Nachhaltigkeit
wind turbines in the Oiz eolic park

Windkraftanlagen liefern sehr unregelmäßig Strom – dieser muss deshalb gespeichert werden. Bild: iStockphoto / Mimadeo

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Vanillin statt Schwermetalle: Forscher entwickeln grüne Akkus

Vanillin ist der Ketchup der Bäckereien. Torten, Kipferln, Plunder, es passt quasi zu allen süßen Backwaren. Der Aromastoff könnte aber auch außerhalb von Backstuben nützlich sein, etwa in Akkus. Forschende der Technischen Universität Graz liefern diesbezüglich zumindest neue, überraschende Erkenntnisse.

Demnach könnte Vanillin als Rohstoff für Redox-Flow-Batterien dienen. Dabei handelt es sich um flüssige Stromspeicher. Die könnten etwa in Solar- oder Windkraftanlagen überschüssige Energie speichern. Immerhin sind die dafür bekannt, ihren Strom unregelmäßig zu liefern. Logisch, sind sie doch wetterabhängig.

Es braucht also Stromspeicher. Eine Idee wären hier Redox-Flow-Batterien, da sie große Energiemengen speichern können, feuerfester als Lithium-Ionen-Akkus sind und sich zudem durch eine lange Lebensdauer auszeichnen.

Leider haben sie auch einen Nachteil: Ihre Elektrolyte, also die Leitflüssigkeit, enthalten Schwermetalle oder seltene Erden, weshalb sie wenig umweltfreundlich und teuer sind.

Ein Team um Stefan Spirk von der TU Graz entwickelte eine Redox-Flow-Batterie, deren Elektrolyt aus Vanillin hergestellt werden kann. Das macht sie weniger schädlich und wesentlich günstiger.

Laut Spirk verwenden sie "milde und grüne" Chemie, um das Vanillin zu veredeln, sodass es als Elektrolyt tauglich ist. Der Prozess erfolgt bei Raumtemperatur und mit gewöhnlichen Haushaltschemikalien. Welche das genau sind, erklären die Forscher nicht. Vanillin sei außerdem in großen Mengen vorhanden, ein weiterer Vorteil. Spirk sagt:

"Einerseits können wir es im Supermarkt kaufen, andererseits aber auch mithilfe einer simplen Reaktion von Lignin abspalten, das wiederum in großen Mengen in der Papierproduktion als Abfall anfällt."

Entsprechend wolle er mit Herstellern von papierbasierten Produkten zusammenarbeiten. Es wäre eine Win-win-Situation. Unternehmen werden ihre Abfälle los, die wiederum in einem grünen Akku für grüne Energieanlagen einen zweiten Frühling erleben, erfrischend.

Jedoch müssen die Batterien auch etwas taugen, sprich es muss sich noch herausstellen, inwieweit sie sich als Energiespeicher eignen. Entsprechend suchen die Forscherinnen und Forscher nach Energieversorgungsunternehmen, die die neuen Akkus in ihre Infrastruktur einbauen möchten. Es braucht also noch Zeit, ist aber dennoch eine positive Entwicklung.

(tkr)

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