Nachhaltigkeit
Bild

Die Blumen in 3D-Optik sollen dafür sorgen, dass Autofahrer instinktiv abbremsen. instagram/spaceandplace_at

Gute Nachricht

Mehr Platz für Fußgänger:
3D-Blumen auf dem Asphalt sollen Autos ausbremsen

Blumen am Straßenrand sind keine Besonderheit. In der Wiener Langmaisgasse blühen jetzt aber auch Blumen auf der Straße. Wie das funktioniert? Es handelt sich nicht um echte Blüten, sondern um solche aus Farbe. Dem "Kurier" zufolge wurden 27 Blüten auf den Asphalt gesprüht. 300 Kilo Spezialfarbe wurden dazu in mehreren Schichten aufgetragen.

Das sieht in erster Linie natürlich hübsch aus. Doch die Initiative Space und Place will damit auch auf die geltenden Verkehrsregeln in der Wohnstraße aufmerksam machen. "Die Idee ist, dass sich Autos einbremsen und dass sich Anrainer trauen, den Straßenraum zu nutzen", sagt Brigitte Vettori von Space and Place dem "Kurier".

Denn in Wohnstraßen wie der Langmaisgasse ist Spielen oder Spazieren auf der Fahrbahn ausdrücklich erwünscht. Autofahrer dagegen dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit zu – oder abfahren, das Durchfahren der Straße ist verboten. Das Problem: Viele Autofahrer wissen das nicht. Der bemalte Asphalt soll das ändern. Denn die Blüten sind in 3D-Optik aufgemalt. Autofahrer sollen dadurch instinktiv abbremsen.

Weitere Straßen in Planung

Die mit Blüten bemalte Langmaisgasse ist übrigens schon die vierte Straße in Wien, die bunt bemalt ist. Auf anderen Wohnstraßen haben sich futuristisch angehauchte Tierchen oder bunte Blasen auf dem Asphalt niedergelassen.

Einfach den Farbeimer nehmen und losmalen funktioniert allerdings nicht, die bunten Straßen müssen erst einmal bürokratische Hürden überwinden. Laut "Kurier" muss der Magistrat solche Projekte zunächst genehmigen, was er aufgrund von Sicherheitsbedenken häufig nicht mache. Damit die Straße bemalt werden kann, muss unter anderem geklärt sein, dass die Farbe rutschfest ist – und wer für potenzielle Unfälle haftet.

In der blumigen Langmaisgasse wären die Blüten auch fast an der vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung gescheitert, die die Initiative Space and Place nicht bezahlten konnte. Doch am Ende sprang der Bezirk ein und zahlte 20.000 Euro für die Blumen. So hat die Straße also doch bunte Farbtupfer bekommen. Und weitere bemalte Straßen sind bereits in Planung.

(ftk)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0

Analyse

Die Deutsche Bahn droht gerade, das nächste große Ding zu verschlafen

Bei der Abfahrt spielt eine Blechbläser-Band die Europahymne, bei der Ankunft gehen die Passagiere über einen roten Teppich: Schon lange hat kein Zug mehr so eine große Euphorie ausgelöst wie der, der in der Nacht zwischen 19. und 20. Januar 2020 von Wien nach Brüssel fährt. Es ist der erste Nachtzug seit 16 Jahren zwischen der österreichischen und der belgischen Hauptstadt. Und es ist ein Zug, der für eine Wiedergeburt stehen soll: die Wiedergeburt der Nachtzüge.

In einem Liege- oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel