Werder Bremen um Trainer Florian Kohfeldt (l.) wurde von den Bundesliga-Profis im "Kicker" zur Enttäuschung des Jahres gewählt, Mario Götze vom BVB zum Absteiger der Saison.
Werder Bremen um Trainer Florian Kohfeldt (l.) wurde von den Bundesliga-Profis im "Kicker" zur Enttäuschung des Jahres gewählt, Mario Götze vom BVB zum Absteiger der Saison. Bild: imago images / Joachim Sielski

"Kicker"-Umfrage: Werder Bremen und Mario Götze die größten Enttäuschungen

20.07.2020, 15:5620.07.2020, 16:27

Robert Lewandowski ist der Beste. Der Stürmer ist Deutscher Meister und Pokalsieger mit dem FC Bayern München, er ist Torschützenkönig der Bundesliga und nun haben ihn seine Profi-Kollegen aus dem deutschen Oberhaus mit großem Abstand zum besten Feldspieler der Saison gewählt.

Bei der traditionellen "Kicker"-Befragung zu den Tops und Flops der Bundesliga-Saison stimmten unter 270 teilnehmenden Profis 42,6 Prozent für den Polen, natürlich wie immer anonym. Zuletzt kürte ihn schon die Spielergewerkschaft VDV zum besten Spieler der Saison.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten im "Kicker"-Ranking Jadon Sancho (14,1 Prozent) von Borussia Dortmund und Lewandowskis Teamkollege Joshua Kimmich (12,2).

Bester Feldspieler:

  1. Robert Lewandowski (42,6 Prozent)
  2. Jadon Sancho (14,1)
  3. Joshua Kimmich (12,2)
  4. Thomas Müller (3)
  5. Timo Werner (2,6)

Auch zur Winterpause hieß der Sieger in der Kategorie "Bester Feldspieler" schon Lewandowski, damals sogar mit 47,7 Prozent der Stimmen. Im Sommer 2019 war die Sache nicht so eindeutig, als die befragten Profis Kai Havertz mit nur 20,8 Prozent zum besten Profi wählten.

Unter aller Kanone, von wegen: Robert Lewandowski.
Unter aller Kanone, von wegen: Robert Lewandowski.Bild: dpa / Kai Pfaffenbach

Im Tor schnappte sich Manuel Neuer den Spitzenplatz, der Bayern-Kapitän landete mit 35,2 Prozent der Stimmen auf Rang eins. Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach liegt mit 23,7 Prozent dahinter auf Platz zwei. Im Winter lag der Schweizer noch mit 38,9 Prozent der Stimmen ganz vorne. Dritter ist RB Leipzigs Péter Gulácsi (10,7), der im Sommer 2019 noch mit 25,6 Prozent die "Kicker"-Wahl gewonnen hatte.

Bester Torwart:

  1. Manuel Neuer (35,2 Prozent)
  2. Yann Sommer (23,7)
  3. Péter Gulácsi (10,7)
  4. Roman Bürki (7,4)
  5. Lukáš Hrádecký (4,4)
Alle Hände voll zu tun: Manuel Neuer im Training.
Alle Hände voll zu tun: Manuel Neuer im Training.Bild: reuters / ANNEGRET HILSE

Wenig überraschend liegt auch bei den Trainern der FC Bayern München ganz vorne: Meistertrainer Hansi Flick ist für 61,1 Prozent der Befragten unter den Bundesliga-Coaches ganz klar der Gewinner der Saison. Mit großem Abstand landete der 55-Jährige damit vor Gladbachs Marco Rose (14,4 Prozent), der im Winter mit 49 Prozent vorn lag, und Christian Streich vom SC Freiburg (5,9). Im Sommer 2019 hieß der Gewinner Adi Hütter (40,4).

Gewinner unter den Trainern:

  1. Hansi Flick (61,1 Prozent)
  2. Marco Rose (14,4)
  3. Christian Streich (5,9)
  4. Bruno Labbadia (5,2)
  5. Julian Nagelsmann (4,1)

Das Fachmagazin befragte die Profis umgekehrt auch, wer der Verlierer unter den Übungsleitern sei. Während im Winter noch Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac mit 38,5 Prozent der Stimmen vorn lag, heißt der neue Verlierer Jürgen Klinsmann (32,6 Prozent). Der Grund scheint klar: Sein wenig ruhmreicher Hertha-Abgang via Facebook-Live inklusive öffentlichem Nachtreten gegen die Vereinsführung. Kovac landete in dieser Kategorie auf Rang drei (17,8 Prozent), Zweiter wurde Werder-Trainer Florian Kohfeldt, der mit Bremen am Europapokal-Anspruch seines Klubs scheiterte und in der Relegation gegen den FC Heidenheim nachsitzen musste, mit Ach und Krach in Liga eins blieb.

