Nationalspieler Raheem Sterling wurde mehrfach Opfer von rassistischen Beleidigungen im Stadion.
Nationalspieler Raheem Sterling wurde mehrfach Opfer von rassistischen Beleidigungen im Stadion.
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Rassistische Beleidigungen: Englands Spieler planen bei erneuten Vorfällen einen Boykott

09.10.2019, 12:49

Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat genug: Sollte es noch einmal zu rassistischen Beleidigungen im Stadion kommen, will das Team beim anstehenden EM-Qualifikationsspiel in Bulgarien geschlossen den Platz verlassen.

  • Offensivspieler Tammy Abraham sagte englischen Medien: "Es betrifft nicht nur eine Person, es betrifft das ganze Team. Wenn wir entscheiden, dass wir aus diesen Gründen nicht auf dem Platz bleiben wollen, dann gehen wir als Team in die Kabine."
  • Der Debütant im Three-Lions-Shirt betonte: "Niemand will so etwas im Fußball."
Chelsea-Kicker Tammy Abraham steht vor seinem ersten Einsatz für die Nationalmannschaft.
Chelsea-Kicker Tammy Abraham steht vor seinem ersten Einsatz für die Nationalmannschaft.
Bild: imago images/Sportimage/Paul Terry

Die Begegnung in Sofia am Montag (20.45 Uhr) steht im Blickpunkt, weil bulgarische Anhänger in den Spielen gegen Tschechien und den Kosovo im Juni durch rassistische Entgleisungen auffällig geworden waren. Die Europäische Fußball-Union UEFA bestrafte dies, unter anderem beim Spiel gegen England werden Teile des Stadions geschlossen bleiben.

England nimmt einen Verstoß gegen UEFA-Regeln in Kauf

Mannschaftskapitän Harry Kane habe das Boykott-Thema im Rahmen einer Teamsitzung am vergangenen Montag angestoßen. Auch Nationaltrainer Gareth Southgate stand dem Plan demnach offen gegenüber – obwohl ein solches Vorgehen den UEFA-Regularien widerspricht.

Diese sehen bei rassistischen Vorfällen einen dreistufigen Plan vor: Zunächst soll der Schiedsrichter eine Durchsage über die Stadionlautsprecher veranlassen. Als nächstes wäre eine Spielunterbrechung vorgesehen, erst in einem dritten Schritt soll ein möglicher Spielabbruch erfolgen.

Darauf wolle das Team im Ernstfall aber keine Rücksicht nehmen, sagte Abraham:

"Wir würden dann dem englischen Verband oder wem auch immer überlassen, was danach passiert, wie das Spiel gewertet wird. In dem Moment würde es nur darum gehen, der Welt zu zeigen, dass wir eine Mannschaft sind und dass wir nicht für dumme Beleidigungen stehen."

Rassistische Beleidigungen gegen englische Spieler

Mehrfach kam es zuletzt zu rassistischen Beleidigungen gegen englische Spieler bei EM-Qualifikationsspielen. Das jüngste Beispiel: das Hinspiel gegen Bulgarien im September.

Der Rassist wurde damals des Stadions verwiesen und von der Londoner Polizei festgenommen.

(ll/sid)

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