ARCHIV - 30.01.2021, Kolumbien, Villeta: Klima-Aktivist Francisco Javier Vera. Die Morddrohung gegen den Elfj

Der junge Klimaaktivist Francisco Javier Vera wurde zum Goodwill-Botschafter ernannt. Bild: AP / Fernando Vergara

Mit nur elf Jahren: Kolumbianischer Klimaaktivist wird EU-Goodwill-Botschafter

Der elfjährige kolumbianische Umweltaktivist Francisco Vera ist für seinen Einsatz gegen den Klimawandel zum Goodwill- Botschafter der Europäischen Union ernannt worden. "Wir haben seine Initiativen genau verfolgt. Sie geben Hoffnung in einer Zeit wie dieser, in der wir ein nachhaltiges Wachstum neu aufbauen können", zitierte die kolumbianische Zeitung "El Tiempo" die Botschafterin der EU in Kolumbien, Patricia Llombart. Vera schrieb zu Fotos mit Llombart auf Twitter: "Ich verspreche, mein Bestes zu geben, um unsere Welt zu einer besseren Welt für alle zu machen."

Seine Gruppe "Guardianes por la vida" (zu Deutsch: "Wächter fürs Leben") hat inzwischen mehr als 200 Mitglieder und ein Dutzend Ableger in Kolumbien. Auf Instagram fordern Vera und seine Kollegen unter anderem mehr Aufmerksamkeit für den Klimaschutz.

Im Dezember 2019 sprach Vera sogar im kolumbianischen Kongress. Sein Engagement stößt allerdings nicht nur auf positive Resonanz: Anfang Februar erhielt der Elfjährige eine anonyme Morddrohung via Twitter, nachdem er die kolumbianische Regierung in sozialen Medien dazu aufgefordert hatte, überall im Land den Internetzugang für virtuellen Unterricht während der Corona-Pandemie zu garantieren.

Neben Sorge und Bestürzung löste die Morddrohung in Kolumbien auch eine Welle der Solidarität aus. "Wozu?", antwortete Francisco Javier Vera im kolumbianischen Sender "Caracol TV" auf die Frage, ob er Personenschützer oder gepanzerte Wagen wolle. Er wolle einen grünen Planeten. Staatsanwaltschaft und Polizei des südamerikanischen Landes kündigten Ermittlungen an, Präsident Iván Duque versprach, "die Banditen" hinter der Drohung ausfindig zu machen.

Umweltaktivisten sind in Kolumbien besonders gefährdet. Der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Indepaz zufolge wurden in dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr 310 zivilgesellschaftlich engagierte Anführer und Menschenrechtsverteidiger ermordet.

(sb/dpa)

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