HANDOUT - 12.12.2022, USA, Livermore: In diesem Bild aus dem Jahr 2012, das vom Lawrence Livermore National Laboratory zur Verfügung gestellt wurde, überprüft ein Techniker eine Optik in der Trägerstr ...
Bei der Kernfusion droht kein nuklearer Unfall wie bei der Kernspaltung.Bild: Lawrence Livermore National Labo / Damien Jemison
Top-News kompakt

US-Forschende schaffen Durchbruch bei Kernfusion

Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.
13.12.2022, 16:23
Folgen

US-Forschende schaffen Durchbruch bei Kernfusion

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den USA ist ein historischer Durchbruch auf dem Feld der Kernfusion gelungen. Erstmals wurde beim Verschmelzen von Atomkernen mehr Energie gewonnen als verbraucht, wie US-Energieministerin Jennifer Granholm am Dienstag in Washington verkündete.

Bis zu einer industriellen und rentablen Nutzung der Kernfusion sei es aber immer noch ein "sehr weiter Weg", dämpft Érik Lefebvre, Projektleiter bei der französischen Atomenergiebehörde die Erwartungen und rechnet mit weiteren 20 bis 30 Jahren Forschung und Entwicklung.

21.08.2008, USA, Livermore: Diese Illustration zeigt ein NIF-Target-Pellet in einer Hohlraumkapsel mit Laserstrahlen, die durch Öffnungen an beiden Enden eintreten. Die Strahlen komprimieren und erhit ...
Laserstrahlen komprimieren und erhitzen Wasserstoff-Atomkerne auf die Bedingungen, die für die Kernfusion erforderlich sind.Bild: Lawrence Livermore National Labo / --

Kernfusion in großem Maßstab könnte die Energieerzeugung weltweit entscheidend verändern. Anders als bei der Kernspaltung in Atomkraftwerken besteht bei der Fusion keine Gefahr eines nuklearen Unfalls. "Wenn ein paar Laser fehlen und nicht im richtigen Moment gezündet werden, oder wenn der Einschluss des Plasmas durch das Magnetfeld nicht perfekt ist, wird die Reaktion einfach gestoppt", sagt Lefebvre.

Acht Jahre Haft für Cum-Ex-Schlüsselfigur Hanno Berger

Das Bonner Landgericht hat den Architekten der Cum-Ex-Aktiendeals, Hanno Berger, zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Der 72-Jährige sei wegen Steuerhinterziehung in drei Fällen schuldig, entschied das Gericht am Dienstag (Aktenzeichen 62 KLs 2/20). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das mögliche Höchstmaß lag bei 15 Jahren, die Anklage hatte neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte Fehlverhalten ihres Mandanten eingeräumt, dessen Ausmaß aber deutlich geringer gewesen sei als von der Staatsanwaltschaft dargestellt. Die Straftaten erstreckten sich über den Zeitraum 2007 bis 2011.

Berger ist der bekannteste Protagonist des Geschäftsmodells, das der Bundesgerichtshof im Jahr 2021 als Straftat gewertet hat. Er beriet Banken, Fonds und Investoren bei der Konstruktion der Geschäfte und warb über sein Netzwerk vermögende Kunden ein. Dafür kassierte er Millionen. Früher war er Beamter in der hessischen Steuerverwaltung, später wechselte er die Seiten und stellte den Finanzakteuren profunde Kenntnisse des Steuerrechts zur Verfügung.

Hanno Berger im Gerichtssaal bei der Urteilsverkündung.
Hanno Berger im Gerichtssaal bei der Urteilsverkündung.Bild: dpa / Oliver Berg

Ermittlungen gegen "Letzte Generation": Razzia bei Klimaaktivisten

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt wegen Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung gegen Mitglieder der Gruppe "Letzte Generation". Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin am Dienstag dem "Tagesspiegel". Demnach seien Durchsuchungen in mehreren Bundesländern durchgeführt worden.

Letzte Generation blockiert Straße am Hauptbahnhof in München Drei Aktivist*innen der Letzten Generation blockierten am Nachmittag des 9.12.2022 in München eine Straße gegenüber des Hauptbahnhofs, um  ...
Die "Letzte Generation" macht mit zahlreichen Aktionen auf den Klimawandel aufmerksam und fordert ein Einschreiten der Politik.Bild: IMAGO/aal.photo / imago images

Wie der Twitter-Kanal der Klima-Bewegung am Dienstag mitteilte, habe es insgesamt elf Hausdurchsuchungen gegeben. "Elektronische Geräte, wie Laptops und Handys, wurden konfisziert, außerdem Plakate", schrieb der Kanal dazu.

