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Lampedusa: Mitten im Chaos – Soldat kümmert sich rührend um kleines Mädchen

13.09.2023, Italien, Lampedusa: Migranten stehen in einem Aufnahmezentrum für Migranten. Der Stadtrat der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa hat angesichts Tausender neu angekommener Bootsmigrant ...
Auf Lampedusa herrscht wegen der hohen Anzahl an Geflüchteten Ausnahmezustand.Bild: AP / Valeria Ferraro
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Mitten im Lampedusa-Chaos: Soldat kümmert sich rührend um kleines Mädchen

14.09.2023, 15:3514.09.2023, 15:36
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Auf der italienischen Insel Lampedusa herrscht absoluter Ausnahmezustand, die Hilfsstrukturen stehen kurz vor dem Kollaps. In den vergangenen Tagen sind Tausende flüchtende Menschen über das Mittelmeer in Booten angekommen.

Über 7000 Menschen sind so in weniger als 48 Stunden auf die Insel gekommen. Eine Zahl, die noch nie in so kurzer Zeit erreicht wurde, wie Matteo Villa, Ispi-Forscher und Co-Direktor des Ispi Data Lab, am Donnerstag auf X berichtete: "5.018 Ankünfte an einem einzigen Tag. Das ist die vierthöchste Zahl aller Zeiten. Der höchste, jemals zuvor in Italien verzeichnete Wert: 5.504."

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Auf der Insel herrscht angesichts der Flüchtlingswelle völlige Verzweiflung. Der Bürgermeister bittet um dringende und sofortige Hilfe. Am Donnerstag wurde deshalb offiziell der Notstand ausgerufen.

Auf Social Media kursieren Videos von Tausenden Menschen, die zusammengepfercht auf viel zu kleinem Raum warten müssen. Es herrscht Unruhe, einige versuchen, aus den Strukturen zu fliehen. Auf anderen Aufnahmen ist zu sehen, wie Menschen um Essen bitten. Auch Kinder befinden sich darunter. Kinder, deren Leben völlig auf den Kopf gestellt wurde.

Doch dort, wo völliges Chaos und Verzweiflung herrscht, gibt es offenbar auch Menschlichkeit. Trotz all der Überforderung. Ein Carabiniere – also ein Mitglied der Gendarmerie Italiens – zeigt seine weiche Seite und trifft damit auf Social Media mitten ins Herz.

Lampedusa: Carabiniere kümmert sich um Mädchen und bewahrt Ruhe

Die italienische Videoplattform "Local Team" hat zahlreiche Videos aus dem Flüchtlingshotspot Lampedusa veröffentlicht, die den Ernst der Lage auf der italienischen Insel zeigen. Auf den meisten sind verzweifelte Menschen zu sehen, die auf Lampedusa versuchen, an Essen zu kommen oder aus der Struktur auszubrechen. Klar zu erkennen, ist darauf auch die massive Überforderung der Helfenden und Behörden.

Ein Video aber zeigt, dass es Menschen gibt, die Ruhe bewahren und selbst in stressigen Situationen ihre Menschlichkeit nicht verlieren. Darauf zu sehen: Ein Carabiniere, der ein kleines Mädchen – offenbar eine der Geflüchteten – auf dem Arm hält. Während um ihn herum Trubel und lautes Hin und Her herrscht, wirkt er wie ein Ruhepol.

In der Szene guckt das Mädchen ihn an, während er das Treiben der Menschen um sich herum auf sich wirken lässt. Dann sieht auch er das Kleinkind in seinem Arm an, lächelt sanft. Schließlich stupst er mit seinem Finger die Nase des Kindes an. Als eine Frau – offensichtlich die Mutter des Mädchens – kommt, zeigt er auf diese und übergibt ihr die Kleine.

Dann trennen sich die Wege der sich eigentlich fremden Menschen.

Lampedusa: Menschen sind gerührt von Szene in Video, andere sind besorgt

"Local Team" hat die Aufnahmen nicht nur auf der eigenen Webseite, sondern auch auf X gepostet. Dort zeigen sich zahlreiche User:innen gerührt von dem freundlichen Carabiniere. "Danke", schrieben viele von ihnen. Ein User kommentiert: "Diese Bilder öffnen das Herz. Hut ab vor diesem Carabiniere!"

Das Video zeigt nicht nur die rührende Szene, sondern auch Aufnahmen von der Ausnahmesituation, die auf Lampedusa herrscht. Diese löst offenbar Ängste in der Bevölkerung aus. Das zeigt sich klar auch in den Kommentaren unter dem Video, wo zahlreiche User:innen ihre Sorge äußern, der Masse an Menschen nicht gewachsen zu sein.

Bafög war 2021 laut Verwaltungsgericht verfassungswidrig niedrig
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Das Bafög für Studierende im Jahr 2021 ist aus Sicht des Berliner Verwaltungsgerichts verfassungswidrig niedrig gewesen. 427 Euro seien zur Deckung des Grundbedarfs zu wenig gewesen, weil die Summe unter dem Bürgergeldminimum von 446 gelegen habe, hieß es am Dienstag. Auch seien 325 Euro nicht ausreichend für den Unterkunftsbedarf gewesen, weil die Mehrheit der Studierenden mehr Miete habe bezahlen müssen.

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