ManUnited-Trainer Ralf Rangnick und Starstürmer Cristiano Ronaldo sind dieses Mal anders als üblich zum Champions-League-Spiel gekommen.
ManUnited-Trainer Ralf Rangnick und Starstürmer Cristiano Ronaldo sind dieses Mal anders als üblich zum Champions-League-Spiel gekommen. Bild: PA Wire / Martin Rickett

Wegen Russland-Konflikt: Manchester United weigert sich, mit russischer Airline zu fliegen

23.02.2022, 19:0723.02.2022, 20:30

Fußballvereine mit russischen Sponsoren sind aktuell in einer verzwickten Lage. Wegen Russlands Aggressionen in der Ostukraine ringen Vereine und Verbände derzeit um die richtige Reaktion auf die Krise. Englands Rekordmeister Manchester United hat sich in einem ersten Schritt von seinem russischen Sponsor, der Fluggesellschaft "Aeroflot", distanziert.

Normalerweise fliegt der englische Rekordmeister immer mit Fliegern der russischen Airline zu internationalen Auswärtsspielen. Nicht so dieses Mal: Der Flug mit Aeroflot, der das Team des deutschen Trainers Ralf Rangnick am Dienstag nach Madrid bringen sollte, wo am Mittwoch das Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid ausgetragen wurde, wurde von den Klubverantwortlichen gestrichen.

Die Entscheidung wurde nach der Eskalation der Krise an der ukrainischen Grenze und dem angekündigten Einmarsch russsicher Truppen getroffen. Das sei "im gegenseitigen Einvernehmen mit Aeroflot" geschehen, wie "The Athletic" aus Klub-Kreisen berichtet. Die Partnerschaft soll zunächst weiterbestehen. Die Fluggesellschaft ist seit Jahren Sponsor des Klubs und bezeichnet sich aufgrund der Vereinbarung selbst als "offizieller Partner von Manchester United".

Nach der Last-Minute-Stornierung mussten die Klub-Verantwortlichen schnell handeln. Sie orderten eine Chartermaschine der britischen Fluggesellschaft Titan Airways und landete in der Nacht zu Mittwoch in Madrid.

Forderungen nach Verlegung des Champions-League-Finales werden laut

Auch der europäische Fußballverband UEFA muss seine Verbindungen mit Russland derzeit überdenken. Europa-Parlamentarier hatten die Uefa am Dienstag unmissverständlich aufgefordert, Russland das diesjährige Champions-League-Finale in Sankt Petersburg zu entziehen und die Kooperation mit Hauptsponsor Gazprom zu beenden.

Für eine Verlegung des Finalspiels hatte sich auch der britische Premierminister Boris Johnson ausgesprochen. Es gebe "keine Chance, ein Fußballturnier in einem Russland zu veranstalten, das souveräne Länder angreift", sagte er am Dienstag im Unterhaus in London.

Uefa hat Haltung offenbar geändert

Mittlerweile hält die Uefa sich eine Verlegung des diesjährigen Champions-League-Finales aus dem russischen St. Petersburg an einen anderen Ort offen. "Die UEFA beobachtet die Situation ständig und genau. Wenn notwendig, wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung getroffen", teilte die UEFA am Dienstagabend mit.

Einige Stunden zuvor hatte die Organisation noch ausdrücklich betont, dass es "zurzeit keine Pläne gibt, den Austragungsort zu ändern". Diese Formulierung jedoch fehlte im neuesten UEFA-Statement.

(nik)

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