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Supermarkt: Milch-Studie kommt zu erschreckendem Ergebnis

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht vom 22. Februar 2023: Heumilch hat im Test 2,3 Mal mehr gesunde Omega-3-Fetts
In einer neuen Studie wurde die Milch von verschiedenen Unternehmen untersucht.Bild: dpa-tmn / Christin Klose
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Supermarkt: Studie untersucht Milch – beliebte Marken fallen komplett durch

26.06.2023, 14:06
Mehr «Nachhaltigkeit»

Zu immer mehr Produkten findet sich in den Supermärkten eine große Auswahl an veganen Alternativen. Milch ist dafür ein gutes Beispiel: Ob Sojamilch, Hafermilch oder Reismilch – für nahezu jeden Geschmack dürfte es eine passende Alternative geben.

Um ihre Kuhmilch dennoch loszuwerden, werden Unternehmen immer kreativer. Sie werben mit höchster Qualität, Fütterung mit frischem Gras und viel freier Bewegung.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat diese Werbeversprechen in einer neuen Studie untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis.

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Studie untersucht Omega-3-Gehalt – und damit die Kuhhaltung

In der vom muva Kempten Labor durchgeführten Analyse, die dem "Stern" vorab vorlag, wurde der Omega-3-Fettsäuren-Gehalt von Premium- und Discounter-Milch untersucht.

ARCHIV - 12.09.2022, Hessen, Homberg (Efze): Kühe fressen in einem Milchviehbetrieb. (zu dpa «Branche pocht zum Tag der Milch auf angemessene Preise») Foto: Uwe Zucchi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Ernährung der Kühe hat Auswirkungen auf die Qualität der Milch.Bild: dpa / Uwe Zucchi

Der Wert gibt an, wie die Kühe tatsächlich gefüttert und gehalten wurden, heißt es laut Greenpeace. Je mehr Gras und Heu die Kühe zu Fressen bekommen, desto höher sei auch der Omega-3-Gehalt. Ist der Gehalt hingegen niedrig, lege das einen Schluss nahe, dass die Kühe mit energiereichem Kraftfutter ernährt wurden.

Futter aus Raps, Soja oder Maissilage lässt die Menge der produzierten Milch zwar steigen, wirkt sich allerdings nicht unbedingt positiv auf die Qualität aus.

Premiummarken schneiden schlecht ab

Bei den untersuchten Bio-Milchprodukten von Weidekühen kam ein Omega-3-Fettsäurengehalt von 1,1 bis 1,3 Gramm pro 100 Gramm heraus. Ein deutlich besseres Ergebnis, als die Milch der Premiummarken, die kaum besser abschnitten als die günstigeren Produkte vom Discounter.

Die Milch von Landliebe enthielt 0,7 Gramm Omega-3-Fettsäuren pro 100 Gramm. Bei Bärenmarke und Weihenstephan sieht es noch schlechter aus: Dort sind es nur 0,6 Gramm.

Doch damit nicht genug: Der vom Labor überprüfte Wert soll sich im Sommer und Winter kaum unterschieden haben, bei der H-Alpenmilch von Bärenmarke sogar gleich gewesen sein. Diese Erkenntnis weist darauf hin, dass die Kühe nicht nur über das gesamte Jahr hinweg das gleiche fressen, sondern auch in der Regel im Stall stehen. Denn: Stehen die Kühe auf der Weide sollte der Omega-3-Wert eigentlich steigen.

01.06.2023, Mecklenburg-Vorpommern, Hohen Luckow: Milchkühe im Gut Hohen Luckow Milch GmbH & Co.KG, in diesem Jahr am «Welttag der Milch» Gastgeber für Schüler des Schulzentrums Paul Friedrich Sch ...
Ist der Omega-3-Wert in der Milch niedrig, deutet das darauf hin, dass die Kühe nicht auf der Weide standen.Bild: dpa / Bernd Wüstneck

Der "Stern" hat Landliebe, Bärenmarke und Weihenstephan mit den Ergebnissen der Studie konfrontiert, bisher wollten sie sich zu den Ergebnissen jedoch nicht äußern.

Greenpeace appelliert an Verbraucher

Sollten Verbraucher:innen im Supermarktregal jetzt noch zu solchen Produkten greifen?

Greenpeace hat dazu eine klare Meinung. Besser sollte auf auf Hafer- oder Biomilch umgestiegen werden. Denn bei Bioprodukten könne man sicher sein, dass die Kühe auch auf der Weide stehen, wenn das Wetter es zulässt.

Zudem könne damit eine nachhaltige Landwirtschaft unterstützt werden, sagt Lasse van Akken, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Der Aufpreis, der im Vergleich zu günstigerer Discounter-Milch entstehe, lande bei den Lanwirt:innen. Letztendlich würden Käufer:innen sich damit für mehr Klimaschutz und Tierwohl einsetzen.

Auto-Verkehr in deutschen Großstädten wird immer weniger

Die Verkehrswende ist in Sachen Klimaschutz ein wichtiger Aspekt. Schon lange hören wir, dass es weniger Verbrennermotoren auf den Straßen braucht, ein besseres Angebot an Bus- und Bahnverbindungen, sowie mehr und vor allem sichere Fahrradwege.

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