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Die Fliesen unterscheiden sich in Farbe und Textur. bild: shards

Jedes Stück ein Unikat: Startup macht aus Bauschutt Designerfliesen

Designerfliesen aus Bauschutt: Das ist die Idee von Lea Schückings Startup Shards (auf Deutsch: Scherben). Die Tischlerin und Diplom-Designerin will gemeinsam mit ihrem Team eine echte Kreislaufwirtschaft im Baubereich etablieren. Denn jeden Tag entsteht tonnenweise Bauschutt, der weggeworfen, anstatt wiederverwendet wird. Das soll sich jetzt ändern.

Vielleicht wirkt es zunächst etwas befremdlich, zu wissen, dass die Fliesen im eigenen Bad aus Materialien bestehen, die zuvor auf einer Mülldeponie oder einem Recyclinghof lagen. Doch Schückings Argumente sind absolut einleuchtend: Der Bauschutt sollte nicht weggeworfen werden, wenn daraus voll funktionsfähige und ästhetische Produkte gemacht werden können – und das ohne die Umwelt zu belasten.

Nachhaltige Kunst aus Schutt

Für die Herstellung der Shards-Fliesen müssen keine Rohstoffe abgebaut werden, sie bestehen zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial und sind ohne Zusätze gefertigt. Die Ziegel bestehen aus zwei Rohstoffen: Ziegelsteine aus dem Abbruch von Häusern und altes Fensterglas, das in Form von Scherben anfällt. Laut "Klimareporter" sollen die Fliesen zukünftig auch klimaneutral produziert werden.

Für die Baubranche leistet das Startup aus Kassel wegweisende Arbeit. "Fliesen, die ganz aus Bauschutt bestehen, hat vorher niemand entwickelt", sagt Schücking in einem Video auf der Website. Ein weiterer Pluspunkt: Durch die sich immer wieder verändernden verwenden Rohstoffe ist jedes Stück ein Unikat. Die Farbenpalette reicht von Türkis, über Grün, Braun, bis hin zu Schwarz. Die Textur variiert ebenfalls: Shards produzieren raue und glatte Fliesen.

Für ihre Pionierarbeit im Bereich Urban Mining – das ist die Idee, die Stadt als Rohstofflager zu begreifen und Bauteile und -stoffe zu recyceln – wurden Lea Stücking und ihr Team 2018 mit dem Bundespreis Ecodesign in der Kategorie "Young Talent" ausgezeichnet.

(sb)

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