Wenn auch die Filterung von Wasser durch "Plastic Fischer" nicht ganz so kleinteilig verläuft wie hier: das Befreien der Ozeane von Plastikmüll ist eine mühselige Angelegenheit.
Wenn auch die Filterung von Wasser durch "Plastic Fischer" nicht ganz so kleinteilig verläuft wie hier: das Befreien der Ozeane von Plastikmüll ist eine mühselige Angelegenheit. Bild: iStockphoto / BrianAJackson
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Deutsches Start-up holt 32 Tonnen Plastikabfall aus verschmutztem Wasser

19.01.2022, 12:08

An die 200 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen in unseren Ozeanen: das schätzen Wissenschaftler nach derzeitigem Forschungsstand. Der WWF gibt an, dass außerdem weitere zwölf Tonnen pro Jahr dazu kommen. Dagegen will nun das deutsche Start-up "Plastic Fischer" vorgehen: Mit ihrem Geschäftskonzept konnten sie bislang 32 Tonnen Plastikabfall aus verschmutzten Gewässern entfernen.

Schwimmende Müllbarrieren sind relevanter Teil des Filtersystems

In der Praxis verwendet das Unternehmen zur Filterung des Wassers sogenannte "Trash Booms". Damit sind schwimmende Müllbarrieren gemeint, die den Plastikmüll auffangen und am Weiterfließen hindern. Bis zu 5.000 Tonnen Müll können nach Angaben des Unternehmens mit den Barrieren täglich aufgehalten werden. Der gestoppte Abfall wird anschließend mit Netzen eingeholt, getrocknet, sortiert und zum Großteil recycelt.

Dabei wird das Plastik bereits aus Flüssen gefischt, damit es nicht ins offene Meer gelangt. Tiere und Ökosysteme sollen damit besser vor dem Müll geschützt werden. Der bislang herausgefischte Müll von 32 Tonnen durch das Start Up entspricht etwa 1,6 Millionen Plastiktüten. Der meiste Abfall wurde in Indien und Indonesien gesammelt.

Ehrgeizige Zukunftspläne: Gesteigerte Sammelmengen und effizienteres Recycling

Neben der Säuberung der Gewässer bietet das Unternehmen außerdem einen Plastik-Fußabdruck-Ausgleich für Firmen an. Dabei handelt es sich um eine Bilanz-Erstellung des Plastikverbrauchs und um einen Maßnahmenplan, um den Verbrauch zu verringern. Ähnlich wird bei einem Ausgleich des sogenannten CO2-Abdrucks verfahren.

Zukünftig sollen auch recyclebare Kunststoffe an Recyclingfirmen verkauft werden und möglicherweise Sammeltechnologien vermietet oder lizensiert werden. Für 2022 plant das Unternehmen, die zehnfache Menge an Müll einzusammeln.

(lmk)

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