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Gute Nachrichten: EU will einheitliche Regeln gegen Greenwashing einführen

Greenwashing Konzept mit einer gr
Mit Greenwashing täuschen Unternehmen ihre Kund:innen immer wieder.bild: IMAGO / imagebroker
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EU will einheitliche Regeln gegen Greenwashing einführen

02.03.2023, 11:05
Mehr «Nachhaltigkeit»

Nicht alles was grün angemalt wurde und das Label "nachhaltig" trägt, ist auch tatsächlich gut fürs Klima. Das ist den meisten Menschen bewusst. Doch auch das hindert zahlreiche Unternehmen nicht daran, grüne Versprechungen zu geben, die sie dann nicht einhalten können.

Zuletzt gab es vermehrt Fälle, nach denen Unternehmen aufgrund von Abmahnungen und Klagen "nachhaltige" Versprechungen zurücknehmen mussten. So darf etwa Refurbed beispielsweise nicht mehr damit werben, "100 Prozent klimaneutral" zu sein, und 1Komma5Grad darf sich nicht mehr "Marktführer für Klimaschutz-Technologie" nennen.

Um Vorfälle wie diese zu verhindern, will die EU-Kommission jetzt einheitliche Regeln einführen, wie "Trending Topics" berichtet.

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Entwurf zur EU-Richtlinie ist bereits veröffentlicht

Ein Entwurf zu einer EU-Richtlinie ist im Vorfeld der offiziellen Präsentation am 22. März bereits durchgesickert. Er zeigt, welche Regeln Unternehmen einhalten werden müssen, wenn sie etwas als "grün" bezeichnen wollen. Werden diese Regeln nicht eingehalten, müssen die Unternehmen mit harten Strafen rechnen.

In Zukunft müssen Unternehmen dann also transparent und nachvollziehbar beweisen, dass sie ihre "Green Claims" auch tatsächlich einhalten. Anhand eines Bewertungssystems soll der ökologische Fußabdruck von Produkten oder Firmen möglichst objektiv gemessen werden.

Keine leeren Versprechungen mehr

Claims wie "Klimaneutral" kann man sich dann nicht mehr einfach auf die Fahne schreiben – man muss es auch über den gesamten Produkt-Lebenszyklus nachweisen können. Geben Unternehmen an,"100 Prozent recyclebar" zu sein, muss das für das gesamte Produkt stimmen – und nicht nur für Einzelteile, aus denen es zusammen gesetzt worden ist.

Claims wie "Umweltneutrales Produkt" dürfen Verpackungen nur dann zieren, wenn Firmen dies auch nachweisen können.
Claims wie "Umweltneutrales Produkt" dürfen Verpackungen nur dann zieren, wenn Firmen dies auch nachweisen können.bild: watson / josephine andreoli

Unternehmen dürfen keine eigenen Umwelt-Label mehr kreieren

Zudem sollen sich Konsument:innen über die umweltbezogenen Folgen der Nutzung eines Produkts schnell und einfach informieren können. Zum Beispiel mithilfe eines QR-Codes mit hinterlegtem Link auf der Produktverpackung.

Zudem sollen Unternehmen bald auch nicht mehr selbst Umwelt-Label kreieren und vergeben dürfen. Die EU-Kommission will, dass es dafür künftig unabhängige dritte Stellen geben muss, die diese Labels vergeben. Auch wie und in welchem Maße Klimaneutralität durch CO2- Kompensationen erzeugt wurde, müssen Unternehmen zukünftig offenlegen.

Letzte Generation plant mehr Flughafen-Proteste: Dieser Airport gerät ins Visier

Die Letzte Generation hat am Mittwoch den Flughafen Köln/Bonn lahmgelegt und anschließend eine neue Protestkampagne angekündigt. Unter dem Titel "Oil Kills" will die Klimaschutzorganisation in naher Zukunft wieder Tempo aufnehmen. Mit neuen "ungehorsamen Versammlungen" sollen Politik und Öffentlichkeit zu mehr Klimaschutz bewegt werden.

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