Weil Walfänger in den letzten Jahren kaum aktiv waren, rentiert sich der Industriezweig nicht mehr (Symbolbild).
Weil Walfänger in den letzten Jahren kaum aktiv waren, rentiert sich der Industriezweig nicht mehr (Symbolbild).Bild: iStockphoto / Craig Lambert
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Island will Walfang gänzlich verbieten

11.02.2022, 11:29

Islands Regierung will den kommerziellen Fang von Zwerg- und Finnwalen verbieten. Die Fischereiministerin Svandis Svavarsdottir kündigte in einem Gastkommentar der Zeitung "Morgunbladid" an, dass die Regierung keinen Grund sehe, die bis 2023 geltenden Fangquoten zu verlängern. Es gelte nun, die potenziellen wirtschaftlichen und sozialen Folgen eines solchen Verbots zu prüfen. Erst dann werde ein offizieller Bescheid angekündigt.

Ein Grund für den möglichen Fangstopp ist auch die Tatsache, dass die Walfänger auf Island in den letzten Jahren kaum aktiv gewesen seien, erklärte Svavarsdottir. Laut der links-grünen Politikerin sei der Industriezweig nicht rentabel und dadurch bedeutungslos geworden.

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Im vergangenen Jahr wurde lediglich ein einziges Tier erlegt. Die Fangquote, welche seit 2019 gilt und jährlich 209 Finnwale und 217 Zwergwale "zur Verfügung stellt" bleibt damit kaum angetastet. Die Wal-Jagd, die ohnehin umstritten sei, so Svavarsdottir, schade zudem dem Ansehen Islands.

Island ist im vergangenen Jahrzehnt zu einem beliebten Touristenziel geworden. Erst durch die Corona-Pandemie wurde der Anstieg an Touristinnen und Touristen auf dem Inselstaat wieder stark gebremst. Zuvor war die Insel, auf der gewöhnlich 370.000 Bewohnerinnen und Bewohner leben, noch stark besucht gewesen. Neben der wilden Natur mit Vulkanen, Geysiren, Fjorden und Wasserfällen sorge das Whale-Watching (Beobachtung von Walen) laut der Tourismusorganisation Ice Whale für ein Fünftel der Touristen.

(lmk)

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