Lebensmittel aus Müllcontainern - Ausbeute beim nächtlichen Containern in Berlin
Das Retten von Lebensmitteln, auch "Containern" genannt, sollte nicht bestraft werden, findet Cem Özdemir. Bild: imago images/Sabine Gudath
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Cem Özdemir fordert Straffreiheit für das Retten von Lebensmitteln

04.01.2023, 11:22

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir will das sogenannte "Containern" von Lebensmitteln straffrei stellen. "Wer noch verzehrfähige Lebensmittel aus Abfallbehältern retten will, sollte dafür nicht belangt werden. Ich glaube, wir alle wünschen uns, dass sich unsere Polizei und Gerichte stattdessen um Verbrecherinnen und Verbrecher kümmern", sagte der Grünen-Politiker der "Welt".

In Deutschland landeten viel zu viele Lebensmittel im Müll, beklagte er. Dies seien insgesamt rund elf Millionen Tonnen jährlich – und mehr als die Hälfte in privaten Haushalten. "Es gibt deshalb nicht die eine Lösung, um das Problem der Lebensmittelverschwendung mit einem Schlag zu lösen. Wir müssen pragmatisch schauen, wo wir ansetzen können", sagte er weiter.

Was genau ist "Containern"?

Mit "Containern" ist gemeint, noch genießbare Lebensmittel zum Beispiel aus Supermarkt-Abfallcontainern zu holen. Es kann nach geltender Rechtslage strafbar sein. Häufig wird der Vorwurf des Diebstahls erhoben, wobei jedoch nicht abschließend die Besitzverhältnisse von sich in Abfall-Containern befindlichen Lebensmitteln im Allgemeinen geklärt sind, es wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden.

"Was Sie essen, entscheiden Sie ganz allein – aber nicht jeder, der schlecht isst, will es auch oder ist selbst dran schuld."
Cem Özdemir

Ein großer Kritikpunkt an der Bestrafung von Menschen, die "Containern" gehen, ist vor allem die vermeintliche Profitgier der Händler. Gesunde, gute Lebensmittel werden weggeschmissen, statt sie ärmeren Menschen günstiger zugänglich zu machen. Um das zu ändern, setzt sich Cem Özdemir als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft nicht nur gegen Lebensmittelverschwendung ein. Er möchte auch, dass gesunde Ernährung keine Frage von Geld mehr ist, darum geht es auch bei der Ernährungsstrategie der Bundesregierung.

Gesunde Ernährung für Kinder aus armen Verhältnissen

Cem Özdemir hat die Ernährungsstrategie der Bundesregierung gegen mögliche Kritik verteidigt, Ernährung sei Privatsache. Sein Vorhaben könne natürlich Kritik provozieren, wie er selbst in einem Gastbeitrag für die "Welt" schreibt: "Hat der sie noch alle – was ich esse, das entscheide ich und ich ganz allein". Doch darum gehe es nicht. "Was Sie essen, entscheiden Sie ganz allein – aber nicht jeder, der schlecht isst, will es auch oder ist selbst dran schuld", erklärt er weiter.

Es gehe um "bessere Möglichkeiten für alle", fuhr der Landwirtschaftsminister fort. Vor allem aber gehe es bei der auf Bundesebene formulierten Ernährungsstrategie um die Kinder. "Wir wollen auch da genauer hinschauen, wo unsere Verantwortung für eine gesunde Ernährung am wichtigsten ist", schreibt Özdemir. Bei den Kita- und Schulkindern seien abwechslungsreiche und gesundheitsfördernde Essensangebote nötig.

Werbeverbot für Kalorienbomben

Zudem gehe es um gute und nachhaltige Angebote in Kantinen und Senioreneinrichtungen. Eckpunkte zur Ernährungsstrategie, über die das Bundeskabinett beraten hat, sollen dafür sorgen, dass sich mehr Menschen in Deutschland nachhaltig und gesund ernähren. Özdemir kündigte im "Tagesspiegel" ein Werbeverbot für Zucker- und Kalorienbomben in Kindersendungen an: "Wir arbeiten gerade an einer Vorlage, wie das rechtlich aussehen könnte." Er plant zudem einen verpflichtenden 30-Prozent-Anteil von Bioessen in staatlichen Kantinen.

(sp/dpa/afp)

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