Der FC Bayern hat sich in diesem Sommer von zahlreichen Profis getrennt. Langjährige Leistungsträger wie Thomas Müller oder Kingsley Coman haben sich verabschiedet, durchwachsen agierende Stars wie Leroy Sané oder Mathys Tel sind gegangen und Talente wie Paul Wanner oder Adam Aznou wurden verkauft.
Nimmt man die ganzen Leihen dazu, kommen die Münchener in dieser Transferperiode bereits auf 16 Abgänge. Demgegenüber stehen aber gerade einmal drei externe Zugänge: Luis Díaz, Jonathan Tah und Tom Bischof. Aus dem eigenen Nachwuchs sind zudem Jonah Kusi-Asare und Lennart Karl aufgerückt.
Bis zum Schließen des Transferfensters am 1. September dürfte noch mindestens ein weiterer Name auf der Zugangsseite dazu kommen, denn Nicolas Jackson soll unmittelbar vor einem Wechsel zu den Bayern stehen.
Englische sowie deutsche Medien berichten übereinstimmend, dass sich der FCB mit dem FC Chelsea auf eine einjährige Leihe verständigt haben soll.
Die Bayern überweisen demnach 15 Millionen Euro als Gebühr nach London, übernehmen das volle Gehalt des Senegalesen und sichern sich zudem eine Kaufoption. Diese liege bei 65 Millionen Euro.
Jackson soll noch am Samstag mit seinem Berater nach München fliegen, steht seinem neuen Klub im Abendspiel gegen Augsburg dann aber noch nicht zur Verfügung. Stattdessen werde er den Großteil des Medizinchecks am Sonntag absolvieren.
Das dürften die Münchener für den Moment verkraften können, soll Jackson doch als Backup für Harry Kane sowie zur Aufstockung der zuletzt eher dünn besetzten Offensive dienen. Der Senegalse kann schließlich auch über die Flügel kommen. Gegen den FCA gibt es für Trainer Vincent Kompany aber noch keinen Grund für eine große Rotation.
Über ein interessantes Detail bei dem Deal berichtet unterdessen der englische Transferjournalist Ben Jacobs. Demnach forderte Chelsea eingangs nur knapp 11,5 Millionen Euro an Leihgebühr, Bayern habe freiwillig auf 15 Millionen Euro erhöht.
Was zunächst absurd klingt, hat einen simplen Grund: Die Londoner wollten ursprünglich eine Kaufpflicht inkludieren, der FCB aber wollte den Blues diese quasi abkaufen.
Die Taktik ist aufgegangen, denn aus der Pflicht ist eine Option geworden. Diese hat es mit 65 Millionen Euro zwar immer noch in sich, schwebt künftig aber nicht wie ein Damoklesschwert über seinen Leistungen. Und: Eine Option kann man verstreichen lassen, anschließend auch frei über eine geringere Ablöse verhandeln.
Ob Jackson in München so weit überzeugt, dass die Bayern-Bosse überhaupt eine feste Verpflichtung in Betracht ziehen, bleibt indes abzuwarten. England-Experte und TV-Kommentator Uli Hebel fasste auf X jüngst die wichtigsten Punkte zum Stürmer zusammen:
In zwei Jahren für die Blues hat Jackson 30 Tore in 81 Spielen erzielt, zwölf weitere Treffer hat er vorbereitet. Dennoch haftet ihm aus dieser Zeit auch der Ruf als Chancentod an.