Augen auf beim Trainerkauf: Jürgen Klinsmann träumte von der Champions League und Big City Club.
Augen auf beim Trainerkauf: Jürgen Klinsmann träumte von der Champions League und Big City Club.Bild: imago images / Laci Perenyi

Verlierer unter den Trainern:

  1. Jürgen Klinsmann (32,6 Prozent)
  2. Florian Kohfeldt (23,3)
  3. Niko Kovac (17,8)
  4. David Wagner (11,5)
  5. Heiko Herrlich (2,6)

Apropos Trainer: Der beste Coach der Welt ist für den Großteil der Befragten Liverpools Meistermacher Jürgen Klopp. Er wurde von den teilnehmenden Spielern mit 74,8 Prozent an die Spitze gewählt. Damit liegt Kloppo vor Manchester Citys Trainer Pep Guardiola (13 Prozent) und Bayerns Hansi Flick. Seine erfolgreiche Debütsaison als Cheftrainer nahmen 4,8 Prozent der Profis zum Anlass, ihn zu den besten der Welt zu zählen.

Bester Trainer der Welt:

  1. Jürgen Klopp (74,8 Prozent)
  2. Pep Guardiola (13)
  3. Hansi Flick (4,8)
  4. Julian Nagelsmann (1,9)
  5. Diego Simeone und Zinédine Zidane (1,1)

Zum besten Spieler der Welt wählten die Profis in der "Kicker"-Umfrage mit 54,8 Prozent Lionel Messi vom FC Barcelona. Der Argentinier gewann in dieser Kategorie auch schon im vergangenen Winter (56,9), im Sommer 2019 (68,8) und im Winter 2018 (38,8).

Jürgen Klopp ist nun schon so lange in England, dass er mit links rechtslenken kann und dabei nicht mal hingucken muss.
Jürgen Klopp ist nun schon so lange in England, dass er mit links rechtslenken kann und dabei nicht mal hingucken muss. Bild: imago images / Peter Byrne

Bester Spieler der Welt:

  1. Lionel Messi (54,8 Prozent)
  2. Cristiano Ronaldo (12,6)
  3. Robert Lewandowski (10,7)
  4. Virgil van Dijk (4,4)
  5. Kylian Mbappé (4,4)

Damit haben die Befragten aus allen fünf Top-Ligen Europas jeweils einen Spieler unter die besten fünf der Welt gewählt. Als beste Liga der Welt sehen die Profis die Premier League (74,4 Prozent), gefolgt von der Bundesliga (17,8) und La Liga (5,6). Die Qualität der heimischen Bundesliga ist laut 48,9 Prozent der Profis "gleich geblieben"; 42,6 Prozent finden, dass sie "besser geworden", 7,8, dass sie "schlechter geworden" sei.

Tomás Rincón vom FC Turin übt das Bundesliga-Logo.
Tomás Rincón vom FC Turin übt das Bundesliga-Logo.Bild: ap / Fabio Ferrari

Beste Liga der Welt:

  1. Premier League (74,4 Prozent)
  2. Bundesliga (17,8)
  3. La Liga (5,6)
  4. Serie A (1,1)
  5. Ligue 1 (0,7)

Als Aufsteiger der Saison geht mit 44,8 Prozent Bayerns kanadischer Youngster Alphonso Davies aus der Umfrage hervor. BVB-Stürmer Erling Haaland landete dahinter, mit 18,1 Prozent steht der Norweger auf dem zweiten Rang. Marcus Thuram, im Winter noch mit 26,4 Prozent der Stimmen Spitzenreiter dieser Kategorie, wurde Dritter (5,2).

Aufsteiger der Saison:

  1. Alphonso Davies (44,8 Prozent)
  2. Erling Haaland (18,1)
  3. Marcus Thuram (5,2)
  4. Christoph Baumgartner (3,7)
  5. Christopher Nkunku (3,7)
Davies (l.) und sein Kollege Joshua Zirkzee mit dem DFB-Pokal.
Davies (l.) und sein Kollege Joshua Zirkzee mit dem DFB-Pokal.Bild: reuters / POOL

Auch nach den Absteigern der Saison hat der "Kicker" gefragt. 30 Prozent der Profis sehen Mario Götze hier als deutlichsten Verlierer. Der 28-Jährige ehemalige Spieler von Borussia Dortmund, dessen Zukunft nach dem Vertragsende beim BVB noch offen ist, kam in der abgelaufenen Saison nur auf 15 Einsätze. Auf Platz zwei landete der frühere Schalker Torwart Alexander Nübel (11,5 Prozent), der nun bei Rekordmeister Bayern München unter Vertrag steht.

