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Gute Nachrichten: Elche in Brandenburg – Tiere wieder heimisch in Deutschland

Elche sind anpassungsfähige Tiere, die in Deutschland über Jahre als ausgerottet galten.
Elche sind anpassungsfähige Tiere, die in Deutschland über Jahre als ausgerottet galten. bild: pexels / Erik Karits
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Elche in Brandenburg gesichtet – Tiere wieder heimisch in Deutschland

11.04.2023, 11:37
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Noch bis vor Kurzem galten Elche in Deutschland als ausgestorben: Doch laut dem Brandenburger Umweltministerium sind die Tiere wieder vermehrt in dem Bundesland gesichtet worden, seit 2015 in allen Landkreisen zusammengenommen 147 Mal. Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums in Potsdam auf eine parlamentarische Anfrage hervor, über die die Deutsche Presseagentur kürzlich berichtete.

Ursprünglich waren Elche, die zu den Paarhufern zählen, fast in ganz Europa heimisch. In Deutschland galten sie allerdings seit Mitte des 20. Jahrhunderts als ausgerottet. Doch ähnlich wie bei den Wölfen, kommen vermehrt auch Elche zumeist aus Polen über die Oder nach Brandenburg. Etliche zogen weiter in Richtung Westen.

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15 Elche haben sich dauerhaft in Brandenburg angesiedelt

Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF halten sich derzeit bis zu 15 Elche dauerhaft in Brandenburg auf. Dass Besuche von Elchen in den vergangenen Jahren wieder häufiger wurden, bestätigt auch das Ergebnis einer Studie von Forschenden des Geographischen Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin: Demnach gebe es in Deutschland ausreichend Platz und einen geeigneten Lebensraum für Elche und Wisenten.

Damit hätten nach einem Bericht des WWF auch die Expert:innen nicht gerechnet: "Uns hat überrascht, wie viele ökologisch geeignete Lebensräume wir für beide Arten identifizieren konnten", fasste Hendrik Bluhm, Doktorand am Geographischen Institut und Leiter der Studie, die Ergebnisse zusammen.

Gemeinsam mit Partner:innen aus Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich und Schweden hatte das Forschungsteam den bisher größten Datensatz zum Vorkommen von Wisenten und Elchen in Mitteleuropa analysiert und dabei für die Tiere geeignete Regionen ausgemacht.

Wölfe, Elche und Wisente sind zurück in Deutschland

Denn neben Wölfen und Elchen hatte 2017 auch ein Wisentbulle Schlagzeilen gemacht. Das Tier war ebenfalls von Polen kommend nach Brandenburg gelangt, aber nach kurzer Zeit von einem Jäger auf Anweisung des Ordnungsamtes erschossen worden. Der Abschuss des streng geschützten Tieres wurde zwei Jahre später vom Brandenburger Justizministerium für illegal erklärt. Dem Ministerium zufolge halten sich derzeit allerdings keine Wisente dauerhaft in Brandenburg auf.

Wo Elche und Wisente wieder heimisch werden könnten

Der Studie zufolge ist besonders der Nordosten Deutschlands, wie etwa der Schorfheide und die Uckermark sowie die Mecklenburgischen Seenplatten attraktiv für Elche und Wisente. Aber auch in den deutschen Mittelgebirgen wie Harz, Spessart, Thüringer Wald oder Pfälzerwald gibt es weitläufige Gebiete, die für die Tiere in Frage kommen. Wisente und Elche bevorzugen Gegenden, die sich aus Wäldern und offenen Flächen wie etwa Lichtungen, Wiesen und Feuchtgebieten zusammensetzen. Sie sind aber anpassungsfähige Tiere, die sich recht flexibel auf unterschiedliche Umweltbedingungen einstellen können.

Zum Schutz von heimischen Bibern: NRW bekommt neues Straßenschild

Es war die Artenschutz-Sensation: Nachdem er eigentlich seit rund 100 Jahren als ausgerottet gilt, ist der Biber nun seit einigen Jahren zurück in den Gewässern Nordrhein-Westfalens. Während es laut dem Landesbetrieb "Wald und Holz" Nordrhein-Westfalen 2018 nur noch einige hundert Tiere im Bundesland gab, sollen es inzwischen bis zu 2000 sein.

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