Baustelle des Lehrter Bahnhof im Regierungsviertel in Berlin Mitte, der demnaechst Berlin Hauptbahnhof heissen soll. Glasdach der Bahnhofshalle mit Solarzellen.
Die Solaranlage auf dem Glasdach des Berliner Hauptbahnhofs ist eine von drei Photovoltaikanlagen, die die DB selbst betreibt.Bild: imageBROKER / Rainer F. Steussloff/Intro
Mobilität & Verkehr

Nur drei eigene Solaranlagen: Eine FDP-Anfrage kratzt am grünen Image der Deutschen Bahn

25.10.2021, 19:2725.10.2021, 19:30

Das grüne Image der Deutschen Bahn (DB) bekommt einen Riss: Das ergab eine Anfrage der FDP-Fraktion am Montag, über die das "Redaktions-Netzwerk Deutschland" berichtete. Demnach betreibe die Deutsche Bahn nur auf 14 Bahnhofsdächern Solaranlagen, elf davon würden dabei an andere Unternehmen verpachtet. Lediglich drei der Dächer nutzt die DB zur eigenen Stromproduktion.

Grünes Versprechen nicht eingehalten

Das steht im Gegensatz zum Unternehmensversprechen der DB, die mit ihren eigenen Solarzellen auch auf der unternehmenseigenen Website wirbt: "Unsere Dächer übernehmen bereits heute eine tragende Rolle, denn sie fangen die Kraft der Sonne ein und produzieren mit ihrer Hilfe sauberen Strom. Viele unserer Werkstätten, Bahnhöfe und einige Lagerhallen sind mit Solaranlagen ausgestattet."

Zu den drei Bahnhofsdächern mit eigenen Photovoltaikanlagen gehören die Solaranlage auf dem Glasdach des Berliner Hauptbahnhofs, eine Anlage in Lutherstadt Wittenberg sowie Solarzellen auf dem Bahnhofsgebäude in Horrem in Nordrhein-Westfalen – dem „ersten CO2-freien Bahnhof Europas“.

Im Kontext der momentan diskutierten Solarpflicht für Eigenheimbesitzer ignoriere die DB damit den Ausbau von Solarenergie bei eigenen Immobilien bisher fast vollständig, kritisierte die FDP. "Das ist nicht nur eine vertane Chance, es widerspricht auch dem sorgfältig gepflegten grünen Image der Bahn“, kritisierte Torsten Herbst, Verkehrsexperte der FDP sowie Mitglied des Koalitions-Verhandlungsteams für den Bereich Wirtschaft.

Appell an DB zu gesteigertem Solarausbau

"Der DB-Konzern kann selbst einen weitaus größeren Beitrag zu mehr erneuerbaren Energien leisten, indem er den Bau von Solardächern massiv vorantreibt", forderte Herbst jetzt. Die DB-Konzernteile "DB Station & Service" sowie "DB Energie" prüfen nach Angaben des RND nun, ob weitere Flächen auf Bahnhofsgebäuden oder Bahnanlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien geeignet wären.

Bis 2040 will die "DB Energie" den Schienenverkehr nach eigenen Angaben "mit vielfältigen Projekten rund um den Ausbau von Alternativen Antrieben klimaneutral gestalten". Zudem heißt es vom Konzern, dass bis 2038 der Anteil an erneuerbaren Energien im Bahnstrom-Mix auf 100 Prozent steigen solle. So jedenfalls lautete der bisherige Plan.

(mcm)

Erste Burger-Kette macht's vor: Wer Fleisch will, muss mehr zahlen

Ikea hat es mit seinem Hotdog vorgemacht: Das vegetarische Produkt muss nicht teurer sein als das mit Fleisch. Dafür wurden im Oktober 2022 die Preise von den vegetarischen und veganen Produkten reduziert.

Zur Story