Youssoufa Moukoko feiert mit seinen Teamkollegen den Sieg bei St. Petersburg.
Youssoufa Moukoko feiert mit seinen Teamkollegen den Sieg bei St. Petersburg.
Bild: imago images / Alexander Demianchuk

Neuer Moukoko-Rekord bei "dreckigem" BVB-Sieg

Borussia Dortmunds kampfstarke Not-Elf hat beim Debüt des Wunderkindes Youssoufa Moukoko ihr Champions-League-Zwischenziel erreicht.
09.12.2020, 11:08

Die müden Kämpfer in Schwarz-Gelb feierten bei Eiseskälte ihren "dreckigen Sieg" für die Moral. Dann begann für "Wunderkind" Youssoufa Moukoko, Matchwinner Axel Witsel und die anderen Profis von Borussia Dortmund auch schon die kräftezehrende Nachtschicht. Im Bus ging es schnurstracks zum Flughafen von St. Petersburg, vor dem Morgengrauen noch wollten die BVB-Spieler ermattet, aber zufrieden in ihre heimischen Betten fallen.

Ganz egal, wie: Die geschundene Dortmunder Not-Elf hat ihr Champions-League-Zwischenziel Gruppensieg auch ohne neun angeschlagene Profis erreicht. "Es war nicht glorreich, es war dreckig", sagte der erleichterte Kapitän Marco Reus nach dem 2:1 (0:1) bei Gastgeber Zenit: "Endlich mal! Das war hart umkämpft, das tut uns gut."

Somit gehen die Dortmunder im Achtelfinale Giganten-Gegnern der Kategorie Manchester City oder FC Liverpool aus dem Weg. Die Auslosung der ersten K.o.-Runde erfolgt am 14. Dezember. 

Moukokos neuer Rekord

Ex-Zenit-Profi Witsel (78.) schoss den willensstarken BVB vor 10.860 Zuschauern zum Sieg. "Das war etwas Besonderes. Wir sind zurück!", sagte der Belgier. Lukasz Piszczek (68.) war nach dem Führungstreffer der Russen durch Sebastian Driussi (16.) der Ausgleich gelungen. Moukoko wurde mit seiner Einwechslung (58.) im Alter von 16 Jahren und 18 Tagen zum jüngsten Spieler in der Geschichte der Königsklasse.

Dem BVB fehlte eine komplette Mannschaft. Neben Topstar Erling Haaland, Thomas Meunier und Thomas Delaney waren sechs weitere Spieler nicht fit. Jadon Sancho, Gio Reyna und Torhüter Roman Bürki, den Marwin Hitz ersetzte, wurden zunächst geschont.

"Wir wollen unbedingt den Gruppensieg", gab Sportdirektor Michael Zorc der Mannschaft dennoch mit auf den Weg - obwohl Trainer Lucien Favre ("Das war sehr, sehr schwer") Platz eins wenige Tage zuvor "nicht relevant" genannt hatte. 

Reus mühte sich, irgendwie Haaland zu ersetzen, der BVB kam aber selten in gefährliche Positionen. Vor der ersten Chance durch Thorgan Hazard (19.) lagen die Gäste schon hinten, weil Nico Schulz den Zweikampf mit Alexej Sutormin verweigerte. Mats Hummels fälschte Driussis Schuss unhaltbar ab.

Der BVB wurde aktiver, blieb jedoch hinten offen. Serdar Azmoun überwand Hitz aus knapper Abseitsposition (33.). Auf der Gegenseite köpfte Jude Bellingham über das Tor (43.), Reus hatte Pech mit einem Pfostenschuss (45.).   

Gesundheit wichtiger als das Sportliche

Wichtiger als das Sportliche war dem BVB die Sicherheit im Corona-Hotspot. Nach einem Trainingsplatz hatte sich der Verein nicht umgeschaut: "Flughafen – Hotel – Spiel – Flughafen", hieß die Devise. Für 2.15 Uhr in der Nacht auf Mittwoch war die Landung in Paderborn vorgesehen.

Zunächst standen weitere 45 Minuten Schwerstarbeit bevor. Hitz musste doppelt retten (47.), erneut fehlte dem BVB ohne Haaland das Element der Pässe in die Tiefe. Moukoko und Reyna, später auch Sancho sollten das ändern – die Dortmunder kämpften verbissen und drehten das Spiel.

Die Terminhatz geht in unverminderter Geschwindigkeit weiter: Vor Weihnachten stehen drei Ligaspiele und die zweite Pokalrunde bei Eintracht Braunschweig auf dem Programm. "Wir wollen alle diese Spiele gewinnen", sagte Reus.

(om/afp)

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