Waldidylle am Rande der chinesischen Mauer.
Waldidylle am Rande der chinesischen Mauer.
Bild: Moment RF / wenbin
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China plant immense Aufforstung der Wälder innerhalb der nächsten fünf Jahre

08.09.2021, 12:46

China ist bekannt für große Dimensionen: Die Größe des Landes allein, eine erhebliche Menge an Großbauten und das größte Schnellbahnnetz der Welt. Seit 1970 im Aufbau und erst seit wenigen Jahren vermehrt bekannt, ist der Bau der sogenannten grünen Mauer – das gewaltigste Aufforstungsprojekt der Welt. Nun setzt China noch ein Ziel obendrauf: Im jährlichen 5-Jahresplan haben die Forstbehörden eine Aufforstung des Landes um 33 Millionen Hektar bis 2025 angekündigt. Diese Fläche entspricht in etwa der des Bundeslandes Baden-Württemberg.

Oberstes Ziel der Forst-Maßnahmen ist der Klimaschutz. Mit dem Anlegen einer Fläche von 33 Millionen Hektar an neuem Grasland und Wäldern möchte China seine Ziele zur CO2-Reduktion erreichen. Diese lauten, dass Chinas Kohlenstoffdioxidemissionen bis 2030 zu senken sind und bis 2060 kohlenstoffneutral zu sein hat. Wälder und Grasland sollen dabei den Kohlenstoffgehalt senken.

Der aktuelle Jahresplan Chinas zum Schutz und zur Entwicklung von Grasland und Wald ist der 14. seiner Art und sieht vor, den Anteil der Wälder auf 24,7 Prozent und den des Graslandes bis 2025 auf 57 Prozent zu steigern. Bereits seit den 70er Jahren, als auch der Bau der grünen Mauer startete, hat China mit der Aufforstung begonnen und damit die weltweit größten angepflanzten Wälder geschaffen.

Neben der Aufforstung ist das Anpflanzen diverser Kulturen relevant

2019 veröffentlichte die Fachzeitschrift "Nature Sustainability" eine Studie, laut der mindestens 25 Prozent des Waldwachstums der 2000er Jahre dem Pflanzen von Bäumen in China zu verdanken ist. Zhang Wei, Leiter der Abteilung für ökologischen Schutz und Wiederherstellung der Nationalen Forst- und Graslandverwaltung (NFGA), äußerte sich bei einer Pressekonferenz zum Jahresplan, dass neben der Aufforstung auch die Qualität der Wälder verbessert werden solle.

Anstatt den Bau von Monokulturen zu fördern, setzt die NFGA darauf, diverse Kulturen zu pflanzen. Außerdem soll Bioenergie aus den Wäldern gewonnen, sowie Baumaterialien wie Stahl und Zement mit Bambus und Holz ersetzt werden. Damit sei es möglich, weitere Emissionen zu reduzieren, so Zhang.

(lmk)

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