Auch Nüsse, Reis oder Essig können in Zukunft im Mehrwegglas gekauft werden.
Auch Nüsse, Reis oder Essig können in Zukunft im Mehrwegglas gekauft werden.
Bild: iStockphoto / Antonio_Diaz
Gute Nachricht

Altes Prinzip, neue Idee: Das gute alte Joghurt-Glas wird zum Öko-Star

30.09.2021, 12:00

Egal, wie sorgsam der Müll getrennt wird – jede Verpackung sorgt für einen gewissen Energieaufwand. Am besten wäre es daher, man könne diese zumindest mehrere Male verwenden, ein Prinzip, das im Recycling bekannt ist. Das Problem ist nur: Viele Produkte gibt es nicht in Mehrwegverpackungen.

Das will das Start-Up "Unverpackt für alle" ändern. Das Unternehmen verkauft unter anderem Gewürze, Nüsse, getrocknetes Obst, Essig, Kaffee, Reis und Honig in Mehrweggläsern, die gegen Pfand wieder im Laden abgegeben werden können und so erneut in den Verpackungs-Kreislauf aufgenommen werden.

Öko-Prinzip Joghurtglas

Glas besteht aus sehr viel umweltfreundlicheren Rohstoffen, als zum Beispiel Plastik oder Konservendosen, nämlich Sand, Kalk und Soda. Werden sie aber nur einmal genutzt, verursacht allein der konventionelle Recyclingvorgang von Marmeladen-, Honig- und Gewürzgurkengläser an sich eine Menge Treibhausgasemissionen.

Deutlich besser soll die Ökobilanz bei Mehrweggläsern sein, die zum Beispiel Joghurtliebhabern schon seit über vierzig Jahren bekannt sind. Nur: Wenn es die Gläser und das Pfandprinzip schon gibt, warum nutzen wir diesen Kreislauf nicht auch für andere Lebensmittel?

Genau diese Frage war der Ausgangspunkt für das Start-Up-Unternehmen, das in Berlin ansässig ist. "Seit den wilden 70ern existiert dieses Mehrwegglas bereits und wurde bisher von Molkereibetrieben für Joghurt genutzt", wirbt das Team auf seiner Website. "Wir haben es zu einem Glas gemacht, dass sehr viel mehr beinhaltet."

Nicht immer günstig, aber fair

Der Inhalt der Gläser ist nicht ganz günstig ( Beispiel: 435 Gramm Jasminreis kosten 4,49€ ), dafür sind die Lebensmittel fair gehandelt und in Bio-Qualität, zum großen Teil handelt es sich um Demeter- und Bioland-Produkte.

Verkauft werden die "Unverpackt für alle"-Produkte in einigen Bio- und Reformläden, aber zum Teil auch in Supermarktketten; eine Liste der Läden stellt die Firma bereit. Zudem können die Lebensmittel im Mehrwegglas online bestellt werden, der Versand erfolgt über einen CO2-neutralen Versanddienstleister.

Das Potenzial des Mehrwegsystems nutzen

Sind die Gläser leer, können sie in den meisten Leergutautomaten eingeschmissen werden, da der Großteil von ihnen Standardmaße hat (15 Cent Pfand). Dieses Leergut wird dann durch bereits bestehende LKW-Touren oder Leerfahrten wieder zurück zur Reinigungsanlage gebracht, um unnötige Fahrten zu vermeiden und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Das alles sind keine neuen Techniken, aber genau im Bewährten liegt in diesem Fall der Clou, glaubt das Start-Up-Team. Sie können mit Kreisläufen arbeiten, die schon lange bestanden: "Wir wollen das Pfand- und Mehrwegsystem in Deutschland in seinem ganzen Potenzial nutzen."

(jd)

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