Die Anbaufläche von Bio-Lebensmitteln hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt.
Die Anbaufläche von Bio-Lebensmitteln hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Bild: www.imago-images.de / Malte Jäger
Gute Nachricht

Bio boomt: Ökologische Lebensmittel erzielen Rekordumsatz

18.02.2021, 10:4618.02.2021, 10:45

Wegen der Corona-Krise mussten viele Menschen mehr selber kochen – und auf vielen Tischen landeten Bio-Lebensmittel. Die Zahlen sprechen für sich: vergangenes Jahr erzielten die Bio-Produkte einen Rekordumsatz von fast 15 Milliarden Euro, das ist ein Plus von mehr als 20 Prozent. Bio legte damit nach Angaben des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) doppelt so stark zu wie der Lebensmittelmarkt insgesamt.

"Da ist eine andere Wertschätzung entstanden", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch zur Eröffnung der weltgrößten Naturkostmesse Biofach in Nürnberg, die in diesem Jahr allerdings nur virtuell stattfindet. Die Corona-Pandemie habe die Bewegung hin zu mehr Bio verstärkt, sagte Klöckner.

Auf der Biofach und der parallel veranstalteten Naturkosmetikmesse Vivaness zeigen bis Freitag rund 1400 Aussteller aus mehr als 80 Ländern ihre Neuheiten. Trends sind nach Angaben der Veranstalter unter anderem Fleischersatzprodukte, Lebensmittel mit weniger oder gar keinem Zucker, nachhaltige Verpackungskonzepte und Naturkosmetik ohne Wasser.

Großes Vertrauen in Bio-Lebensmittel

Die deutlich gestiegene Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln konnte die Branche dem BÖLW zufolge dadurch bewältigen, dass viele Höfe in den vergangenen Jahren auf Bio umstellten. So bewirtschafteten 2020 in Deutschland mehr als 35.000 Höfe fast 1,7 Millionen Hektar Fläche ökologisch. Die Bio-Fläche stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 Prozent und kommt inzwischen auf rund 10 Prozent aller Landwirtschaftsflächen.

Besonders die Direkt- und Onlinevermarktung wie Hofläden und Bio-Abokisten boomten nach BÖLW-Angaben 2020. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der Ansteckungsgefahr größere Supermärkte lieber mieden und sich stattdessen die Lebensmittel vor die Tür liefern ließen oder direkt beim Bauern kauften.

Eine weitere Erklärung liefert eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts AMM zur Glaubwürdigkeit von Bio. Danach genießen vor allem die Bio-Bauern großes Vertrauen. "Eine immer größere Zahl von Konsumenten sagt, sie beziehen am liebsten direkt vom Erzeuger", sagte Studienleiter Joachim Riedl von der Hochschule Hof. An zweiter Stelle folgten Biofachhandel und danach die Wochenmärkte.

(ftk/dpa)

Helsinki will bei städtischen Veranstaltungen kein Fleisch mehr servieren

Fleisch und Fisch sind ein großer Bestandteil der klassischen finnischen Küche. Nun hat sich die finnische Hauptstadt aber dazu entschlossen, ab dem 1. Januar 2022 bei öffentlichen Veranstaltungen keine Fleischgerichte mehr anzubieten, sondern stattdessen für eine breitere Gemüse- und Ersatzproduktauswahl zu sorgen. Wenn es Fisch geben soll, dann nur aus heimischen Gewässern und nachhaltiger Zucht: Damit setzt die Stadtverwaltung von Helsinki Zeichen für die Umwelt und eine nachhaltigere Esskultur.

Zur Story