Konkret geht es bei den Ermittlungen um Aktionen der "Letzten Generation" gegen die Raffinerie PCK Schwedt und Mineralölverbundleitung GmbH. Den elf Personen wird deshalb unter anderem auch "Störung öffentlicher Betriebe" vorgeworfen.

EU-Korruptionsskandal: EU-Parlament setzt Vizepräsidentin Kaili ab

Das Plenum des EU-Parlaments hat sich dafür ausgesprochen, die unter Korruptionsverdacht stehende Eva Kaili als Vizepräsidentin abzusetzen. Dieser Vorschlag sei von der sogenannten Konferenz der Präsidenten getroffen worden, teilte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Dienstag mit.

In this photo provided by the European Parliament, Greek politician and European Parliament Vice-President Eva Kaili speaks during the European Book Prize award ceremony in Brussels, Dec. 7, 2022. The ...
Eva Kaili steht unter Korruptions-Verdacht.Bild: European Parliament

Kaili selbst ließ über ihren Anwalt am Dienstag ihre Unschuld beteuern. "Ihre Position ist, dass sie unschuldig ist. Sie hat nichts mit Geldflüssen aus Katar zu tun, überhaupt nichts", sagte Michalis Dimitrakopoulos dem griechischen Fernsehsender Open. Zu Details dürfe er sich nicht äußern. Auch habe er kein Bild davon, ob Gelder gefunden worden seien und wenn ja, welche Summen. Dimitrakopoulos wies jedoch griechische Medienberichte zurück, wonach unter der Kinderwiege der kleinen Tochter von Kaili 160.000 Euro gefunden worden seien.

Nach WM-Debakel: DFB beruft prominent besetzten Expertenrat

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat nach dem WM-Debakel der Nationalmannschaft und dem Abgang von Geschäftsführer Oliver Bierhoff ein prominent besetztes Expertengremium berufen. Die Beratergruppe, der Karl-Heinz Rummenigge, Matthias Sammer, Oliver Mintzlaff, Oliver Kahn und Rudi Völler angehören, sollen den Verband bei der Bewältigung der Krise unterstützen. Das gab Neuendorf am Dienstag in Frankfurt/Main bekannt.

Das Gremium soll dafür sorgen, dass sich der DFB und die Nationalmannschaft um Bundestrainer Hansi Flick mit Blick auf die EM 2024 in Deutschland aus dem Tief befreien. Schon in der Vergangenheit hatte der DFB nach sportlichen Misserfolgen oder Trainer-Rücktritten ähnliche Expertenrunden installiert.

Auch die Suche eines Bierhoff-Nachfolgers steht auf der Agenda. Der DFB hatte sich als Folge des erneuten Scheiterns der Nationalmannschaft in der WM-Vorrunde nach 18 Jahren von Bierhoff getrennt. Flick dagegen bleibt im Amt. Der Coach soll es bei der Heim-EM besser als in Katar machen.

Bosnien erhält EU-Beitrittskandidatenstatus

Die Europaminister der EU-Mitgliedsstaaten haben sich darauf geeinigt, Bosnien-Herzegowina den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu gewähren. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Diplomatenkreisen erfuhr, soll die Entscheidung beim EU-Gipfel am Donnerstag offiziell bestätigt werden. Die EU-Kommission hatte den Kandidatenstatus für das Balkanland im Oktober empfohlen, dieser ist an Reformen bei Justiz und Verwaltung geknüpft.

Attentäter von Halle nimmt Geiseln in Haftanstalt

Im Hochsicherheitsgefängnis in Burg nahe Magdeburg hat der rechtsextreme Halle-Attentäter zwei Bedienstete als Geiseln genommen. Der 30-Jährige wurde am Montagabend nach weniger als einer Stunde überwältigt. Das Justizministerium bestätigte entsprechende Angaben aus Sicherheitskreisen. Demnach hatte der Gefangene gegen 21 Uhr zeitweise zwei Bedienstete in seine Gewalt gebracht. Der Täter wurde durch weitere Justizvollzugsbedienstete im Innenbereich des Gefängnisses überwältigt, wie es hieß.

Der Täter wurde verletzt. Die Bediensteten sind den Angaben zufolge körperlich nicht verletzt, werden aber betreut. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar. Dazu gehört, wie genau der Gefangene die Bediensteten in seine Gewalt bringen konnte. Die Geiselnahme sorgte für einen Großeinsatz der Polizei. Im Gefängnis laufen die Ermittlungen durch das Landeskriminalamt.

