Bayerische Jubeltraube: Na, wo versteckt er sich, der beste Dribbler der Bundesliga? Kleiner Tipp: Er trägt die Nummer 19 auf dem Trikot.
Bayerische Jubeltraube: Na, wo versteckt er sich, der beste Dribbler der Bundesliga? Kleiner Tipp: Er trägt die Nummer 19 auf dem Trikot.
Bild: imago images/ULMER Pressebildagentur

Beste Dribbler der Bundesliga: Defensivspieler der Bayern an der Spitze

03.06.2020, 17:23

Die Welt schaut auf die Bundesliga. Als bisher einzig relevanter Fußballwettbewerb der Welt hat das deutsche Oberhaus nach der Corona-Pause unter strengen Hygieneregeln bereits den Spielbetrieb wieder aufgenommen.

Das CIES Football Observatory hat den Neustart zum Anlass genommen, einige Statistiken der Bundesliga genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Zentrum für Sportstudien hat dazu Zahlen und Daten des Sportdatenanbieters Opta in acht Kategorien ausgewertet: Dribblings, Torwartparaden, Grätschen, Abgefangene Bälle, Pässe, Schussvorlagen, Schüsse und Kopfballduelle.

Das Dribbling-Ranking der Bundesliga: Bayern-Star Alphonso Davies obenauf

Dabei kamen einige überraschende Fakten zu Tage. Zum Beispiel in puncto Dribbling-Statistik. Hier steht nämlich nicht, wie man vielleicht erwarten würde, der Name von Tempodribblern wie Serge Gnabry, Jadon Sancho oder Kingsley Coman ganz oben an der Spitze, sondern der eines ein Abwehrspielers.

Was sind das CIES und das CIES Football Observatory?
Das Centre International d'Étude du Sport (CIES) ist ein unabhängiges Studienzentrum mit Sitz in Neuchâtel, Schweiz. Es wurde 1995 als Stiftung von der Fifa, der Universität Neuchâtel, der Stadt und dem Staat Neuenburg gegründet.

Das Football Observatory des CIES ist auf die statistische Analyse des Fußballs spezialisiert. Es wurde 2005 von Dr. Raffaele Poli und Dr. Loïc Ravenel gegründet.

Laut CIES hat Bayern Münchens Linksverteidiger Alphonso Davies in dieser Spielzeit bereits 72-mal seinen Gegenspieler ausgedribbelt, was einer Erfolgsquote von 64,3 Prozent entspricht. In Sachen Erfolgsquote führt in diesem Ranking ebenfalls ein Bayern-Star: Der Drittplatzierte Thiago (69 erfolgreiche Dribblings) kommt auf 85,2 Prozent.

Übung macht den Meister: Alphonso Davies trainiert, Gegenspieler wie Fahnenstangen und Hütchen zu umkurven.
Übung macht den Meister: Alphonso Davies trainiert, Gegenspieler wie Fahnenstangen und Hütchen zu umkurven.
Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Rang zwei im Dribbel-Ranking belegt Filip Kostic von Eintracht Frankfurt (71 erfolgreiche Dribblings/59,3 Prozent Erfolgsquote). Auch die BVB-Stars Achraf Hakimi (65/59,6) und Jadon Sancho (63/53,4) haben es in die Top Ten geschafft. Hakimi ist Vierter, Sancho Sechster.

Die Top Ten im Überblick:

  1. Alphonso Davies (FC Bayern) – 72 Dribblings (64,3 Prozent)
  2. Filip Kostic (Eintracht Frankfurt) – 71 Dribblings (59,3 Prozent)
  3. Thiago (FC Bayern) – 69 Dribblings (85,2 Prozent)
  4. Achraf Hakimi (BVB) – 65 Dribblings (59,6 Prozent)
  5. Kai Pröger (SC Paderborn) – 63 Dribblings (54,8 Prozent)
  6. Jadon Sancho (BVB) – 63 Dribblings (53,4 Prozent)
  7. Amine Harit (FC Schalke) – 60 Dribblings (65,9 Prozent)
  8. Marcus Thuram (Mönchengladbach) – 60 Dribblings (60 Prozent)
  9. Moussa Diaby (Bayer Leverkusen) – 58 Dribblings (67,4 Prozent)
  10. Suat Serdar (FC Schalke) – 53 Dribblings (64,6 Prozent)

Die oben erwähnten Flügelflitzer des FC Bayern, Kingsley Coman (47/59,5) und Serge Gnabry (46/56,1), stehen auf den Rängen 16 beziehungsweise 19.

