In Spanien lassen sich zahlreiche historische Höhlenmalereien bewundern. Am bekanntesten ist wohl die Höhle von Altamira im Norden Spaniens, in der 1868 die rund 14.000 Jahre alten Bildnisse entdeckt wurde.
Seit der Schließung der Höhle zum Schutz der Malereien 1979, müssen sich Besucher:innen mit einer originalgetreuen Nachbildung begnügen. Doch wer tatsächlich echte Bilder unserer Vorfahren bewundern will, hat dazu auch in zahlreichen anderen Teilen Spaniens die Chance, wo die kostbaren Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich sind.
In Andalusien könnte das Fehlverhalten eines Mannes jetzt dafür sorgen, dass weitere Höhlen unzugänglich gemacht werden. Der Übeltäter soll Höhlenmalereien beschädigt haben, um bessere Fotos auf Social Media präsentieren zu können.
Die spanische Guardia Civil ermittelt gegen einen Mann, der historische Höhlenmalereien beschädigt haben soll, wie "CNN" berichtet. Der 39-Jährige soll die jahrtausendealten Bildnisse mit Wasser übergossen haben, um sie besser fotografieren zu können.
Die Malereien, die sich in Höhlen der Bergkette Sierra Sur de Jaén in Andalusien befinden, unterliegen laut des Berichts einem besonderen gesetzlichen Schutz. Gegen den Mann wird daher wegen des Verbrechens gegen das historische Erbe ermittelt.
Der Naturschutzdienst der Guardia Civil ist dem Fotografen auf die Schliche gekommen, da er Bilder von seinem Höhlentrip auf Facebook hochgeladen hatte. Zudem war eine Beschädigung der Malereien aufgefallen, deshalb leitete die Einheit eine Untersuchung ein.
"Die Fotografien zeigen, dass Wasser auf die Höhlenmalereien gegossen wurde, um sie zu befeuchten und ein schärferes Bild zu erhalten", teilte die Behörde mit.
Die Höhlenmalereien seien auf Kalkstein gemalt, der wasserlösliche Salze enthalte. Wenn Wasser auf die Malereien gegossen wird, lösen sich diese Salze der Mitteilung zufolge auf und kommen an die Oberfläche. Nach das Wasser verdunstet, hinterlässt das eine Kruste, die laut der Guardia Civil "irreparable Schäden" an den Malereien verursachen kann.
Die Behörde, die für den Schutz des historischen Erbes verantwortlich ist, rief dazu auf, jeglichen Schaden oder Vandalismus an Höhlenmalereien zu melden.
Dass Menschen historische Kunstwerke und Bauten beschädigen, ist bei weitem kein Einzelfall. Im vergangenen Sommer sorgte ein Tourist in Rom für Aufsehen, der sich und seine Freundin im Kolosseum verewigen wollte.
Der Mann ritzte kurzerhand "Ivan + Hayley 23", die Vornamen des Paares und die Jahreszahl in die Steinmauer. Später entschuldigte er sich und behauptete, er habe nicht gewusst, dass das Gebäude so alt sei.