Jetzt ist es noch eine Hand voll Stroh, bald kann es zum Champagner unter den Energieträgern werden – zu Wasserstoff.
Jetzt ist es noch eine Hand voll Stroh, bald kann es zum Champagner unter den Energieträgern werden – zu Wasserstoff.Bild: iStockphoto / Sonja Rachbauer
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Forschende entwickeln Methode, um Gras und Stroh in Wasserstoff zu verwandeln

19.12.2021, 12:32

Wasserstoff ist ein wahrer Hoffnungsträger. Der chemische Stoff, der in unserem Universum am häufigsten vorkommt, soll in Zukunft dazu verhelfen, unsere Energienutzung nachhaltiger zu machen. Im Verkehr soll der Wasserstoff in Brennstoffzellen für Kraftfahrzeuge wie Busse, Flugzeuge oder Schiffe als Treibstoff dienen. In der Stahl- oder Zementindustrie soll er sogar die umweltschädlichen fossilen Brennstoffe ersetzen. Ein Forschungsteam am Campus Jülich der FH Aachen hat sich dem Thema angenommen und eine Methode entwickelt, Wasserstoff dezentral zu produzieren: aus Gras und Stroh.

Das bisherige Problem bei Wasserstoff ist, dass sein Transport und die Speicherung des Gases sich durch seinen Aggregatzustand schwierig gestalten. Um das mit einem Kniff zu umgehen, ist die Idee des Forscherteams der FH Aachen, die Transport- und Speicherungsschritte einfach auszulassen. Mit dem auf weiten Flächen und natürlich vorkommenden Rohstoff Gras oder Stroh, soll Wasserstoff gewonnen und vor Ort weiter genutzt werden. Zum Beispiel in der Landwirtschaft: Gras und Stroh werden hier zu Wasserstoff verarbeitet, der umgehend als Treibstoff für Traktoren und andere Geräte oder Fahrzeuge dienen kann.

Mit dem neuen Verfahren wird Wasserstoff erstmals aus organischen Stoffen gewonnen

Mit dem Verfahren der Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Die entstehenden Komponenten werden dann durch Brennstoffzellen in Strom umgewandelt. Dieses Prinzip beschreibt im Grunde die Herstellung von Wasserstoff. Bislang ging es darum, beim Elektrolyse-Prozess erneuerbare Energien anzuwenden, damit der Wasserstoff nachhaltig produziert wird.

Die Gewinnung von Wasserstoff aus organischem Material beim interdisziplinären Projekt "Elektrisch verstärkte mikrobielle Wasserstoffproduktion" (eBioH2) in Aachen ist laut den Studierenden somit vergleichbar mit der angewandten Fermentation bei konventionellen Biogasverfahren.

Damit aber nun kein Biogas aus den organischen Stoffen entsteht, muss das Verfahren noch weiter entwickelt werden. Die Arbeit mit dem Verfahren laufe nach Angaben der Studierenden gegenüber dem online-Magazin Tech and nature bislang schon sehr gut. Nun steht in der kommenden Projektphase die Produktion des Wasserstoffs in größerer Menge an.

(lmk)

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