Erstaunlich: Bis zum Jahr 2018 kickte Kai Pröger (r.) für gewöhnlich noch in den Regionalligen dieses Landes. Jetzt ist er einer der dribbelfreudigsten Spieler der Bundesliga. Da hat sogar Alphonso Davies seine Probleme.
Erstaunlich: Bis zum Jahr 2018 kickte Kai Pröger (r.) für gewöhnlich noch in den Regionalligen dieses Landes. Jetzt ist er einer der dribbelfreudigsten Spieler der Bundesliga. Da hat sogar Alphonso Davies seine Probleme.
Bild: www.imago-images.de / Bernd Feil/M.i.S.

Die Torwart-Statistik: Alexander Nübel wehrt prozentual mehr Schüsse ab als Manuel Neuer

Ebenfalls interessant: Die Torwart-Statistik, die Paraden und den prozentualen Anteil abgewehrter Torschüsse zählt. Auf Platz eins steht hier Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach. Der Schweizer hat bereits 105 Paraden gezeigt, seine Quote von abgewehrten Torschüssen liegt bei 76,1 Prozent. Die beste Quote in der Top Ten.

Yann Sommer feierte mit dem FC Basel von 2011 bis 2014 viermal hintereinander die Schweizer Meisterschaft. Seit der Saison 2014/15 steht er bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag...
Yann Sommer feierte mit dem FC Basel von 2011 bis 2014 viermal hintereinander die Schweizer Meisterschaft. Seit der Saison 2014/15 steht er bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag...
Bild: www.imago-images.de / Anke Waelischmiller/SVEN SIMON

Auf den Rängen zwei und drei im Paraden-Ranking folgen Union Berlins Rafal Gikiewicz (94 Paraden/66,7 Prozent abgewehrte Torschüsse) und Werder Bremens Jiri Pavlenka (87/62,6).

  1. Yann Sommer (Mönchengladbach) – 105 Paraden (76,1 Prozent)
  2. Rafal Gikiewicz (Union Berlin) – 94 Paraden (66,7 Prozent)
  3. Jiri Pavlenka (Werder Bremen) – 87 Paraden (62,6 Prozent)
  4. Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen) – 86 Paraden (70,5 Prozent)
  5. Rune Jarstein (Hertha BSC) – 85 Paraden (67,5 Prozent)
  6. Oliver Baumann (Hoffenheim) – 80 Paraden (64 Prozent)
  7. Robin Zentner (FSV Mainz) – 79 Paraden (65,3 Prozent)
  8. Tomas Koubek (FC Augsburg) – 73 Paraden (60,3 Prozent)
  9. Timo Horn (1. FC Köln) – 72 Paraden (59 Prozent)
  10. Alexander Schwolow (SC Freiburg) – 71 (72,4 Prozent)

Und wo stehen Borussia Dortmunds Roman Bürki, Bayern-Kapitän Manuel Neuer sowie sein baldiger Herausforderer Alexander Nübel?

BVB-Keeper Bürki liegt mit nur 44 Paraden und einer Quote von 56,4 Prozent abgewehrten Torschüssen auf dem 19. Rang. Nur einer der Torhüter, die regelmäßig zum Einsatz kommen*, hat im Ranking eine schlechtere Quote als der Schweizer: Zack Steffen von Fortuna Düsseldorf, der in der Hinrunde gesetzt war und seit der Rückrunde verletzt fehlt, hat bei 64 Paraden in 17 Spielen eine Quote von 52,9 Prozent. Steffen steht damit auf Platz 14, knapp hinter Neuer (13) und vor dessen künftigem Keeper-Kollegen Alexander Nübel (15).

Durfte gegen Werder Bremen mal wieder ran: Alexander Nübel vom FC Schalke 04.
Durfte gegen Werder Bremen mal wieder ran: Alexander Nübel vom FC Schalke 04.
Bild: imago images / SVEN SIMON/ Anke Waelischmiller

Neuer konnte 69,4 Prozent aller Torschüsse abwehren, gleichbedeutend mit 68 Paraden. Nübel hat fünf Paraden weniger als sein baldiger Konkurrent beim FC Bayern, aber: der Schalker schlägt ihn bei der Torschuss-Abwehrquote um 0,6 Prozent.

