Strom aus Sonne oder Wind soll die Zukunft sein.
Strom aus Sonne oder Wind soll die Zukunft sein.Bild: iStockphoto / RuudMorijn

Studie: Grüner Strom könnte bis 2050 zur wichtigsten Energiequelle werden

04.12.2021, 12:01

Strom aus Sonne oder Wind könnte einer Studie zufolge bis zum Jahr 2050 zwei Drittel des Energieverbrauchs weltweit decken. Der "rasante technische Fortschritt" bei den erneuerbaren Energien führe zu einer "fundamentalen Umwälzung" der weltweiten Energienutzung, heißt es in einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Demnach sind die erneuerbaren Energien in einem "atemberaubenden Tempo" billiger geworden und eröffnen die Möglichkeit für ein "Zeitalter der Elektrifizierung".

Allein in den vergangenen zehn Jahren seien die Preise für Solarstrom um 85 Prozent gefallen, erklärte Studienautor und PIK-Forscher Gunnar Luderer. Für die Zukunft seien weiter sinkende Kosten zu erwarten."Diese Entwicklung hat das Potenzial, die Energiesysteme grundlegend zu revolutionieren", so Luderer. Computersimulationen zeigen demnach, dass Strom in Verbindung mit einer globalen CO2-Bepreisung bis 2050 zur billigsten Energieform werden und langfristig bis Ende des Jahrhunderts sogar bis zu drei Viertel des gesamten Bedarfs decken kann.

Gründe für den rasanten technologischen Fortschritt

Die Gründe dafür lägen vor allem in den rasanten technologischen Fortschritten bei der Erzeugung von Solar- und Windenergie, aber auch in den Endanwendungen von elektrischer Energie: "Die Kosten pro Kilowattstunde Solar- oder Windstrom sinken stetig, während sich die Batterietechnologie zum Beispiel in Autos mit großer Geschwindigkeit verbessert", erklärte Luderer. Wärmepumpen verbrauchten weniger Energie pro Wärmeeinheit als jede Art von fossil betriebenem Heizkessel und würden nicht nur in Gebäuden, sondern auch bei industriellen Anwendungen immer wettbewerbsfähiger.

Große Fortschritte bei erneuerbaren Energiequellen könnten laut PIK-Studie bald zur weltweiten Energiewende führen.
Große Fortschritte bei erneuerbaren Energiequellen könnten laut PIK-Studie bald zur weltweiten Energiewende führen.Bild: dpa-Zentralbild / Jens Büttner

Mitautorin Silvia Madeddu erklärte außerdem, "man kann mehr Endanwendungen elektrifizieren, als man denkt, und den Energieverbrauch in diesen Fällen im Vergleich zu heute sogar senken." Sie nannte als Beispiel die Stahlproduktion: Das Schmelzen von recyceltem Stahl mit Strom reduziere die gesamte benötigte Prozessenergie und senke die Kohlenstoffintensität pro Tonne produzierten Stahls. Der Studie zufolge kann mehr als die Hälfte des gesamten Energiebedarfs der Industrie bis 2050 elektrifiziert werden.

Weitere Schritte seitens der Politik nötig

Luderer mahnte die Politik zu einer umfassenden Regulierung der fossilen Brennstoffe in allen Sektoren und auf der ganzen Welt. Vor allem eine CO2-Bepreisung könne sicherstellen, dass das Zeitalter der erneuerbaren Elektrizität rechtzeitig komme, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erklärte er.

Die Simulationen der Forscher zeigen den Angaben zufolge, dass sich der Anteil der Elektrizität im Laufe des Jahrhunderts selbst dann verdoppeln würde, wenn der Klimaschutz nicht gestärkt wird. Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, sei jedoch eine entschlossene und globale politische Koordinierung von entscheidender Bedeutung, erklärte Luderer.

(sb/afp)

Kunsthochschule SRH Berlin University of Applied Sciences und Pepsi Max rufen zu Nachhaltigkeits-Wettbewerb auf

Achtlos weggeworfene Kaffeebecher, Plastiktüten oder Bonbonpapiere: Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind nachhaltige Verpackungen essentiell. Zu dem Schluss jedenfalls ist der Konzern PepsiCo gekommen, der seine Getränkeflaschen 100 Tage früher als geplant auf recyceltes PET umgestellt hat. Dass es in puncto nachhaltiger Verpackungen mehr als nur eine Lösung gibt, davon ist die Marke Pepsi Max überzeugt und ruft gemeinsam mit der Kunsthochschule SRH Berlin University of Applied Sciences zu einem Plakat-Wettbewerb auf.

Zur Story