Die Flutkatastrophe hat in Altenahr Schäden unfassbaren Ausmaßes hinterlassen.
Die Flutkatastrophe hat in Altenahr Schäden unfassbaren Ausmaßes hinterlassen.Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Augst / Eibner-Pressefoto
Klimakrise

Teurer Klimawandel: Jährlich gehen mehrere Milliarden drauf

18.07.2022, 13:24

Der Klimawandel ist teuer. Er hat in Deutschland seit 2000 jährlich durchschnittliche Schäden von 6,6 Milliarden Euro verursacht. Insgesamt waren es Kosten von mindestens rund 145 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz beauftragtes Projekt zu den Kosten der Klimawandelfolgen in Deutschland, das am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Tatsächlich liegt die Schadenssumme noch viel höher

Hierbei handelt es sich den Angaben zufolge nur um einen Teil der aufgetretenen Schäden. Die tatsächliche Schadenshöhe liege noch über der genannten Summe. Denn manche Schäden wie etwa der Verlust an Biodiversität ließen sich nicht in Geld umrechnen.

Die zunehmende Trockenheit macht vielen Gegenden in Deutschland zu schaffen.
Die zunehmende Trockenheit macht vielen Gegenden in Deutschland zu schaffen.Bild: picture alliance / ROPI | Antonio Pisacreta

Bei anderen gehe dies zwar theoretisch, aber es gebe dafür derzeit keine geeigneten Datengrundlagen oder Methoden. Ein Großteil der Schäden sei durch Extremwetterereignisse entstanden, für die der Einfluss des voranschreitenden Klimawandels klar belegt sei.

Habeck: Folgen der Klimakrise auf "einem erträglichen Niveau halten"

Die Prognos-Studie beziffert die Schäden durch die Dürre- und Hitzesommer 2018 und 2019 auf 34,9 Milliarden Euro und durch das Extremhochwasser im Juli 2021 auf 40,5 Milliarden Euro. Zusammen mit den Schäden durch vereinzelte weitere Hagel- und Sturmereignisse von rund 5,2 Milliarden Euro ergebe sich ein Gesamtschadensausmaß durch Extremwetterereignisse von mehr als 80 Milliarden Euro.

Robert Habeck plädiert für mehr Klimaschutz.
Robert Habeck plädiert für mehr Klimaschutz.Bild: picture alliance/dpa | Fabian Sommer

Bundesklimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) zog aus den Ergebnissen zwei Schlussfolgerungen: "Erstens, wir müssen die Folgen der Klimakrise weltweit auf einem erträglichen Niveau halten." Das gehe nur mit deutlich mehr Klimaschutz. "Zweitens, brauchen wir eine verlässliche Klimaanpassungsstrategie, die unsere Bevölkerung, unsere Infrastruktur und unsere Wirtschaft vor Hitze, Hochwasser und starken Wetterschwankungen schützt.

(ast / dpa)

EU produziert erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Gas

In der EU ist 2022 erstmals mehr Strom aus Wind und Sonne produziert worden als aus Gas. Laut einer Analyse der Denkfabrik Ember Climate kamen im vergangenen Jahr rund 22 Prozent der Elektrizität in der EU aus Solar- und Windkraft und damit anteilig so viel wie noch nie. 2021 waren es demnach etwa 19 Prozent. Aus Gas stammten hingegen fast 20 Prozent des EU-Strommixes – knapp ein Prozentpunkt weniger als 2021. Insgesamt kamen laut Ember Climate im vergangenen Jahr 623 Terawattstunden (TWh) aus Wind und Sonne.

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