21.07.2020, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Der angeklagte Stephan Balliet (M) wird von Justizbeamten zu Prozessbeginn in den Gerichtssaal im Landgericht geführt. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Attentäte ...
Halle-Attentäter Stephan B. hatte am Dienstag zeitweise zwei Justizbeamte in seiner Gewalt. Bild: AFP/POOL / Ronny Hartmann

Der Halle-Attentäter Stephan Balliet war am 21. Dezember 2020 zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er sitzt seine Strafe im Gefängnis in Burg ab. Es ist das größte und modernste Hochsicherheitsgefängnis Sachsen-Anhalts. Balliet gilt als unkooperativer und schwieriger Häftling.

Der rechtsextreme Attentäter hatte am 9. Oktober 2019 versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Er warf Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Zugangstür. Als es ihm nicht gelang, aufs Gelände zu kommen, ermordete er vor der Synagoge eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20-Jährigen. Auf der Flucht verletzte er weitere Menschen.

Neue Details über Reichsbürgerpläne bekannt

07.12.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Bei einer Razzia gegen sogenannte «Reichsbürger» führen vermummte Polizisten, nach der Durchsuchung eines Hauses Heinrich XIII Prinz Reuß (2.v.r.) zu einem Polizeif ...
Die Polizei führte eine Razzia im Reichsbürger-Mileu durch. Unter den Festgenommenen: Heinrich XIII Prinz Reuß.Bild: dpa / Boris Roessler

Die vergangene Woche ausgehobene Reichsbürger-Gruppierung hatte offensichtlich noch deutlich mehr Mitwisser als bislang bekannt. Mitglieder des Rechtsausschusses des Bundestags berichteten am Montag nach einer Sondersitzung in Berlin, die Ermittler hätten eine dreistellige Zahl sogenannter "Verschwiegenheitserklärungen" mit Unterschrift von Menschen gefunden, die von der Gruppe angesprochen worden seien. Nach Angaben der Abgeordneten hatten die mutmaßlichen Verschwörer geplant, bundesweit 286 "Heimatschutzkompanien" zu bilden. Diese hätten nach Auskunft eines Vertreters der Bundesanwaltschaft im Falle eines Umsturzes Menschen "festnehmen und exekutieren" sollen, sagte Ausschussmitglied Clara Bünger (Linke). In Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg habe es dafür bereits konkrete Vorbereitungen gegeben.

Das BKA beschlagnahmt Kisten mit Material und Computer.
Das BKA beschlagnahmt Kisten mit Material und Computer.Bild: www.imago-images.de / imago images

Laut einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov glauben 53 Prozent der deutschen Bevölkerung, dass von Reichsbürgern eine ernste Gefahr für die Demokratie und ihre Repräsentanten ausgeht. 31 Prozent der Befragten sehen eine solche Gefahr nicht. Im Westen wird die Gefahr den Angaben zufolge etwas größer eingeschätzt (56 Prozent) als im Osten Deutschlands. Im Osten glauben nur 44 Prozent der Menschen, dass Reichsbürger eine ernste Gefahr darstellen.

"Morgenmagazin" fällt wegen Streik aus

Am Dienstagmorgen dürfte bei Zuschauenden der ARD und des ZDF Verwunderung geherrscht haben, denn es gab nicht das übliche Programm zu sehen. Eine aktuelle Ausgabe des "Morgenmagazin" musste am Dienstag entfallen. In der ARD liefen stattdessen ältere Zusammenfassungen. "Aufgrund eines Streiks sendet das 'Morgenmagazin' nicht live – Sie sehen eine voraufgezeichnete Sendung", ist am unteren Bildrand zu lesen. Und auch beim ZDF gibt es kurzfristige Abänderungen. Hier lief am Dienstagfrüh plötzlich die Dokumentation "Balkan-Style. Durch Europas wilden Südosten".

Modrić oder Messi? WM-Halbfinale beginnt

Die beiden Altstars Lionel Messi aus Argentinien und Kroatiens Luka Modric kämpfen mit ihren Nationalmannschaften ab 20 MEZ um das erste Ticket für das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Es ist das wohl letzte WM-Turnier der beiden Anführer. Während Modric schon bei der letzten WM in Russland mit Kroatien im Finale stand, schaffte es Argentinien vor acht Jahren zum bislang letzten Mal ins Endspiel.

Lützerath: Polizei räumt erste Barrikaden ++ "Klimaterroristen" ist "Unwort des Jahres"
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Kurz vor der ab Mittwoch erwarteten Räumung des Dorfes Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier hat sich die Stimmung spürbar aufgeheizt. Die Polizei räumte am Dienstag auf dem Zufahrtsgelände Barrikaden weg, was die Klimaaktivisten empörte. Über Lautsprecher appellierte die Polizei: "Greifen Sie die Polizei-Einsatzkräfte nicht an! Wenn Sie die Polizei angreifen, können Sie sich strafbar machen!"

Zur Story