Die Studie belegt, dass Deutschland durch erneuerbaren Energien klimaneutral werden kann.
Die Studie belegt, dass Deutschland durch erneuerbaren Energien klimaneutral werden kann. Bild: iStockphoto / instamatics
Nachhaltig

Studie zeigt: Deutschland kann bis 2050 klimaneutral werden

22.10.2020, 16:1522.10.2020, 16:17

Eine Reduktion der Treibhausgase in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent und Klimaneutralität bis 2050 sind machbar und technisch umsetzbar – das zeigt die Studie "Klimaneutrales Deutschland". Prognos, Öko-Institut und das Wuppertal Institut haben in verschiedenen Szenarien untersucht, mit welchen Maßnahmen Deutschland bis zum Jahr 2050 seine Treibhausgasemissionen auf null senken kann. Die Studie, die im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende & Stiftung Klimaneutralität erstellt wurde, stellt einen optimierten Weg zur Erreichung der Ziele dar.

Klimaneutralität in drei Schritten

Der erste Schritt ist laut Studie die Anhebung des deutschen Klimaziels bis 2030 auf 65 Prozent weniger Emissionen im Vergleich zu 1990. Der zweite Schritt ist ein vollständiger Umstieg auf klimaneutrale Technologien, was die Emissionen um 95 Prozent sinken lasse. Der dritte Schritt beinhaltet dann den Ausgleich nicht vermeidbarer Restemissionen durch CO2-Abscheidung und -Lagerung.

Für die Studie wurden Maßnahmen in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Abfall untersucht. Im Hinblick auf die Realisierbarkeit dieser Maßnahmen standen sowohl die Kosten als auch die technische Umsetzbarkeit im Vordergrund. Kreiert wurden robuste Szenarien mit möglichst geringen technologischen und wirtschaftlichen Risiken. Und es zeigt sich: Durch Strom und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien kann Deutschland klimaneutral werden.

Rainer Baake von der Stiftung Klimaneutralität sagte laut Pressemitteilung, Wasserstoff spiele eine wichtige Rolle. Ohne diesen Brennstoff werde Klimaneutralität nicht gelingen. Es sei aber eine sehr teure Technologie: "Der Wasserstoff ist der ganz teure Champagner der Energiewende." Er solle nur dort eingesetzt werden, wo es keine guten Alternativen gebe.

Bei den Szenarien soll nicht auf Verzicht als notwendige Voraussetzung für Klimaneutralität gesetzt werden, lediglich bei der Ernährung wurden aktuelle Trends fortgeschrieben: Ein sinkender Milchkonsum, eine Verschiebung des Fleischkonsums hin zu mehr Geflügel sowie ein leichter Anstieg bei Biolebensmitteln.

Wie soll das Jahr 2050 aussehen?

Verkehr: Mehr öffentlicher Rad- und Fuß-Verkehr. Pkw- und Lkw-Bestand nahezu vollständig elektrifiziert. Gütertransport über Schienen.

Energie: Erneuerbare Energien werden weiter ausgebaut und die Stromerzeugung aus fossilem Erdgas vollständig durch Wasserstoff ersetzt.

Industrie: Weitgehender Umstieg auf erneuerbare Energieträger (Strom, Wasserstoff, biogene Energieträger), innovative Produktionsrouten, sowie Einsatz von CO2-Abscheidung und Speicherung.

Gebäude: Vermehrte Sanierungen. Der Verbrauch für Raumwärme und Warmwasser verringert sich bis 2050 um 36 Prozent gegenüber 2018. Die verbleibende Wärme wird weitestgehend CO2-neutral erzeugt.

Landwirtschaft: Reduktion von Düngemitteln und Tierbeständen, die Ausweitung des Ökolandbaus und die Anpflanzung von weniger stickstoffintensiven Kulturarten

(sb)

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