Bayern-Trainer Hansi Flick (l.) muss am Samstag womöglich auf Torjäger Robert Lewandowski verzichten.
Bayern-Trainer Hansi Flick (l.) muss am Samstag womöglich auf Torjäger Robert Lewandowski verzichten.
Bild: sampics / imago images
Analyse

FC Bayern: Lewandowski fällt vier Wochen aus – für Trainer Hansi Flick gibt es nur eine Lösung

31.03.2021, 12:25

Für den FC Bayern wurden die schlimmsten Befürchtungen wahr. Weltfußballer Robert Lewandowski hat sich im WM-Qualifikationsspiel der polnischen Nationalmannschaft am Sonntagabend gegen Andorra (3:0) eine Bänderdehnung im rechten Knie zugezogen. Wie der Verein mitteilte, wird der 32-Jährige rund vier Wochen ausfallen.

Der polnische Fußballverband machte am Montag zunächst noch Hoffnung auf eine schnelle Genesung und teilte mit, die Heilung bei solchen Verletzungen dauere für gewöhnlich "fünf bis zehn Tage". Nun verpasst Lewandowski nicht nur das Spitzenspiel bei Verfolger RB Leipzig steigt am Samstag (18.30 Uhr), sondern auch beide Spiele gegen Paris Saint-Germain im Viertelfinale der Champions League. Sollten die Bayern ins Halbfinale einziehen, könnte er womöglich zum Hinspiel am 28. April wieder dabei sein.

Ob der Dauerknipser, der schon 35 Mal in dieser Saison getroffen hat und den legendären 40-Tore-Rekord von Gerd Müller knacken wollte, diese historische Marke nun noch durchbricht, ist mehr als fraglich.

Doch Trainer Hansi Flick hat eine Option, die den Ausfall zumindest teilweise verschmerzen lassen würde.

Gnabry übernimmt gleiche Rolle wie beim DFB unter Jogi Löw

In den ersten beiden Länderspielen dieses Jahres hat Bayern-Angreifer Serge Gnabry eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er auch als zentraler Stürmer glänzen kann. Beim 3:0-Erfolg über Island bereitete er das erste Tor mustergültig vor und traf noch den Pfosten. Beim 1:0-Sieg über Rumänien erzielte er außerdem aus perfekter Stürmerposition den goldenen Treffer. Wenn die DFB-Elf in beiden Partien torgefährlich wurde, hatte Gnabry fast immer seine Füße im Spiel.

Bayern-Coach Hansi Flick könnte mit dem 25-Jährigen im Sturmzentrum, Thomas Müller dahinter und auf den Außenbahnen mit dem formstarken Leroy Sané und Kingsley Coman beginnen. Die Münchner wären somit sogar noch variabler als mit Robert Lewandowski. Die vier Offensivkräfte können ihre Positionen fast ebenbürtig ersetzten, viel rotieren und somit für Verwirrung in der Leipziger Defensive sorgen – zumal das Quartett durch die Einsätze beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft bereits gut eingespielt ist und die Stars die Stärken und Laufwege der jeweils anderen kennen.

Serge Gnabry (l.) glänzt im DFB-Team als Mittelstürmer.
Serge Gnabry (l.) glänzt im DFB-Team als Mittelstürmer.
Bild: www.imago-images.de / ActionPictures

"Bayern wird auch ohne Lewandowski eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz kriegen", betonte auch RB-Sportdirektor Markus Krösche gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Gnabry, Sané, Coman: Zusätzliche Schnelligkeit von der Bank?

Gegen die körperlich starken Leipziger Verteidiger wie Orban, Upamecano oder Konaté könnte Flick auch auf den eigentlichen Back-Up des Polen, Eric-Maxim Choupo-Moting setzen. Mit seiner Körpergröße von 1,91 Meter wäre er die ideale Anspielstation, um den Ball für die nachrückenden Offensivstars zu sichern. Nach den anstrengenden Länderspielreisen für Coman, Sané und Gnabry könnte einer der drei von der Bank kommen und im Laufe des Spiels zusätzlich für Tempo im Angriffsspiel sorgen.

Flick vertraute Choupo-Moting bisher jedoch nur dreimal von Beginn an als Lewandowski-Ersatz in der Mittelstürmerposition. Zu überzeugen wusste er dabei nicht. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass der 31-Jährige ausgerechnet im Top-Spiel von Beginn an ran darf.

Choupo-Moting wird zwar in den kommenden Wochen zu mehr Einsatzzeiten kommen, doch in den wichtigen Spielen wird er sich weiterhin auf der Bank wiederfinden.

Zudem zeigt sich Gnabry aktuell in absoluter Top-Verfassung. In den vergangenen vier Bundesliga-Spielen erzielte er vier Tore und bereite ein Tor vor.

Große Chance für Jamal Musiala

Doch die frei gewordene Position im Angriff, könnte Hansi Flick auch Thomas Müller als Stürmer aufbieten. Hinter dem 31-Jährigen könnte dann Youngstar Jamal Musiala seine Qualitäten als offensiver Mittelfeldspieler unter Beweis stellen. In dieser Saison kam der 18-Jährige bereits in 19 Bundesliga-Partien zum Einsatz und erzielte drei Tore. Erst kürzlich feierte er zudem sein Debüt im DFB-Team.

Natürlich sorgt Lewandowskis Fehlen für eine Lücke in der Offensive, doch Müller (zehn Saisontore), Gnabry (neun), Sané (vier Tore, neun Vorlagen) und Coman (drei Tore, zehn Vorlagen) haben genug Offensivpotenzial, um den Ausfall abzufangen.

(lgr/mit Material von dpa)

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