Absteiger der Saison:

  1. Mario Götze (30 Prozent)
  2. Alexander Nübel (11,5)
  3. Salomon Kalou (5,6)
  4. Guido Burgstaller (4,1)
  5. Philippe Coutinho (3,7)

Das Team, das in der Saison 2019/20 am meisten enttäuscht hat, ist laut Umfrage der SV Werder Bremen. Die Sache ist deutlich: 64,8 Prozent der befragten Bundesliga-Profis wählten die Fast-Absteiger aus der Hansestadt. Platz zwei ging an den FC Schalke (29,6), der in der Rückrunde nur mickrige neun Punkte holen konnte. Werder und S04 waren auch schon in den vergangenen Umfragen die großen Enttäuschungen: Bremen im Winter 2019/20 (43,1 Prozent) und Schalke im Sommer 2019 (75,2) und im Winter 18/19 (48,6).

Beim FC Schalke läuft es aktuell auch abseits des Platzes nicht so gut.
Beim FC Schalke läuft es aktuell auch abseits des Platzes nicht so gut.Bild: imago images / RHR-FOTO

Die negative Überraschung:

  1. Werder Bremen (64,8 Prozent)
  2. FC Schalke 04 (29,6)
  3. Eintracht Frankfurt (1,5)
  4. Hertha BSC (1,1)
  5. Keine Angabe (1,9)

Bei den positiven Überraschungen ist der SC Freiburg ganz vorne gelandet, 44,1 Prozent der Profis gaben den Breisgauern in dieser Kategorie ihre Stimme. Aufsteiger FC Union Berlin rangiert mit 32,2 Prozent dahinter, gefolgt von Mönchengladbach (15,2).

Die positive Überraschung:

  1. SC Freiburg (44,1 Prozent)
  2. Union Berlin (32,2)
  3. Borussia Mönchengladbach (15,2)
  4. 1. FC Köln (1,9)
  5. Rest (6,6)

Deniz Aytekin hat in der Umfrage Manuel Gräfe als besten Schiedsrichter der Bundesliga abgelöst. Der 41-jährige Aytekin aus Oberasbach kam auf 43,3 Prozent der Stimmen, der 46 Jahre alte Seriensieger Gräfe (Berlin) auf 30,7. Deutlich abgeschlagen auf Rang drei landete WM-Referee Felix Brych aus München (4,8).

Netter Verwarner: Deniz Aytekin (r.) ist beliebt.
Netter Verwarner: Deniz Aytekin (r.) ist beliebt.Bild: imago images/Johannes Kruck

Der beste Schiedsrichter des Saison:

  1. Deniz Aytekin (43,3 Prozent)
  2. Manuel Gräfe (30,7)
  3. Felix Brych (4,8)
  4. Patrick Ittrich (3,3)
  5. Keine Angabe (10)

Und das sagen die Profis zum Restart nach Corona, zur Kritik am Profifußball und zum Videobeweis

Außerdem beurteilte eine Mehrheit der Profis den Restart der Bundesliga als "vorbildlich" (66,3 Prozent). Immerhin 4,8 Prozent der Befragten waren aber auch der Meinung, dass der Restart "so nicht hätte erfolgen dürfen". Die zunehmende Kritik am Profifußball aus der Gesellschaft halten fast zwei Drittel für "übertrieben" (65,6 Prozent).

Interessant ist auch das Meinungsbild zum VAR. Auf die Frage "Haben Sie sich mit dem Videobeweis angefreundet?" antworteten 42,6 Prozent der Befragten mit "Ja", 40 Prozent mit "Nein", 17,4 Prozent hatten "kein Meinung".

(as/mit Material von dpa und sid)

BVB-Pleite gegen Bayern: Hummels sieht "dicken Fehler" ein – doch eine Sache stört ihn extrem

Beim Bundesliga-Topspiel am 14. Spieltag lieferten sich die Borussen und die Münchener im strömenden westfälischen Regen eine spektakuläre Partie, in der eine Torchance die nächste jagte. Im Topspiel zwischen dem Zweit- und Erstplatzierten ging es um nichts weniger als die Tabellenführung. Der BVB musste sich schließlich dem FC Bayern geschlagen geben.

Zur Story