Sieben Minuten Nachspielzeit gab es in Mailand. Die Spieler von Borussia Mönchengladbach erlebten den Krimi auf der Reservebank.
Sieben Minuten Nachspielzeit gab es in Mailand. Die Spieler von Borussia Mönchengladbach erlebten den Krimi auf der Reservebank.Bild: imago images / Eibner

Nach CL-Niederlage- Gladbach-Spieler schauen fern – auf dem Platz

10.12.2020, 11:4810.12.2020, 11:59

Der letzte Spieltag der Champions-League-Gruppenphase ist vorbei. Und der hatte es nochmal richtig in sich: Die Spitzenteams Manchester United und Inter Mailand sind ausgeschieden, und Cristiano Ronaldo beendete Barcelonas Ungeschlagen-Serie in der Königsklasse.

Doch das Bild des Abends gab wohl am Mittwoch die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach ab, die mit fremder Hilfe den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale feierte.

Gladbach setzt sich im Fernduell gegen Inter Mailand durch – trotz Niederlage gegen Real Madrid

In der Gruppe B startete Gladbach, angesichts der Kontrahenten Real Madrid und Inter Mailand, eher als Underdog. Doch am Mittwochabend schaffte es die Mannschaft von Trainer Marco Rose, trotz einer 0:2-Niederlage gegen Real, Inter in der Gruppentabelle hinter sich zu lassen. Die Italiener kamen gegen Schachtar Donezk nicht über ein 0:0 hinaus.

Das Fernduell mit dem Serie-A-Klub wurde für die Gladbacher zu einem Krimi der besonderen Art:

Als in der eigenen Partie gegen Real Madrid der Schlusspfiff ertönt, wird in Mailand noch gespielt – Spielstand 0:0. Bei diesem Ergebnis wäre Gladbach im Achtelfinale der Champions League. Doch wenn jetzt ein Tor fällt, egal ob für Donezk oder Mailand, wäre Gladbach raus aus der Königsklasse.

"Pfeif doch endlich ab!", schreit der Gladbacher Christoph Kramer in Richtung des Ipads, auf dem die Borussen die letzten Minuten der Parallelbegegnung verfolgen. Ein ganzes Team sitzt auf der Ersatzbank und schaut zitternd auf einen kleinen Bildschirm.

Und dann bricht Jubel aus.

Schachtar Donezk hat es geschafft, das Unentschieden über die Zeit zu retten, Gladbach spielt weiter in der Königsklasse.

Nach dem Gladbach-Krimi: Das sagen Lars Stindl, Christoph Kramer und Trainer Marco Rose

Nach der schönsten Pleite, die es für die Fohlen wohl je gegeben hat, rangen Spieler und Trainer erstmal um Worte. "Wahnsinn, Wahnsinn. Wir machen heute unser schlechtestes Spiel in der Vorrunde und kommen trotzdem weiter", sagte Kapitän Lars Stindl. "Dass wir uns in einer Gruppe mit drei Top-Mannschaften qualifiziert haben, das ist herausragend."

"Das sind Wahninnsemotionen, wir sind unfassbar glücklich. Wir hatten nur noch die Hoffnung, dass das Spiel 0:0 bleibt und es war eine unfassbar lange Nachspielzeit. Da haben wir nach Beistand gebetet und dann bricht es aus dir heraus", beschrieb Christoph Kramer die Szenen am Ende eines denkwürdigen Champions-League-Abend. "Unter dem Strich hatten wir heute keine Chance, aber unter dem noch größeren Strich steht, dass wir es uns verdient haben."

"Wir verlieren, und die Jungs machen Party"
Marco Rose, Trainer von Borussia Mönchengladbach

"Wir haben gegen ein starkes Real Madrid wenig zustande bekommen und sehr verdient verloren." Aber: "Wir sind sehr verdient im Achtelfinale. Ich freue mich sehr für die Fans und den Klub, dass wir das erreicht haben", sagte Marco Rose, der stolze Vater des Erfolgs.

Faire Geste: Gladbach bedankt sich auf Twitter bei Kontrahenten

Am Folgetag bedankte sich die Borussia nochmal ausdrücklich bei all ihren Gegnern für die außergewöhnliche Gruppenphase: "Danke an unsere Gruppengegner für faire, außergewöhnliche und spannende Duelle voller Respekt und Leidenschaft", twitterte der Klub am Donnerstagvormittag.

(vdv)

"Haaland isst wie ein Bär" –Mitspieler will BVB-Star nach England holen

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