Karlz-Heinz Rummenigge muss an die Ausgaben beim FCB in Krisenzeiten denken.
Karlz-Heinz Rummenigge muss an die Ausgaben beim FCB in Krisenzeiten denken.
Bild: dpa / Robert Michael

Rummenigge: Für diesen Spieler würde der FC Bayern heute nur die Hälfte zahlen

26.12.2020, 17:57

Die Corona-Krise hat die finanzielle Lage beim FC Bayern verändert und trotzdem hatte der Klub das wohl erfolgreichste Jahr seiner Geschichte. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge verrät der "Welt" in einem Interview, wofür noch Geld da ist und wo man vielleicht auch zurückstecken muss – als Verein und als Spieler.

Aufgrund der Pandemie fanden in vielen deutschen Fußballstadien "Geisterspiele" statt. "Wir sind gezwungen, ohne Zuschauer zu spielen, in einer toten Kulisse und ohne die geringsten Emotionen von den Tribünen", beschreibt Rummenigge die Atmosphäre während des Spiels.

Zu bemerken sei aber auch, dass die Krise finanzielle Spuren in der Fußballlandschaft auf der ganz Welt hinterlassen habe:

"Viele Spitzenvereine galten letztes Jahr noch als reich. Heute kann man fast sagen, dass sie arm geworden sind"
Karl-Heinz Rummenigge über die finanzielle Lage im Fußball

Um diese Schwierigkeiten besser durchstehen zu können, hat der Verein die Spieler gebeten, beim Gehalt etwas zurückzustecken. "Wir baten sie, ihre Gehälter während der ersten sechs Monate zu senken, und sie haben es alle gemeinsam getan. Das war eine wirklich schöne Geste ihrerseits", erzählt Rummenigge.

Rummenigge: Für Lucas Hernández würde der FC Bayern heute nur noch die Hälfte zahlen

Er hoffe auch bald, wieder Zuschauer auf den Rängen begrüßen zu dürfen, aber diese Entscheidung trifft nicht er. "Das hängt von den Impfungen und den Entscheidungen der Regierung ab", sagt er und fügt an, dass die Stadien hoffentlich ab März oder April zu 20 bis 30 Prozent mit Zuschauern gefüllt sein würden. Dabei gehe es aber nicht ums Geld, sondern "es geht darum, die Kultur des Fußballs wiederzubeleben", plädiert er.

Derzeit hängen die Spendierhosen beim Münchner Klub aber noch im Schrank. Er wird sogar sehr konkret und schildert, für welchen teuren Spieler man heute nur noch die Hälfte zahlen würde. "Wir müssen jetzt sehr vorsichtig sein, was die Ausgaben betrifft. Wir haben definitiv sehr viel Geld ausgegeben, vor allem mit den 80 Millionen für Lucas Hernández. Heute wäre es vielleicht die Hälfte", erzählt Rummenigge.

Kostete viel Ablösesumme: Lucas Hernández.
Kostete viel Ablösesumme: Lucas Hernández.
Bild: imago images / Marco Donato/FC Bayern Muenchen

Die Gehälter der Topspieler sollten sich an die Krise anpassen, so Rummenigge

Der Transfermarkt sei um 50 Prozent zurückgegangen, was dem Sport aber auch guttue, so der Bayern-Chef. "Vor der Krise hat der Fußball wirklich den Kopf verloren. Nach den Verpflichtungen von Neymar und Mbappé bei PSG vor drei Jahren gab es eine galoppierende Inflation", sagt Rummenigge und meint, man müsse die Gehälter der Fußballer auf ein "etwas vernünftigeres Niveau herunterschrauben." Das heißt aber auch, dass der PSG-Star Kyliab Mbappé nie in den Süden Deutschlands wechseln wird. "Ich liebe Mbappé und seine Spielweise, aber wir könnten ihn nie nach Bayern holen. Er ist sowieso sehr gut da, wo er jetzt ist", sagt Rummenigge.

Insgesamt ist der Vorstandschef sehr stolz darauf, was von den Bayern in diesem Jahr erreicht worden ist. Die Roten holten insgesamt fünf Pokale, darunter auch den Sieg in der Champions-League. "Unser Klub ist 120 Jahre alt, und es war bei Weitem das erfolgreichste Jahr unserer Geschichte, was die Erfolge betrifft. Es läuft bestens, abgesehen von der Pandemie natürlich", sagt Rummenigge.

(lfr)

Bayern-Legende Gerd Müller ist tot

Fußball-Legende Gerd Müller ist tot. Der frühere Torjäger des FC Bayern und Ex-Nationalspieler sei "am frühen Sonntagmorgen im Alter von 75 Jahren gestorben", teilte der Rekordmeister aus München mit.

FC Bayern-Präsident Herbert Hainer äußert sich auf der Webseite des Rekordmeisters zum Tod von Müller: "Heute ist ein trauriger, schwarzer Tag für den FC Bayern und all seine Fans. Gerd Müller war der größte Stürmer, den es je gegeben hat – und ein feiner Mensch, eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel