Lewandowski darf endlich nach Spanien gehen.
Lewandowski darf endlich nach Spanien gehen. Bild: dpa / Sven Hoppe

Wechseltheater beendet: Lewandowski-Transfer zu Barca perfekt

Ende im Transfer-Theater: Robert Lewandowski verlässt den FC Bayern nach acht Jahren und schließt sich dem FC Barcelona an.
16.07.2022, 08:45

Jetzt ist der FC Bayern für Robert Lewandowski wirklich "Geschichte": Das monatelange Wechseltheater um den Weltfußballer ist beendet, der vom Stürmerstar öffentlich forcierte Transfer zum FC Barcelona endlich perfekt. "Lewa" erhält bei den Katalanen einen Dreijahresvertrag – und die Bayern die gewünschten 50 Millionen Euro Ablöse.

Diese Summe - plus Bonuszahlungen - nannten in der Nacht zu Samstag Ortszeit der in der Causa Lewandowski sehr gut informierte US-Sender ESPN wie auch Bild und Kicker, die den zähesten Wechsel der deutschen Fußball-Geschichte als vollzogen vermeldeten.

Lewandowski verlässt Bayern mit Rekordbilanz

Mit Lewandowski verlieren die Bayern ihren absoluten Torgaranten: Seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund an die Isar 2014 erzielte er in 375 Spielen für die Münchner stolze 344 Treffer. In dieser Zeit wurde der Pole als erster Bayern-Profi zweimal Weltfußballer (2020 und 2021), gewann die Champions League (2020) und knackte mit 41 Treffern in der Saison 2020/21 den "ewigen" Bundesliga-Torrekord von "Bomber" Gerd Müller.

Doch ein echter Fanliebling wie sein kongenialer Offensivpartner Thomas Müller wurde er nie. Der FC Bayern, so schien es vielen, war Lewandowski immer nur Mittel zum Zweck - mehr Titel, mehr Tore, mehr Ruhm, mehr Geld. Vom Verein bekam er mehr als genug Wertschätzung, die Bosse würdigten ihn und seinen Beitrag zum Erfolg in salbungsvollsten Worten. Doch als sie sich um Juwel Erling Haaland als möglichen Nachfolger bemühten, kühlte die Beziehung merklich ab, bis es im Frühling zum Bruch kam.

Bayern blieb lange stur

Lewandowski soll sich schon im April in Barcelona auf die Suche nach einer neuen Bleibe gemacht haben. Damals nannte Vorstandschef Oliver Kahn die Wechsel-Gerüchte noch "Nonsens". Am 15. Mai sprach der Boss bei der Meisterfeier sein inzwischen berühmtes "Basta!" aus, allein: Es half nichts. "Für Robert ist der FC Bayern Geschichte", ätzte dessen Berater Pini Zahavi acht Tage darauf.

Doch die Bayern blieben zunächst stur, pochten auf Einhaltung des Vertrages bis 2023. Lewandowski sah sich gezwungen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen - und gab einige bemerkenswerte Interviews. "Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei", sagte er am 30. Mai, und: "Ich hoffe, sie halten mich nicht auf, nur weil sie es können."

Lewandowski-Abgang bringt dingend benötigtes Geld

An dieser Haltung änderte weder die verschnupfte Reaktion von Kahn etwas, noch ein Telefonat und späteres Schlichtungsgespräch auf Mallorca mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Lewandowski ließ sich stattdessen auf Ibiza mit Barca-Trainer Xavi sehen. "Ich möchte wirklich mit dir trainieren", soll er ihm zum Abschied zugeflüstert haben. Sein Wunsch wird ihm nun erfüllt - obwohl er eigentlich ja immer zu Barca-Rivale Real Madrid wollte.

30 Millionen Euro, dann 32, später noch einmal 40 Millionen inklusive zehn Millionen an Boni - Barca war zuvor mehrfach bei den Bayern abgeblitzt. Das "Basta!" von Kahn bröckelte sehr langsam, doch jetzt konnten die Münchner nicht mehr nein sagen. Zumal sie das Geld für ihre eigenen Bemühungen auf dem Transfermarkt dringend brauchten.

(fas/afp)

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