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DFB-Star nach überstandener Corona-Infektion: "Geht um das eigene Leben"

Matthias Ginter, Joshua Kimmich und Florian Wirtz. GES/ Fussball/ Training der deutschen Fussball-Nationalmannschaft in Hamburg, 07.10.2021 Football / Soccer: Training session of the German national t ...
Matthias Ginter (von links), Joshua Kimmich und Florian Wirtz im Dress der Nationalmannschaft.Bild: GES-Sportfoto / Markus Gilliar
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DFB-Star über Corona-Erkrankung: Hatte überlegt "ob ich nicht doch ins Krankenhaus gehen sollte"

28.12.2021, 09:53
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Als Matthias Ginter nach knapp einer Stunde beim Bundesliga-Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen ausgewechselt werden musste, ahnten alle Beteiligten nichts Böses. Der Nationalspieler war zweimal geimpft und hatte bis dahin außer einem leichten Schnupfen keinerlei gesundheitliche Beschwerden gehabt. Doch wenige Stunden später stand fest: Ginter hatte sich mit Corona infiziert.

Das war Ende August dieses Jahres. Jetzt, Ende Dezember, hat Ginter erstmals ausführlich über seinen Kampf mit dem Virus gesprochen. "Es ging einfach nichts mehr", sagte der 27-Jährige im Interview mit dem "kicker". "In der ersten Nacht schlief ich kaum. Ich war fiebrig, konnte keine Ruhe finden, obwohl ich schlapp war. Es war ein ganz komisches Gefühl. Bei der kleinsten Aktion merkte ich, dass ich sehr kaputt war. Die paar Meter vom Bett bis zum Bad schafften mich so sehr, dass ich mich danach ein paar Minuten erholen musste. Es war wirklich sehr, sehr heftig", erzählt der Fußballer.

Die ersten Spiele nach Corona waren die schwersten

Nach zwölf körperlich und psychisch belastenden Tagen in Quarantäne, die Ginter abgeschottet von seiner Familie im Untergeschoss seines Hauses verbrachte, kämpfte sich der Nationalspieler mühsam wieder zurück. "Doch die ersten beiden Spiele nach der Erkrankung waren völlig anders als vor oder ohne Corona", berichtet Ginter.

"Da wird von Überwachung oder Zwang gesprochen, dabei geht es um das eigene Leben und das anderer, um Solidarität in der Gesellschaft"
Matthias Ginter hat kein Verständnis für Impfverweigerer

Der Verteidiger ist froh darüber, dass er zum Zeitpunkt der Infektion schon zweimal geimpft war. Er ist der festen Überzeugung, dass ihn die Impfung vor einem noch schwereren Verlauf geschützt hat. "Es war sowieso schon sehr grenzwertig. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wäre ich nicht geimpft gewesen".

Für Corona-Leugner und Menschen, die die Impfung grundsätzlich verweigern, hat Ginter deshalb kein Verständnis. "Es ist ein bisschen unwirklich, weil es genügend Belege und Argumente gibt, die beweisen, dass die Impfung hilft und es gefährlich ist, ohne Vakzin das Virus zu bekommen, gerade für ältere Mitmenschen. Ich weiß nicht, wie man diese negative Haltung zur Impfung ändern kann. Da wird von Überwachung oder Zwang gesprochen, dabei geht es um das eigene Leben und das anderer, um Solidarität in der Gesellschaft."

Ginter hofft, dass Kimmichs Umentscheidung auch manche Impfskeptiker überzeugt

Einzig die Impfung führe raus aus der Pandemie, betont der Nationalspieler, der darum eine allgemeine Impfpflicht für alle über 18-Jährigen für sinnvoll hält. Er hofft, dass die Impfkampagnen des DFB und die Entscheidung seines Nationalmannschaftskollegen Joshua Kimmich, sich nach anfänglichem Bedenken und überstandener Infektion doch gegen Corona impfen zu lassen, einige der noch Ungeimpften umstimmen werden. "Aber wir dürfen die Ungeimpften nicht verurteilen, dass sie sich nicht mehr getrauen, sich impfen zu lassen, weil sie fürchten, gefragt zu werden, warum sie es so spät tun. Man muss sie zur Impfung ermutigen."

(nik)

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