigens eingerichteten Website über "Kuapa Kokoo" informieren.

Tatsächlich bietet die Website der Schokolade eine Fülle an Informationen an, nennt Namen und Probleme und erklärt, wie "Way to Go" hier helfen will.

Was der Website und der Verpackung allerdings nicht zu entnehmen ist: Wie fair ist eigentlich "Fairtrade"? Die Verpackung der neuen Lidl-Schokolade schmückt sich gut sichtbar mit dem (in Deutschland) vom Verein "TransFair e.V." vergebenen Siegel. Dafür muss ein Produkt bestimmte Bedingungen erfüllen.

Grundsätzlich gilt das "Fairtrade"-Siegel als zuverlässig und vertrauenswürdig. Kritik gibt es natürlich trotzdem, etwa am sogenannten Mengenausgleich. Dabei werden, vereinfacht ausgedrückt, Rohstoffe aus Fairtrade-Anbau mit solchen aus Nicht-Fairtrade-Anbau vermischt.

Der Mengenausgleich soll solchen Produzenten die Teilnahme an fairem Handel ermöglichen, bei denen eine physische Rückverfolgbarkeit aus logistischen Gründen nicht möglich ist, macht "Fairtrade" auf seiner Website transparent. Produkte, bei denen Rohstoffe mit Mengenausgleich verarbeitet worden sind, müssen entsprechend gekennzeichnet sein.

Wie ist das bei der "Way to Go"-Schokolade? Auf unsere Nachfrage bei Lidl hin antwortete das Unternehmen: "Ein Mengenausgleich findet nicht statt."

Lasst sie euch schmecken

So können wir euch die "Way to Go"-Schokolade guten Gewissens ans Herz legen. Lidl bietet hier ein faires Produkt an, das Rücksicht auf Mensch und Umwelt nimmt.

Was watson auch gut findet: Die Schokolade gibt den Menschen ein Gesicht, die den Kakao herstellen – oder wann habt ihr das letzte Mal gewusst, wo ein Rohstoff herkommt?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Herbert Jungermann 13.03.2020 15:15
    Highlight Highlight Wenn das Geld bei den Bauern in Afrika ankommt, dann ist es der ein richtiger Weg. Das sollte eigentlich für alle Produkte gelten, ob i,m Ausland oder auch bei uns. Aber die Gier nach Geld lässt manche Gehirne ausschalten.
    • JaMa 14.03.2020 02:35
      Highlight Highlight Das nennt sich Kapitalismus und Neoliberalismus. Es geht immer nur ums Geld. Umso besser, dass es hier - laut Vertrieb - nicht so ist.

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