Nachhaltigkeit
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Bundestags-Kantinen stellen Speiseplan um

Der Blick auf den Bundestag am 05.12.2023 in Berlin *** The view of the Bundestag on 05 12 2023 in Berlin
Im Bundestag wird schon bald anders gegessen.Bild: imago images / IMAGO/STPP
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Bundestags-Kantinen stellen Speiseplan um

10.12.2023, 13:05
Mehr «Nachhaltigkeit»

Unabhängig von der Parteistruktur des Parlaments setzte man bisher in den Bundestags-Kantinen auf altbewährte – konservative – Speisen. Berichten zufolge gab es häufig Braten, Currywurst und Steak. Nach vegetarischen oder gar veganen Optionen suchten Abgeordnete oft vergebens. Das wird sich nun jedoch ändern: Die Kantinen des Bundestages werden nachhaltiger und gesünder. Diese Veränderungen stehen an.

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Natürlich ist der Bundestag nicht nur der Arbeitsort der Abgeordneten. Rund 6000 Menschen sind in der Verwaltung oder bei Politiker:innen beschäftigt. Sie alle essen auch gerne mal in den Kantinen – bisher eher fleischlastig. So gab es häufig Wurst, Nuggets und Steak. Schon im letzten Jahr beklagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gegenüber "RTL": "Ich esse ja vegetarisch und sehr salzarm, und da gibt’s für mich halt nichts!" Ihn dürfte der neue Speiseplan also erfreuen.

"Dieser Schritt in Richtung Ernährungswende ist gleichzeitig gut für Mensch, Gesundheit und Umwelt."
Grünen-Politikerin Renate Künast freut sich über den neuen Speiseplan.Tagesspiegel

Dass ein neuer Betreiber für die Kantine gesucht werden musste, sorgte zunächst für Streitigkeiten um das geplante Essen. Die Diskussion um das Essen in mehreren Bistros, der großen Kantinen, den sogenannten Lampenladen und in einem Restaurant auf der Plenarsaal-Ebene entwickelte sich zum Politikum.

Nun steht es jedoch fest: Die Speisen werden grüner. Der "Tagesspiegel" berichtet jetzt von dem Ergebnis bei der Kantinen-Ausschreibung, bezieht sich dabei auf einen aktuellen Bericht des Ältestenrats. Zwar wird demnach der bisherige Caterer "Dussmann Service Deutschland GmbH" bleiben, jedoch mit verschärften Regeln rund um das Thema Nachhaltigkeit. "Pop-Up-Cafes" mit regionalen Berliner Kaffeeröstereien und Bäckereien werden angestrebt.

Mehr Bio in der Bundestags-Kanine

Ab jetzt soll es auch mehr Bio geben. Schon Anfang 2024 soll der Anteil biologischer Produkte in den Kantinen bei 40 Prozent liegen. Von Mai bis Oktober wird es außerdem saisonaler. Die Rezepte sollen sich den Lebensmitteln anpassen, die auch regional angebaut werden können.

BERLIN, GERMANY - JANUARY 06: A cafeteria of the Bundestag stands closed due to coronavirus pandemic lockdown measures on January 06, 2021 in Berlin, Germany. Germany's federal and state authorit ...
In der Kantine des Bundestags essen Abgeordnete und Mitarbeitende der Fraktionen und der Verwaltung.Bild: Getty Images Europe / Sean Gallup

Und auch bei den Getränken stehen Veränderungen an. Offenbar sollen Kakao und Kaffee künftig mit einem Fair-Trade-Siegel versehen sein. Das soll auch für Bananen gelten. Transparenz zur Klimabilanz der angebotenen Gerichte wird es ebenfalls geben.

Bei den Politiker:innen stoßen die Neuerungen auf gemischte Gefühle. Renate Künast (Die Grünen) ist begeistert vom neuen Speiseplan. Sie erklärte gegenüber dem "Tagesspiegel": "Dieser Schritt in Richtung Ernährungswende ist gleichzeitig gut für Mensch, Gesundheit und Umwelt." Das Ergebnis könne sich sehen lassen.

CDU hat keine Lust auf grünen Speiseplan

Etwas kritischer sieht man die Veränderungen offenbar bei der CDU/CSU. Der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Albert Stegemann, äußerte Zweifel an der Beliebtheit vegetarischer und veganer Produkte. Bedauerlich sei zudem, dass nur zwischen Mai und Oktober mindestens 85 Prozent saisonale Produkte verwendet werden sollen. Das sei keine wirkliche Herausforderung. Und: Wichtiger als Bio sei Regionales: "Das hilft den Bauern, der regionalen Wertschöpfung und spart CO₂."

Zum Schutz von heimischen Bibern: NRW bekommt neues Straßenschild

Es war die Artenschutz-Sensation: Nachdem er eigentlich seit rund 100 Jahren als ausgerottet gilt, ist der Biber nun seit einigen Jahren zurück in den Gewässern Nordrhein-Westfalens. Während es laut dem Landesbetrieb "Wald und Holz" Nordrhein-Westfalen 2018 nur noch einige hundert Tiere im Bundesland gab, sollen es inzwischen bis zu 2000 sein.

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