RB Leipzigs Nationalstürmer Timo Werner steht vor einem Wechsel zum FC Chelsea. Der 24-Jährige hat eine Ausstiegsklausel von rund 60 Millionen Euro in seinem Vertrag, die bis zum 15. Juni aktiviert werden müsste.
RB Leipzigs Nationalstürmer Timo Werner steht vor einem Wechsel zum FC Chelsea. Der 24-Jährige hat eine Ausstiegsklausel von rund 60 Millionen Euro in seinem Vertrag, die bis zum 15. Juni aktiviert werden müsste.
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Stürmer vor Wechsel nach England: Timo Werner kann Chelsea auf ein neues Level heben

05.06.2020, 16:1405.06.2020, 16:22

Nicht München, nicht Liverpool, nein, London soll es nun sein.

Nationalstürmer Timo Werner von RB Leipzig weiß angeblich, für wen er künftig auf Torjagd gehen will. Laut übereinstimmenden Medienberichten von "Bild", "Kicker" und "Telegraph" steht ein Wechsel nach England zum Hauptstadtklub FC Chelsea kurz bevor.

Am Donnerstagnachmittag sei der Durchbruch in den Gesprächen mit den Blues erfolgt. Werner will demnach seine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 60 Millionen Euro ziehen und nach der Saison an die Stamford Bridge wechseln.

Werner soll einen Vertrag bis 2025 erhalten, der ihm knapp über zehn Millionen Euro pro Jahr einbringen soll.

Timo Werner im Anflug auf London: Warum es Sinn ergibt, wenn er "nur" zum FC Chelsea wechselt

Für das deutsche Nationalteam absolvierte Werner seit seinem DFB-Debüt im März 2017 insgesamt 29 Länderspiele und schoss elf Tore.
Für das deutsche Nationalteam absolvierte Werner seit seinem DFB-Debüt im März 2017 insgesamt 29 Länderspiele und schoss elf Tore.
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Dass es den umworbenen Werner nicht zum deutschen Rekordmeister nach München zieht, war bereits seit Wochen klar: "Der Schritt ins Ausland" sei momentan attraktiver als der FC Bayern, sagte der 24-Jährige Anfang Mai der "Bild". Im vergangenen Sommer hätten die Münchner ihn für 25 Millionen Euro verpflichten können, entschieden sich nach langem Hin und Her aber dagegen. Werner verlängerte seinen Vertrag in Leipzig daraufhin bis 2023.

Doch dass sein nächster Karriereschritt jetzt "nur" der FC Chelsea werden soll, der aktuell nicht zu den absoluten Schwergewichten des europäischen Fußballs gehört, überrascht auf den ersten Blick. Wenn man nämlich allen Gerüchten Glauben schenkt, die es um Werner in den vergangenen Monaten gab, hätte er auch zu den ganz Großen gehen können: zu Real Madrid oder zum FC Barcelona. Oder zu Jürgen Klopps FC Liverpool.

Firmino, Salah, Mané: Wo soll Werner da spielen?
Firmino, Salah, Mané: Wo soll Werner da spielen?
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Teammanager Klopp, wie Werner gebürtiger Schwabe, soll sich zwar für die Verpflichtung seines Landsmanns starkgemacht haben, doch in den vergangenen Tagen kühlten sich diese Spekulationen ab: Der Vereinsführung des Champions-League-Siegers scheinen in Zeiten der Coronakrise Zweifel an derart hohen Ausgaben für einen Stürmer zu kommen, zumal die Reds mit Sadio Mané, Mohamed Salah und Roberto Firmino in der Offensive bereits herausragend besetzt sind. Mané und Salah sind sogar ähnliche Stürmertypen wie Werner.

Vielen Topklubs in Europa ist Werner zu teuer

Auch bei den anderen großen Interessenten liegt es wohl vor allem an der hohen Ausstiegsklausel, dass man Abstand von einem Werner-Transfer nahm.

Ganz im Gegensatz zum FC Chelsea. Die Blues verbüßten im vergangenen Jahr eine Transfersperre des Weltverbands Fifa, durften keine neuen Profis einkaufen. Nun scheinen sie in diesem Sommer ihre Shoppinglust trotz Corona-Krise ausleben zu wollen. Der Transfer von Ajax Amsterdams marokkanischem Spielmacher Hakim Ziyech ist bereits seit Februar fix – der kostet 40 Millionen Euro.

