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Miles Carsharing in München: Mehrere Autos nach Beschädigung fahruntauglich

Ein PKW des Carsharing Unternehmen MILES steht am Strassenrand. MILES ist der gr
Die Autos des Carsharing-Anbieters Miles sind aus dem Stadtbild von Berlin, München oder Frankfurt kaum noch wegzudenken.Bild: imago images / horst galluschla
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München: Mehrere Autos von Carsharing-Anbieter Miles beschädigt

14.11.2023, 12:27
Mehr «Nachhaltigkeit»

Der Carsharing-Anbieter Miles erlebt unruhige Zeiten. Vor einigen Wochen wurde publik, dass gegen die beiden Geschäftsführer ermittelt wird. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll die Stadt Berlin um bis zu 30 Millionen Euro Parkgebühren betrogen haben. Besonders pikant: Kurze Zeit vorher hatte der Bund erst die Förderung der Firma angekündigt: Für die Anschaffung von E-Autos soll eine Million Euro fließen.

Fast zeitgleich brannten mehrere Fahrzeuge des Carsharing-Riesen. Vor rund drei Wochen vermeldete der "Tagesspiegel", dass in Berlin mehrere Miles-Fahrzeuge in Flammen aufgingen. Die Tageszeitung schreibt: "Die Polizei vermutet Brandstiftung und eine gezielte Attacke auf das Unternehmen."

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Es waren Negativschlagzeilen, die man bei Miles eigentlich nicht kennt, denn für den Carsharing-Anbieter geht es steil bergauf. "Gründerszene" warf im September einen detaillierten Blick auf die von Miles veröffentlichten Geschäftszahlen, die den Eindruck nähren, dass es die Firma schaffen könnte, profitabel zu werden.

Demnach haben sich im zweiten Corona-Jahr die Erlöse mehr als verdoppelt: Standen zum Ende 2020 noch 22,8 Millionen Euro zu Buche, waren es 2021 mehr als 48 Millionen. Die Taktik, in weiteren Städten an den Start zu gehen und die Flotte zu erweitern, scheint aufzugehen.

In München gehört Miles längst zu den etablierten Anbietern von Carsharing-Autos. Dort kam es nun im Stadtteil Moosach zu Beschädigungen an Fahrzeugen. In der Untermenzinger Straße, der Ohlauer Straße und der Margarete-Steiff-Straße zählte ein watson-Kollege acht mutwillig beschädigte Autos. An allen Fahrzeugen war der vordere rechte Reifen platt.

Die Polizei war vor Ort und brachte Warnhinweise an den Autos an, damit Carsharing-Nutzer:innen nicht unbemerkt dennoch die Autos anmieten und damit losfahren. Das sei üblich, schreibt ein Pressesprecher der Polizei München watson auf Anfrage: "Das Vorgehen mit den Hinweiszetteln ist in München gängige Praxis, um den Fahrzeughalter über die Beschädigung seines Fahrzeugs zu informieren. Dies geschieht bei Sachbeschädigungen und bei Verkehrsunfallfluchten."

Eine Sprecherin von Miles bestätigte gegenüber watson die Sachbeschädigungen. "Ich habe mit meinen Kollegen vor Ort gesprochen. Insgesamt sind 14 Fahrzeuge betroffen", teilte sie in einer E-Mail mit. Ihr Unternehmen habe keine Informationen darüber, ob sich der Vandalismus gezielt gegen Miles richte. "Aktuell würden wir von einem einmaligen Vorfall ausgehen." Sie ergänzt: "Solcher Vandalismus ist in München neu für uns und keineswegs Alltag."

Auch der Polizeisprecher weist darauf hin, dass er keine Erkenntnisse über systematisierten Vandalismus habe: "Wenngleich sich eine Recherche dahingehend als schwierig erweist, ist im Bereich des Polizeipräsidiums München keine Häufung von Beschädigungen von Carsharing-Fahrzeugen auffällig."

Dennoch kann man in München-Moosach von gezielten Beschädigungen sprechen: In den genannten Straßen standen am Sonntag in einem Radius von 500 Metern rund 200 Autos. Beschädigt waren einzig und allein die Fahrzeuge von Miles.

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