Bei einer Pressekonferenz 2015 wird der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter mit Dollar-Scheinen beworfen (Archivfoto).
Bei einer Pressekonferenz 2015 wird der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter mit Dollar-Scheinen beworfen (Archivfoto). Bild: imago sportfotodienst / imago sportfotodienst

Ex-Fifa-Präsident Blatter und Ex-Uefa-Boss Platini ab Juni wegen Betrugs vor Gericht

14.04.2022, 07:14

Die gleichzeitige Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar hat dem ohnehin schon angekratzten Ruf der FIFA im Jahr 2010 den Rest gegeben. Seitdem gilt der Name des Weltfußballverbands selbst unter Laien als Synonym für Korruption. Maßgeblich mitverantwortlich für diesen Image-Schaden ist Sepp Blatter, der von 1998 bis 2016 den Verband nach eigenem Gutdünken regierte.

Jetzt muss sich Blatter für seine Taten auch strafrechtlich verantworten. Allerdings nicht konkret für die korrupte WM-Vergabe, den von ihm mitverursachten Image-Schaden des Fußballs oder für die auch von Blatter verschleppte Aufarbeitung solcher Skandale.

Platini erhielt zwei Millionen Franken

Stattdessen soll er den damaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini unrechtmäßig bereichert haben. Blatter soll laut Anklage eine FIFA-Zahlung in Höhe von zwei Millionen Franken (knapp zwei Millionen Euro) plus Sozialversicherungsbeiträge an Platini genehmigt haben. Platini habe der FIFA dazu 2011 eine "mutmaßlich fiktive Rechnung für eine (angeblich) noch bestehende Forderung für seine Beratertätigkeit für die FIFA in den Jahren 1998 bis 2002 eingereicht", teilte das Gericht.

Sepp Blatter (l.) und Michel Platini (r.) zusammen mit dem russischen Sportminister Vitaly Mutko (Archivfoto).
Sepp Blatter (l.) und Michel Platini (r.) zusammen mit dem russischen Sportminister Vitaly Mutko (Archivfoto).Bild: ap

Die Schweizer Bundesanwaltschaft sieht keine Rechtsgrundlage für die Zahlung, sie wirft den beiden Betrug vor. Blatter und Platini hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Prozess-Auftakt am 8. Juni

Bereits im November 2021 war Anklage erhoben worden, inzwischen hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona den Prozesstermin bekannt gegeben: Am 8. Juni soll der Prozess beginnen, bis zum 22. Juni soll ein Urteil gefunden worden sein.

Platinis Verteidiger Dominic Nellen sagte in einer Stellungnahme, dass das Verfahren gegen seinen Mandanten politisch motiviert gewesen sei. Damit sollte verhindert werden, dass dieser FIFA-Präsident werde.

Die FIFA-Ethikkommission hatte Blatter und Platini bereits vor sechs Jahren gesperrt. Für beide bedeutete die später teilweise reduzierte Sanktion das Ende ihrer Funktionärskarrieren.

(kpk / mit Material von dpa)

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