Landwirte in Afrika wie hier in Äthiopien kämpfen schon jetzt gegen die Folgen des Klimawandels.
Landwirte in Afrika wie hier in Äthiopien kämpfen schon jetzt gegen die Folgen des Klimawandels.
Bild: www.imago-images.de / imageBROKER/Edwin Remsberg
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Kampf gegen Hungersnöte: 17-Jährige sagt mit Prognose-System Missernten voraus

27.08.2020, 11:0729.08.2020, 10:34

Nach Angaben des Weltklimarates IPCC bedroht der Klimawandel Afrika am meisten. Die Folgen bekommt der Kontinent bereits zu spüren: Dürren und Überschwemmungen werden häufiger, was sich wiederum auf die Landwirtschaft und folglich auch auf die Gesundheit der Menschen auswirkt. Laut dem UN-Report von 2019 leiden weltweit 690 Millionen Menschen an Hunger, 250 Millionen davon leben in Afrika. An Mangelernährung sterben dort jährlich über 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren.

Helfen könnte die Erfindung einer 17-jährigen Schülerin: Mit einem Prognose-System, das Missernten in Afrika voraussagt, gewann Lillian Kay Peterson im Juli den ersten Platz beim "Regeneron Scienes Talent Search", einem renommierten US-Forschungswettbewerb für Jugendliche. Sie kann anhand von Satellitenbildern die Ernte für die nächsten drei bis sechs Monate erfolgreich prognostizieren. Vereinfacht ausgedrückt funktioniert das wie folgt: Wenn die Pflanzen grüner sind, sind die Ernten gesünder, so die 17-Jährige. Falls eine Missernte ansteht, kann rechtzeitig gegengesteuert werden.

Die Vorhersage mittels Satellitenbilder ist kein neues Verfahren, denn auch die Stanford University und NASA Harvest Initiative arbeiten auf Grundlage dieser Daten. Der Unterschied zu Lillians Erfindung liegt jedoch im Preis – ihr System soll fast kostenlos sein.

Zudem benötigen vergleichbare Modelle Beobachter vor Ort, da es nur wenig Daten darüber gibt, welche Getreidearten wo gepflanzt werden. Durch die Covid-19-Pandemie können diese Beobachter jedoch nicht mehr reisen, weswegen die Frühwarnsysteme blind sind. Lillians System hingegen analysiert die Satellitenbilder anhand bekannter heimischer Erntedaten und wendet diese Daten in den afrikanischen Ländern an. Somit ermöglicht sie es, die Ernte auch während der Pandemie zu prognostizieren.

Corona macht alles noch schlimmer

Aufgrund der Covid-19-Pandemie könnte die Zahl der an Hunger leidenden Menschen bis Ende 2020 um weitere 130 Millionen steigen. Denn durch Ausgangssperren können Felder nicht bestellt und Nahrung nicht geliefert werden. Viele Menschen verlieren durch die Pandemie ihre Arbeit und gleichzeitig steigen die Preise für Nahrungsmittel und Medikamente an.

Lillian Kay Petersons Erfindung kommt also gerade zur richtigen Zeit. Sie möchte Mangelernährung verhindern und somit dazu beitragen, das globale Ziel der UN, eine Welt ohne Hunger bis 2030, zu erreichen. Die Inspiration für ihr Prognose-System waren ihre drei Adoptivgeschwister, welche alle an den Folgen von Mangelernährung leiden.

Diesen Sommer beginnt die 17-Jährige an der Harvard University Mathematik und Molekularbiologie zu studieren. Denn sie sieht in der Gentechnik weitere Möglichkeiten im Kampf gegen Mangelernährung, indem das Getreide resistenter gegenüber Umwelteinflüssen gemacht werden könne.

(jdu)

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