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Oktoberfest: Vegane Weißwurst im Test – das kann die pflanzliche Alternative

Vegane Weißwurst: Den Bayern-Klassiker gibt es – täuschend echt – auch in pflanzlich.
Vegane Weißwurst: Den Bayern-Klassiker gibt es – täuschend echt – auch in pflanzlich. bild: Raging Pig Company
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Oktoberfest-Klassiker: Vegane Weißwurst im Test – das kann die pflanzliche Alternative

22.09.2023, 17:24
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Die vegane Weißwurst dürfte für Lebensmittel-Produzent:innen das sein, was der dreifache Axel im Eiskunstlauf ist: Ein hoch anspruchsvoller Sprung (Wurst), an dem sich schon viele versucht haben, der aber nur den wenigsten gelungen ist.

Mit jener Szene aus dem Film "I, Tonya" vor Augen – in dem Margot Robbie die US-Eiskunstläuferin Tonya Harding spielt, die 1991 den dreifachen Axel gesprungen ist – habe ich mich also an den Küchentisch gesetzt und zu süßem Senf und Brezeln die vegane Weißwurst von The Raging Pig Company getestet.

Das 2021 gegründete Unternehmen The Raging Pig Company setzt auf pflanzliche Alternativen zu Schweinefleisch.
Das 2021 gegründete Unternehmen The Raging Pig Company setzt auf pflanzliche Alternativen zu Schweinefleisch.bild: raging pig company

Vegane Weißwurst: Erbsen und Pilze statt Darm und Speck

Das Foodtech-Start-Up aus Hamburg hat pünktlich zum Oktoberfest eine pflanzliche Weißwurst-Alternative an den Start gebracht. Die Raging Weißwurst kann man schon jetzt bei der Münchener Gastrokette Siggis probieren. In den kommenden Wochen gibt es sie dann auch in ausgewählten Restaurants in Hamburg, Berlin und weiteren Städten. Watson hat vorab ein Päckchen zum Probieren erhalten.

Statt aus Fleisch besteht die Weißwurst der Raging Pig Company aus Erbsen und Pilzen. Produziert wird regional in der Lüneburger Heide. Neben pflanzlichen Bacon- und Bratwurstalternativen ist die Weißwurst das dritte Produkt des 2021 gegründeten Unternehmens, das mit bekannten Marken wie Vincent Vegan, Ottos Burger und Mission Pizza kooperiert.

Aber wie schmeckt sie denn nun, die vegane Weißwurst?

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Erstaunlich ähnlich wie eine "Echte", so viel lässt sich sagen. Der milde, leicht würzige Geschmack, der das bayerische Traditionsgericht auszeichnet, wurde gut getroffen. Ich als Salz-Junkie habe etwas nachgeholfen, wer aber feinere Geschmacksknospen hat, dürfte das nicht brauchen. Auch die Konsistenz hat der Hersteller gut hinbekommen. Rein äußerlich werden wohl nur echte Kenner:innen die pflanzliche von der tierischen unterscheiden können.

Während auch die Zubereitung gleich ist (15 Minuten im heißen Wasserbad), werden die Unterschiede dann spätestens beim Verzehr deutlich. Im Gegensatz zur konventionellen Weißwurst zuzelt man die von The Raging Pig Company nämlich nicht. Das heißt, sie wird nicht aus der Pelle gesaugt, sondern einfach abgebissen/abgeschnitten.

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An Weißwurst scheiden sich traditionell die Geister.Bild: imago images/Panthermedia

Was bei der Raging Weißwurst jedoch definitiv fehlt: ein Päckchen süßer Senf. Der ist essenzieller Bestandteil jeder Weißwurst-Mahlzeit und dürfte bei den meisten Menschen nicht vorrätig sein. Auch ich musste süßen Senf extra kaufen. Allerdings: Sollte die Weißwurst auch in den Einzelhandel kommen, denkt der Hersteller ja vielleicht noch einmal darüber nach.

Gegenüber watson betont Co-Gründer Arne Ewerbeck die Wichtigkeit, die pflanzliche Fleischalternativen im Kampf gegen die Klimakrise haben. "Unser aktuelles Lebensmittelsystem ist einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen weltweit und hat einen gravierenden Einfluss etwa in Hinblick auf Landnutzung, Ressourcenverwendung, Wasserverschmutzung und vieles, vieles mehr", sagt er. Gleichzeitig könne jeder und jede täglich entscheiden, "was auf dem Teller landet" und somit direkten Einfluss nehmen hin zu einer nachhaltigeren und ressourcenschonenderen Lebensmittelproduktion.

Vegane Weißwurst: Gründer erklärt Herausforderungen bei Produktion

Ewerbeck bestätigt, dass die Weißwurst besonders anspruchsvoll in der Herstellung war. Neben Geschmack und Konsistenz sei nämlich auch die Zubereitung im Wasserbad einzigartig. "Diese verschiedenen Aspekte in einer pflanzlichen Variante umzusetzen, waren bei der Entwicklung die größten Herausforderungen", sagt er.

Um vegane Produkte "fleischig" zu machen, brauche es verschiedene Dinge. "Zum einen natürlich ein authentisches Aussehen sowie Textur und Bissgefühl, aber natürlich auch der Geschmack und Geruch", sagt Ewerbeck. Mit den passenden Zutaten und Produktionsverfahren lasse sich das aber bewerkstelligen.

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