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Union Berlin: Empörung um Robin Knoche – Manuel Gräfe zieht krassen Vergleich

DFL, 1. Fussball Bundesliga, Nachholspiel vom 18. Spieltag, 1. FSV Mainz 05 - 1. FC Union Berlin, Mainz, 07.02.2024 Ludovic Ajorque 1. FSV Mainz 05 17, Sturm wird im F
Die Szene des Spiels: Unions Robin Knoche tritt dem Mainzer Ludovic Ajorque ins Gesicht.Bild: IMAGO images / Beautiful Sports
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Union Berlin: Empörung um Robin Knoche – Schiri-Legende zieht krassen Vergleich

08.02.2024, 11:03
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Das Nachholspiel zwischen Mainz 05 und Union Berlin war für beide Seiten ein enorm wichtiges Duell. Mit einem Sieg hätten die Rheinhessen den Rückstand auf Platz 16 auf drei Zähler verkürzen können, die Köpenicker wiederum hätten ihren Vorsprung auf den Relegationsrang auf fünf Punkte ausbauen können.

Am Ende klappte es für beide Mannschaften nicht mit dem erhofften Dreier, das 1:1-Unentschieden hilft den Gästen aber gewiss eher weiter. "Sicherlich wäre ein Sieg noch schöner gewesen, aber den Punkt nehmen wir auch sehr gerne mit", ordnete Torschütze Robin Gosens nach Schlusspfiff ein.

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Union hat somit schließlich den Sechs-Punkte-Vorsprung auf Mainz gewahrt und liegt zudem drei Zähler vor dem 1. FC Köln. Allzu viel wurde nach der Partie aber nicht über die Tabellenkonstellation gesprochen, stattdessen ging es vor allem um eine Szene aus der zehnten Minute.

Union Berlin: Knoche tritt Mainz-Stürmer Ajorque ins Gesicht

Bei einem Getümmel im Anschluss an eine Mainzer Ecke traf Union-Verteidiger Robin Knoche den 05-Stürmer Ludovic Ajorque mit dem ausgestreckten Fuß im Gesicht. Der Franzose sank direkt zu Boden, blutete im Gesicht.

07.02.2024, MEWA Arena, Mainz, GER, 1.FBL, 1.FSV Mainz 05 vs 1.FC Union Berlin , DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. im Bild Ludovic Ajorque Mainz wi ...
Nach dem Treffer im Gesicht blutete Ludovic Ajorque und musste behandelt werden.Bild: IMAGO images / eu-images

Während die beiden Köpenicker Profis Rani Khedira und Janik Haberer auf Ajorque zustürmten und ihn wild gestikulierend offenbar der Simulation bezichtigten, forderten die Mainzer vergeblich einen Elfmeter. Trotz des klaren Treffers im Gesicht blieb die Pfeife von Schiedsrichter Martin Petersen stumm. Auch sein Video-Assistent Pascal Müller schaltete sich nicht ein.

"Wenn das kein Elfmeter ist, dann weiß ich es nicht", fehlten dem Mainzer Trainer Jan Siewert nach Schlusspfiff am Mikrofon von Dazn die Worte. Umso mehr fand Winterneuzugang Nadiem Amiri diese: "Für was haben wir denn den Video-Beweis? Das war doch ganz klar Elfmeter. Er trifft Ajorque ganz klar im Gesicht, ich glaube, seine Nase ist gebrochen."

Torschütze Jonathan Burkardt berichtete indes von einem Austausch mit dem Unparteiischen. Dieser habe ihm auf dem Feld mitgeteilt, "dass der Union-Spieler den Ball wegschießt und dann unglücklich 'Ludo' am Gesicht trifft". Als der 23-Jährige die Szene dann aber selbst noch einmal sah, war er sichtlich geschockt.

"Wahnsinn, so deutlich hätte ich das im Leben nicht erwartet, das ist ja unglaublich. Das tut wirklich weh. Ich weiß gar nicht, warum es da nicht noch Elfmeter gab, was da die Argumentation ist", schüttelte Burkardt mit dem Kopf und nahm dabei vor allem den VAR in die Pflicht: "Auf den Bildern musst du das sehen."

Manuel Gräfe schimpft und erinnert sich an Horror-Tackle

Mit deutlichen Worten reagierte in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag auch der langjährige DFB-Schiedsrichter Manuel Gräfe. "Ajorque köpft zuerst, Knoche streift den Ball und trifft ihn danach auch sicher ungewollt, aber grob fahrlässig voll ins Gesicht – glasklarer Elfer! Nur Gelb wäre glücklich. Sehend von vorne Treffer gegen Gesicht/Kopf über Brust/Schulterhöhe ist Rot (Anweisung)", schrieb der gebürtige Berliner auf X und stichelte mit seinem gewählten Hashtag gegen den Video-Assistenten: "#VARwas".

Mit diesem einen Tweet hatte Gräfe aber noch nicht genug analysiert. "Da fällt mir eine Szene vor Jahren an Curri in Aue ein: Gegner spielte klar vorher den Ball und traf ihn dann aber auf Brusthöhe und verletzte ihn schwer. Der sonst gute Schiedsrichter gab kein Rot – ohne VAR", erinnerte er sich an ein Horrortackle vor knapp 20 Jahren.

Im Oktober 2004 hatte Burghausens Hrvoje Vuković den Aue-Profi Skerdilaid Curri bei einem Spiel in der 2. Bundesliga mit einem Tritt zwei Rippenbrüche und einen Lungeneinrisses inklusive Pneumothorax zugefügt. Curri musste auf der Intensivstation behandelt werden, konnte seine Karriere glücklicherweise aber fortsetzen.

Thomas Frank, der damals zuständige Unparteiische, erhielt in der 2. Bundesliga indes eine Pause von sechs Partien. Ob dies nun auch auf einen der beteiligten Schiedsrichter angewandt wird, bleibt abzuwarten. Der in Mainz eingesetzte Martin Petersen jedenfalls gab sich nach Schlusspfiff selbstkritisch.

"Im Nachgang finde ich schon, dass die Argumente mehr für Elfmeter sprechen und wäre auch glücklicher gewesen, Elfmeter zu geben", sagte er, erklärte dabei aber auch seine Sicht auf das Geschehen: "Ich hatte durch meine Positionierung den langen Fuß nicht gesehen und da auch die Spitze des Fußes nicht, die das Gesicht trifft."

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