Lothar Matthäus kann sich den Job als Bundestrainer vorstellen. Für Kritik sorgte allerdings seine Aussage zu Katar.
Lothar Matthäus kann sich den Job als Bundestrainer vorstellen. Für Kritik sorgte allerdings seine Aussage zu Katar.Bild: www.imago-images.de / Jan Huebner/Taeger

Lothar Matthäus hält sich für Löw-Nachfolge bereit – Kritik für Katar-Aussage

16.03.2021, 10:39

Zunächst hatte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus betont, nicht für den Job als Bundestrainer bereit zu sein. Nun kann er sich die Nachfolge von Jogi Löw offenbar doch vorstellen. Er verglich seine Situation schon mit dem damaligen Antritt von Franz Beckenbauer 1984. Damals zeigte Beckenbauer zunächst auch kein Interesse, aber tritt das Amt nach einem gewissen öffentlichen Druck dann doch an.

"Ich bin jemand, der gerne hilft. Wenn ich das Gefühl hätte, dass die Verantwortlichen geschlossen dahinter stehen, dann würde ich mir Gedanken machen", sagte Matthäus beim TV-Sender "Sky". Der Deutsche Fußball-Bund müsse sich aber jetzt "erst selbst einmal finden". Matthäus: "Der DFB muss wissen, was wollen wir und wem trauen wir es zu." Für den Weltmeister von 1990 ist Hansi Flick "der ideale Kandidat für die Nationalmannschaft". Der derzeitige Bayern-Coach und langjährige Löw-Assistent sagte vergangene Woche nicht explizit Nein zu Spekulationen, dass er zum DFB zurückkehre.

"Es wird immer etwas gesucht...": Matthäus sorgt mit Katar-Aussage für Kritik

Für Kopfschütteln sorgten die Aussagen von Matthäus zum WM-Austragungsort Katar. Das Emirat im Mittleren Osten steht wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen massiv in der Kritik. Zuletzt gab es immer wieder Boykott-Aufforderungen – unter anderem von verschiedenen Klubs und Fanverbänden. Insgesamt sollen in den letzten 10 Jahren über 6.500 Menschen auf den Baustellen zur Vorbereitung auf die WM ums Leben gekommen sein. Auch die Arbeitsbedingungen werden immer wieder als ausbeuterisch kritisiert.

Matthäus wollte von dieser Kritik allerdings nichts wissen. Es werde "immer etwas gesucht, um den WM-Austragungsort schlecht zu machen", sagte er bei "Sky90" und verwies dabei auf die Weltmeisterschaft in Russland 2018. "Ich glaube trotzdem, dass auch 2022 in Katar eine tolle Weltmeisterschaft stattfinden wird", so der TV-Experte weiter. Katar sei "auf einem guten Weg".

In den sozialen Medien sorgte Matthäus Aussage für viel Kritik. Nutzer warfen ihm vor, die Problematik der Menschenrechtsverletzungen überhaupt nicht verstanden zu haben oder zu relativieren. Für einige steht bereits jetzt fest, dass sich Matthäus damit für den Job als Bundestrainer disqualifiziert hat.

(lau)

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