*Hinweis: Torhüter wie beispielsweise Stefanos Kapino von Werder Bremen oder Freiburgs Niclas Thiede haben wir mal außen vor gelassen. Kapino hat zwar eine Abwehrquote von 80 Prozent, aber nur ein Spiel gespielt. Thiede spielte nur 68 Minuten und konnte in dieser kurzen Zeit bloß 2,9 Prozent aller Torschüsse abwehren.

Und was gibt es sonst noch für interessante Bundesliga-Statistiken?

Einer von 1967 Pässen: Sven Bender spielt ab.
Einer von 1967 Pässen: Sven Bender spielt ab.
Bild: Maik Hölter/team2sportphoto / imago images
  • Der Spieler mit den meisten erfolgreichsten Tacklings ist Kingsley Ehizibue vom 1. FC Köln, während Omar Mascarell (Schalke 04) und Jamilu Collins (SC Paderborn) mit jeweils 62 Interceptions die meisten Bälle abgefangen haben.
  • Sven Bender von Bayer Leverkusen führt bei der Anzahl an gespielten Pässen mit 1967 vor dem Bayern-Trio Joshua Kimmich (1923 Pässe), David Alaba (1791) und Benjamin Pavard (1732). Die präzisesten Bälle spielt Dortmunds Axel Witsel mit einer enormen Passquote von 94,2 Prozent (1335 Pässe).
  • Relativ weit oben stehen im Pass-Ranking auch die Torhüter Manuel Neuer und Yann Sommer mit 926 beziehungsweise 900 gespielten Pässen in der laufenden Saison.
  • Was das Auflegen von Schüssen angeht, führen Christopher Nkunku und Thomas Müller. Leipzigs Nkunku bereitete bereits 72 Torschüsse vor, was laut Statistiken in 18,1 Prozent der Fälle zum Erfolg führte. Bayern-Star Müller kommt bei 69 Torschussvorlagen auf eine Quote von 24,6 Prozent. Nur Jadon Sancho ist prozentual erfolgreicher: 28,6 Prozent der 56 Schüsse, die der Engländer für seine BVB-Kollegen auflegte, landeten im Netz.
  • An der Spitze der Torschuss-Statistik steht wenig überraschend das Top-Duo der Torjägerliste: Bayerns Robert Lewandowski (119 Schüsse aufs Tor/29 Tore) und Leipzigs Nationalspieler Timo Werner (105/25).
  • Und auch die Kopfballduell-Statistik wollen wir euch nicht vorenthalten. Union Berlins schwedischer Mittelstürmer Sebastian Andersson hat in dieser Saison bereits 210 Luftduelle gewonnen. Mehr als doppelt so viele wie der Zweitplatzierte Wout Weghorst (102) vom VfL Wolfsburg. Der erstaunliche Score von Andersson hängt mit dem Spielstil der Eisernen aus Köpenick zusammen: Der Aufsteiger setzt gerne auf lange, hohe Bälle und hat entsprechend acht Feldspieler im 32-Mann-Kader, die mindestens 1,89 Meter groß sind.
Lange Kerls: Union hat mit Spielern wie Neven Subotic, Marvin Friedrich und Sebastian Andersson (v.l.n.r.) oft die Lufthoheit.
Lange Kerls: Union hat mit Spielern wie Neven Subotic, Marvin Friedrich und Sebastian Andersson (v.l.n.r.) oft die Lufthoheit.
Bild: www.imago-images.de / Matthias Koch

Alle Zahlen, Daten und Fakten, die das CIES Football Observatory zusammengetragen hat, könnt ihr hier einsehen. In die Statistik sind alle Spiele der Bundesliga-Saison 2019/20 bis einschließlich 28. Mai 2020 eingeflossen.

(as)

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"30.000 Zuschauer als Sitzschalen verkleidet" – so wurde das El Plastico gefeiert

RB Leipzig gegen TSG Hoffenheim. Der Tabellenvierte gegen den Tabellenachten. An einem Montagabend. Die überhaupt erst siebte Begegnung dieser beiden Teams lockte immerhin noch um die 33.000 Zuschauer in die Leipziger Arena.

Während die Zuschauer im Stadion ein von Taktik geprägtes 1:1 zu sehen bekamen, bestachen die Fans der anderen Vereine mit Schadenfreude über das als "El Plastico" verschriene Duell.

Und weil wir Schadenfreude lieben, wollen wir euch diese natürlich nicht vorenthalten.

(bn)

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