Titel: JENKE. Das Klima-Experiment;
Ausstrahlungszeitraum bis: 2022-10-02;
Person: Jenke von Wilmsdorff;
Copyright: ProSieben/Lukas Wunschik;
Fotograf: Lukas Wunschik;
Bildredakteur: Laura Stephan;
Da ...
Das Eis schmilzt auch im Jenke-Experiment – denn unsere Zukunft wird heiß. bild: prosieben
TV

Deutschland im Jahr 2050: Jenkes Klima-Experiment zeigt erschreckende Zukunft

04.10.2022, 18:57

Extrem-Reporter Jenke von Wilmsdorff setzt sich intensiv mit den Folgen der Klimakrise auseinander – wie immer, auf seine ganz eigene Art und Weise. "Ich reise ins Jahr 2050, erlebe und dokumentiere die Veränderungen, die wir in Deutschland aufgrund wissenschaftlicher Projektionen zu erwarten haben: noch heißere und trockenere Sommer, Starkregen, Überschwemmungen, Stürme, eine Zunahme an Insekten und der Kampf um Ressourcen, um nur ein paar Veränderungen zu nennen", erklärt der Journalist zu Beginn der TV-Doku.

Im Rahmen des Versuchs schließt sich Jenke fünf Tage in einer "Klimahalle" in seinem Tiny House ein. Tagsüber sind es dort 33 bis 44 Grad Celsius und auch nachts sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius. An einem Tag gesellen sich zu Jenke außerdem 800 Stechmücken. Da Mücken sich exponentiell vermehren bei höheren Temperaturen, rechnen Forschende bereits Mitte des Jahrhunderts mit regelmäßigen Mückenplagen.

"Sieht so die Zukunft aus? Sind wir noch zu retten? Und was kann jeder von uns jetzt dafür tun?" – diese Fragen stellt sich der Reporter während des Experiments. Sein Ziel: "Ich werde in meinem Experiment zeigen, was auf uns zukommt, wenn wir weiter so wenig unternehmen."

Hitze wird im Jahr 2050 nahezu unerträglich

Im Jahr 2050 wird es in Deutschland Berechnungen zufolge durchschnittlich mindestens drei Grad wärmer sein als derzeit. Toralf Staud, Autor vom Buch "Deutschland 2050" hat dabei geholfen, das Klima-Experiment in die Tat um zu setzen. Er sagt: "Hitzewellen sind die stärkste Veränderung, die wir in Deutschland spüren werden." Deshalb gerät Jenke in seinem Tiny House ganz schön ins Schwitzen. Auch nachts kühlt es kaum ab – die Temperaturen bleiben bei über 20 Grad.

"Klimaschutz ist aktiver Gesundheitsschutz. Allein aus egoistischen Gründen sollte man das Klima mit schützen."
Jan Brünsing, Facharzt für innere Medizin

Wie gut Jenke die Hitze verträgt, wird täglich von einem Ärzteteam untersucht. Die Hitze bereitet ihm pochende Kopfschmerzen. Zudem wird simuliert, dass Jenke Allergiker ist. Er trägt dafür zeitweise eine FFP-Maske, die mit Zwiebelsaft eingerieben wurde. Auch Allergien werden in der nahen Zukunft häufiger auftreten. Jan Brünsing, Facharzt für innere Medizin, sagt deshalb: "Klimaschutz ist aktiver Gesundheitsschutz. Allein aus egoistischen Gründen sollte man das Klima mit schützen."

Wasser wird ein knappes Gut

Die Hitze ist für Jenke kaum auszuhalten – vor allem, weil er sich nicht regelmäßig abkühlen kann. Denn am Tag stehen ihm nur 50 Liter Wasser zur Verfügung. Zum Vergleich: Derzeit verbraucht eine einzelne Person in Deutschland im Durchschnitt etwa 127 Liter pro Tag. Doch Wasser werde schon in naher Zukunft zu einem knappen Gut, erklärt Jenke.

"Wir erleben den massiven Siegeszug der erneuerbaren Energien."
Klimaforscher Stefan Rahmstorf

Das TV-Experiment soll zeigen, wie unangenehm die Folgen des Klimawandels für unseren Alltag werden, wenn wir nicht rechtzeitig handeln. Stefan Rahmstorf vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

"Wir erleben den massiven Siegeszug der erneuerbaren Energien", erklärt der Klimaforscher. Außerdem wisse jede:r, worauf es beim Kampf gegen den Umweltkollaps ankommt: Nämlich darauf, dass alle an einem Strang ziehen, indem man weniger Fleisch isst, das Auto mal stehen lässt und nur Flugreisen unternimmt, wenn es nötig ist. Das Fazit der Show: "Der Einzelne hat Einfluss."

Wer Jenke leiden sehen oder sich selbst einen Tritt in den Hintern verpassen will, um endlich nachhaltiger zu leben, kann sich das TV-Spektakel "JENKE. Das Klima-Experiment" derzeit online auf der Prosieben-Website anschauen.

(mit Material der dpa)

Für bessere Luft: Londoner Bürgermeister will dreckige Autos aus der Stadt verbannen

Für Besitzer von Autos mit schlechten Abgaswerten soll das Fahren in ganz London im kommenden Spätsommer teuer werden. Bürgermeister Sadiq Khan will Ende August die bereits in den Innenstadtbezirken geltende Niedrigemissionszone auf alle Teile der britischen Hauptstadt ausweiten und damit dreckige Fahrzeuge so weit wie möglich verbannen. Davon sind Hunderttausende Autofahrer betroffen.

Zur Story