Hakim Ziyech wechselt im Sommer zu Chelsea. Der 27-Jährige ist Nationalspieler von Marokko.
Hakim Ziyech wechselt im Sommer zu Chelsea. Der 27-Jährige ist Nationalspieler von Marokko.
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Chelsea, 2017 zuletzt Meister, läuft vor allem in der Liga momentan seinen Ansprüchen hinterher. Mit einer verjüngten Offensive um Timo Werner soll es bei den Blues wieder aufwärts gehen. Und genau das ist einer der entscheidenden Faktoren, warum es durchaus Sinn ergibt, dass Werner nicht zu einem 1A-Klub wie Bayern oder Barca geht, sondern zu einem 1B-Klub wie Chelsea.

Timo Werner: Bei Chelsea wäre er der Topstürmer und bekäme viel Spielzeit

Werner wäre bei den Londonern der Fixpunkt im Sturm. In Madrid, Barcelona, München und Liverpool wäre er einer von Vielen. Er würde dort zum Top-Star einer Mannschaft werden, mit der er wachsen kann, so wie er das auch schon vom Projekt RB Leipzig kennt: Werner wurde zum Topstar, RB zu einem europäischen Topteam.

Neben der größeren Wahrscheinlichkeit auf viel Spielzeit, soll auch Teammanager Frank Lampard ein entscheidender Faktor gewesen sein, dass Werner wohl zu Chelsea geht. Der 41-jährige Ex-Chelsea-Profi gilt als großer Fan des in dieser Saison besten deutschen Torschützen der Bundesliga. Werner ist derzeit mit 25 Treffern hinter dem Münchner Robert Lewandowski (29) zweitbester Torjäger. Der langjährige englische Nationalspieler Lampard soll Werner wiederholt angerufen haben. Er will eine junge, titelhungrige Mannschaft aufbauen, Werner sieht er als "Königstransfer" für dieses Vorhaben vor.

Damals beim VfB Stuttgart: Antonio Rüdiger (r.) und Timo Werner (2.v.r.) jubeln im September 2014 mit Daniel Didavi (l.) und Daniel Schwaab.
Damals beim VfB Stuttgart: Antonio Rüdiger (r.) und Timo Werner (2.v.r.) jubeln im September 2014 mit Daniel Didavi (l.) und Daniel Schwaab.
Bild: www.imago-images.de / Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Ein weiterer Faktor, warum ein Chelsea-Wechsel realistisch erscheint: Werner träfe in London auf Nationalmannschaftskollege Antonio Rüdiger, den er auch schon aus gemeinsamen Tagen beim VfB Stuttgart kennt.

Auch der FC Chelsea könnte enorm von Timo Werner profitieren. Der Nationalstürmer könnte die Blues auf ein neues Level heben

Auch aus sportlicher Sicht würde ein Werner-Transfer für Chelsea Sinn machen. Aktuell stehen im Kader der Londoner nur drei Mittelstürmer: Der 33-jährige Olivier Giroud hat seine besten Tage hinter sich; Ex-BVB-Leihspieler Michy Batshuayi hat in dieser Saison bisher nur 224 Minuten Spielzeit in der Premier League erhalten, traf nur einmal. Derzeit hängt bei Chelsea viel vom 22-jährigen Talent Tammy Abraham ab, der mit 13 Ligatoren bester Torschütze in Lampards Team ist.

Timo Werner wäre eine Facette, die dem Sturm der Blues noch fehlt: Ein flinker Angreifer, der sowohl alleine im Zentrum als auch in einer Doppelspitze spielen kann. Auch auf den Außenbahnen kann Werner zur Not spielen. Werner könnte für eine neue Flexibilität in der Chelsea-Offensive sorgen und Abraham entlasten.

Warten auf Werner? Tammy Abraham (l.) und Frank Lampard würden sich sicher über den deutschen Nationalspieler freuen.
Warten auf Werner? Tammy Abraham (l.) und Frank Lampard würden sich sicher über den deutschen Nationalspieler freuen.
Bild: imago images / bDarren Staples

In einem Doppelsturm mit Abraham und Werner würden beide Stürmer sogar voneinander profitieren. Werner wäre der pfeilschnelle Dribbler, der aus der Tiefe kommt, Abraham (1,91 Meter) der Wandspieler, der die Bälle festmacht und verteilt. Das kennt Werner auch schon aus Leipzig, wo er oft mit dem wuchtigen Tschechen Patrik Schick gemeinsam im Sturm agiert.

Werner würde Chelsea besser machen, Werner passt zu Chelsea, Chelsea passt zu Werner. Fehlt nur noch die offizielle Bestätigung. Bis zum 15. Juni müsste die 60-Millionen-Ausstiegsklausel seitens der Blues gezogen werden. Der Wechsel nach London könnte damit im Laufe der kommenden Woche fixiert werden. Und wenn er seinen Vertrag bis 2025 erfüllt, kann er mit 29, im besten Fußballeralter, immer noch zu Bayern, Barca oder nach Madrid wechseln.

(as/mit Material von sid und dpa)

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