53,6 Millionen Tonnen Elektromüll kamen 2020 laut dem Global E-Waste Monitor zusammen.
53,6 Millionen Tonnen Elektromüll kamen 2020 laut dem Global E-Waste Monitor zusammen.Bild: The Image Bank RF / Richard Clark
Gute Nachricht

Forscher recyceln seltene Erden aus Elektroschrott

27.04.2021, 10:5627.04.2021, 13:41

Monitore, Telefone, Laptops: Jedes Jahr kommen enorme Mengen an Elektroschrott zusammen. 53,6 Millionen Tonnen waren es 2020 laut dem Global E-Waste Monitor. Darin enthalten sind Seltene Erden wie Scandium und Yttrium, die in vielen Elektrogeräten verbaut werden. Sie sind aber nur eingeschränkt verfügbar und es gibt keine umweltfreundlichen Recyclingmethoden. Daher hat das Projekt REEgain unter der Leitung der IMC Fachhochschule im österreichischen Krems es sich zum Ziel gemacht, diese Seltenen Erden aus Elektronikabfall und Abwässern zu filtern. Laut dem Magazin "Tech & Nature" nutzt das Forschungsteam dazu Bakterien und Algen.

Projektleiter Dominik Schild erklärt, dass die Verwendung von Seltenen Erden in der Elektronik in den vergangenen Jahren exponentiell angestiegen sei. "Aktuelle Recycling-Methoden, die in den meisten Fällen kaum ein Prozent der benötigen Menge ausmachen, sind durch die Verwendung von Chemikalien weder umweltfreundlich noch nachhaltig", so Schild. Ein weiteres Problem sei, dass China praktisch ein Monopol auf Abbau und Handel dieser Metalle habe und daher Versorgung und Preise kontrollieren könne.

Mikroorganismen zum Recycling

Die Forscher des Projekts REEgain nutzen Mikroorganismen, um die seltenen Erden aus deren Umgebung aufzusammeln. Dazu lösen sie den Elektroschrott zuerst auf und fügen im zweiten Schritt die daraus entstehende Flüssigkeit der Fermentation von Bakterien, Pilzen oder Algen zu. Es ist dann möglich, aus dieser Biomasse die Seltenen Erden zurückzugewinnen. Sie können anschließend zur Herstellung neuer Elektrogeräte verwendet werden.

Das Gute daran: Laut den Wissenschaftlern bleibt am Ende nur biologisches, für die Umwelt unbedenkliches Material übrig. Damit sei die Methode deutlich nachhaltiger als bisherige Verfahren. Unklar ist aktuell aber noch, bei welchen Mengen das Verfahren angewendet werden kann. "Momentan arbeiten wir nur mit wenigen Litern Wasser und gewinnen daraus jeweils nur einige Gramm Seltene Erden zurück. Unser Ziel ist es, den Prozess möglichst zu optimieren, um künftig so viel Material zu gewinnen wie möglich", so Schild.

(pas)

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