A four-member sperm whale family swimming together in clear blue water.  The whales are swimming near the surface, and ripples in the surface of the water are seen above the whales.  Wavy light coming from above the water is seen reflected on the tops of the whales.

Das Überleben der Pottwale ist auch für den Kampf gegen den Klimawandel wichtig. Bild: iStockphoto / CoreyFord

Einsatz von Künstlicher Intelligenz soll Pottwalen das Leben retten

Pottwale sind in allen Ozeanen unserer Welt verbreitet und ein wichtiger Bestandteil dieses Ökosystems. Genauso wie viele andere Walarten sind jedoch auch die Pottwale bedroht – die Meeresbiologin Lisa Steiner schätzt ihre Population auf nur 350.000 bis 450.000 Tiere.

Damit weniger Wale aufgrund von Unfällen mit Schiffen verenden, hat die Forscherin gemeinsam mit Amazon Web Services (AWS) und Capgemini eine Künstliche Intelligenz entwickelt, durch welche die Wanderbewegungen der Tiere besser verstanden werden können. Dadurch wird die Beobachtung und Sicherung der Wale erleichtert.

Pottwale wichtig im Kampf gegen Klimawandel

Das Überleben der Pottwale ist auch für die Umwelt und das Klima von Bedeutung, denn sie bilden Steiner zufolge die Grundlage von fast allen Nahrungsketten im Ozean. Wie "Tech & Nature" berichtet, jagen die Tiere in der Tiefe, koten aber an der Meeresoberfläche. Die Meeresbiologin erklärt: "So machen sie Nährstoffe, wie Ammoniak oder Stickstoff, die sonst nicht so reichlich vorhanden wären, für Plankton und andere kleine Organismen verfügbar."

Plankton wiederum wandelt Kohlendioxid aus der Atmosphäre in Sauerstoff um. Zudem bilden die Körper von toten Pottwalen auf dem Meeresboden eine Nahrungsquelle für bodenlebende Organismen. Und sie speichern CO2 in ihren Muskel- und Fettzellen ab.

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In diesem Video wird die Meeresbiologin bei ihrer Arbeit begleitet. Video: YouTube/Amazon Web Services

Die Schwanzflosse der Wale, die Fluke genannt wird, ist bei jedem Tier einzigartig. Die neu entwickelte Künstliche Intelligenz kann sie den Forschern zufolge mit einer Genauigkeit von 97,5 Prozent den einzelnen Pottwalen zuordnen. Das Erkennen soll noch exakter werden, indem Privatpersonen Bilder von Pottwalen und deren Fluken auf einer dafür eingerichteten Website teilen können. Mit jedem weiteren Bild wächst die Genauigkeit der KI.

"Pottwale werden nicht mehr gejagt, aber sie können durch Öl- und Gasförderung sowie durch den Schiffsverkehr unter Druck geraten. Wenn wir wissen, wo sich diese Tiere aufhalten, können vielleicht Aktivitäten eingeschränkt werden, die Geräusche erzeugen, die sie beim Nahrungserwerb oder bei der Kommunikation mit anderen Mitgliedern ihrer Gruppe stören", sagt die Meeresbiologin.

Mithilfe der KI sollen also Unfälle verhindert werden und auch neue Schutzgebiete könnten für die Wale eingerichtet werden, wenn durch das Wal-Tracking nachgewiesen wird, welche Gebiete für die Tiere besonders wichtig sind.

(sb)

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